Weiter geht es...

Wer Teil 1 und Teil 2 dieser Serie gelesen hat, der weiß, dass es jetzt mit dem finalem Angeln weiter geht. Machen wir also ohne großes Vorgeplänkel mit dem Füttern weiter.

Beim Füttern trennten sich die Geister

Das Füttern interpretierte jede Mannschaft für sich. Das Mosella-Team war der Meinung, dass man das Futter mit einem ordentlichen Platsch auf den Angelplatz befördern musste. Das mochten die Fische!
Andere Teams sahen darin ein Ablenkungsmanöver. Am Ende hat natürlich der erfolgreiche Recht und die Mosella-Angler fingen zur rechten Zeit die noch fehlenden großen Fische. Die anderen eben nicht. Dabei setzten sie ein:

7 Liter feuchtes Futter bestehend aus:

- 2 Teile Competition
- 1 Teil Matchmix Turbo Brassen
- 1 Beutel MysteryMix

5 Liter Erde aufgeteilt in

- 3 l schwere Erde
- 2 l leichte Erde

Die Fütterung auf 13 m:

Das Platschgeräusch bestimmte dann auch die Starfütterung. Auf 13 m wurde die erste Futterbahn gelegt. Hier wurden zunächst 2 übernasse mandarinengroße Futterballen mit Pinkies, kleinen Mückenlarven und Castern verwendet. Darauf folgten 2 Ballen leichte Erde und kleinen Zuckmückenlarven. Für das Geräusch und den "Langwirkeffekt" kamen zudem noch 2 Futterballen, bestehend aus schwerer Erde. Diese Ballen wurden mit "Sticky Joker" vermengt, wodurch sie sich nur sehr langsam auflösten und die Fische am Futterplatz an ihnen herum nippen konnten.

Generell hatte das Stippfutter nur wenig Proteine. Die Fische sollten angelockt und nicht gesättigt werden. ;-)

Die Fütterung auf der Matchrute (ca. 25 m):

Auch hier wurde auf ein Wassergeräusch beim Aufprall der Futterballen gesetzt. Zudem sollten die Ballen bei einer Tiefe von 3-4 m schnell zum Grund sinken. Dabei transportierten sie extrem viel Caster, tote Maden und kleine Zuckmückenlarven.

Alle Ballen waren tischtennisballgroß. Das Futter bestand aus den Futtermitteln, die nach der 13m-Fütterung übrig geblieben und vermischt wurden. Der Matchruten-Futterplatz war angelegt als 13 Bälle auf die Matchruten-Distanz katapultiert waren.

Auf beiden Angelplätzen wurde dann während des Angelns alle 20 Minuten mit einem tischtennisball großen Ballen nachgefüttert.

Das Angeln:

Zu Beginn waren die Fische durch die Fütterung noch aufgeschreckt, so dass man sie zunächst vereinzelt im Futterauslauf fangen konnte. Im Laufe des Fischens waren sie aber vorwiegend direkt auf dem Futterplatz zu bekommen. Wer jetzt genau gefüttert hatte, lag klar im Vorteil. Wer hingegen sein Material auf diese Distanz weit gestreut hatte, konnte nur hoffen.

Viele Angler hatten mit Kaulbrschen zu kämpfen. Aber auch kleine Rotaugen wurden erbeutet. Wer in diesem Fangumfeld einen große Brassen einnetzen konnte, katapultierte sich damit sofort um etliche Plätze nach vorne. Genau hier lag wohl die Unberechenbarkeit des Fischens, worauf die Mosella-Jungs auch etwas gesetzt hatten. Man muss halt die Unwegbarkeiten zu seinem Freund machen...

Am Ende war es genau diese Strategie, die das Mosella-Team nach vorne brachten. Sie fingen zur rechten Zeit den Bonusfisch, den sie brauchten. Nicht einmal, wie oft der letzte Fang von Harald Windel immer wieder von den anderen Teilnehmern angeführt wurde, sondern mehrfach. Das war ganz deutlich ein Resultat der Strategie des Teams und natürlich hat man hier, wie im Angeln eigentlich immer, ein wenig das Glück strapaziert. Aber auch das muss man sich erarbeiten, zumal einige Team-Mitglieder, wie Michael Schlögl, auch schöne Fische verloren.

Etwas unglücklicher dabei waren die Kollerbacher-Jungs, die das Saarland vertraten. Sie haben sich hervorragend auf diesen Saarabschnitt vorbereitet und haben den etablierten Mosella-Jungs das Leben richtig schwer gemacht. Ihnen sah man die Miki Raber-Schule ganz deutlich an. Miki Raber ist nach Michael Schlögls Meinung einer der besten Zoomer fischer in Deutschland und wurde 1998 mit dem ASC Besseringen immerhin Vizeweltmeiser. Sie setzten auf CM Zoomer in 8 Gr., Miki-Montage und Miki-Strategie. Was das bedeutet ist eigentlich wieder ein Extra-Artikel wert... ;-)

Wahrscheinlich war der Waggler in 8 Gramm in machen Situationen etwas zu leicht, wie mir Michael Schlögl später erklärte. "Wir haben den Genius 3 von mir in 15 Gramm eingesetzt und dabei die 15gr in verschiedenen Abstufungen auf die Schnur gesetzt. Erst dann stand er in einigen Situationen so ruhig, wie es die Fische wollten." Das ist eigentlich typisch englischer Style a la Alan Scotthorne, wo das schon wieder her kam... ;-)

Nun ja, jetzt kann man darüber vortrefflich streiten. Fakt ist, die saarländer-Truppe hat ihr Ding richtig gut gemacht. Sie sind jung und ich bin mir sicher, dass wir von denen bestimmt noch viel hören werden. Claus Müller und seine "Gang" haben da eine richtig gute Konkurrenz bekommen. :-)

Ebenfalls ein super Ergebnis fuhren die Vertreter von Schleswig-Holstein ein. Sie landeten am Ende auf Platz 3, was wirklich mehr als beachtlich ist.

Außerdem fiel auf, dass sich in dem West-Gewässer die Westvereine scheinbar schneller heimisch fühlten wie die Vertreter aus den neuen Bundesländern. Andersherum haben wir schon oft einen umgekehrten Trend beobachtet. Wenn der Anglertreff im nächsten Jahr wieder in einem östlichen Bundesland statt finden sollte, können wir beobachten, ob der Trend bestand hat.

Ein Argument für einen stetigen Wechsel der Austragungsorte.

Ein Angler vom andern Stern!

Ein ganz dickes Plus hatte das Mosella-Team auch bei diesem Angeln wieder in Günter Horler. Nach seinem Europameisterschafts-Gewinn strahlt er eine Ruhe und Selbstsicherheit aus, die ihm auch bei diesem Angeln zu dem mit Abstand besten Teilnehmer machte. Bei ihm sieht man, was es aus macht, wenn man in seine Technik und sein Material vollstes Vertrauen hat. Dann klappt plötzlich alles! Günter hat lange dafür akribisch am Wasser und auch in seiner Werkstatt gearbeitet. Jetzt kann er die Lorbeeren seiner Arbeit ernten und wir dürfen ein wenig von ihm dazu lernen. Mehr kann man sich doch eigentlich als deutscher Friedfischangler mit der langen Rute gar nicht wünschen?!

 

Und noch etwas Positives!

Peter König hatte vor dem Anglertreff bekannt gegeben, dass der Anglertreff-Sieger des Vorjahres im darauf folgenden Jahr automatisch für den Anglertreff eingeladen wird. Das finden wir eine weise Entscheidung, ist eine WM doch extrem zeit- und kostenintensiv. So erspart man den WM-Teilnehmern ein Zwischenangeln zum Anglertreff und somit auch Kosten und Zeit. Diese Entlastung kommt sicher der anglerischen Qualität bei der Club-WM der deutschen Vertreter zugute, was wir uns ja alle wünschen. Eine WM-Teilnahme soll keine zusätzliche finanzielle und zeitliche Belastung für Angler und Sponsor sein, sondern eine Extra-Freude und der Lohn für die gute Arbeit der Vorjahre.

Nach dem Angeln ist vor dem Angeln!

Das Angeln ist vorbei und eigentlich sollte man meinen, dass es jetzt bei Mosella erst mal eine Pause gibt. Doch weit gefehlt!
Schon 2 Tage nach dem Angeln treffe ich Michael wieder. Das Thema: Die Analyse unserer Posenarbeiten vor dem Anglertreff. Was hat sich im Ernstfall bewährt, was muss noch verfeinert werden? Alles wird haargenau durchleuchtet. Bis am Ende ein neues, noch besseres Produkt entstanden ist. Der Name wird Genius 3 sein und ihr werdet ihn bald bei Michael Schlögl erwerben können.

Dabei könnt ihr sicher sein, dass sehr viele Experten ihr Wissen mit in das Posenmodell eingebracht und es unter Extrembedingungen eingesetzt haben. Damit auch ihr noch erfolgreicher beim Angeln werdet. Der Name Schlögl sowie Mosella sind eigentlich fast ein Garant dafür... ;)

Und natürlich hat die Vorbereitung für die Club-WM schon längst begonnen. Die Informationsdrähte glühen in Europa und wir können sicher sein, dass das Mosella-Team auch dort top vorbereitet antreten wird.
Wir können im nächsten Jahr also gespannt sein... Fortsetzung folgt...