Wo angelt man mit einer Matchrute?

Ich weiß, diese Frage ist abgedroschen, habt ihr das doch alles schon in eurer Angelprüfung gelernt. Trotzdem möchte ich es euch kurz genauer erklären. Es gibt nämlich unterschiedliche Einsatzfelder für Match-Ruten und für diese Einsatzfelder gibt es wieder unterschiedliche Match-Posen. Da sind zum einen kleine Stäbchen die relativ wenig Tragkraft haben. Die Idealvariante ist unten sogar durchsichtig. Sie werden vor allem in flachen Gewässern eingesetzt.

Dann gibt es bauchige Waggler, die unten mit Bleiplättchen beschwert sind. Sie fliegen wie Dartpfeile durch die Luft. Sie gibt es bis zu 30 Gramm Tragkraft. Mit ihnen kann man also sehr weit draußen angeln.

Außerdem gibt es die bauchigen Matchposen, an die praktisch kein Gewicht angebracht ist. Ihre komplette Bebleiung muss auf der Schnur befestigt werden. Sie eignen sich gut für Gewässer von 2-6 Meter Tiefe. Wir werden uns mit den vorgebleiten Matchposen und mit bauchigen Formen beschäftigen. Sie sind für den Beginn am einfachsten zu handeln.

Einen guten Überblick über alle möglichen Posenmodelle findet ihr in Peter Drennans Posen-ABC.

Die Montage:

Wie ich oben ja schon angekündigt habe, geht es heute um das Posenangeln am See. Sicher nicht einer der leichtesten Angeltechniken, dafür aber eine der interessantesten überhaupt und ich bin mir sicher, ihr werdet damit auch erfolgreich sein!

Damit ihr das Gerät einfach zusammenbauen könnt werden folgende Utensilien benötigt:

  • 1-2 Laufposen/Matchpose mit untersch. Tragkräften

  • Spaltbleie, zum Austrahieren der Pose

  • gebundene Haken der Gräßen 10-14

  • Evtl. kleine bis mittlere Karabinerwirbel

Natürlich habe ich euch auch dieses Friedfisch-Paket zusammen gestellt, so dass ihr auch hier alles gleich griffbereit zur Hand habt, wenn ihr die fangplatz-Startmontage zusammen baut.

Generell benötigt ihr auch die Utensilien, die ihr schon in der Prüfung kennengelernt habt: Das wären:

  • Hakenlöser

  • Maßband

  • Messer

  • Fischtöter

  • Eine Zange hilft euch die Bleie zu befestigen

  • Eine Schere z.B. zum Schnur-Abschneiden

  • Außerdem ist ein Unterfangkescher Pflicht!

Montage: Erste Schritte

Jetzt, wo wir die Schnur auf der Rolle haben, können wir ohne Probleme unser Montage Zusammen bauen. Die ersten Schritte ergeben sich eigentlich von selbst:

  1. Rutenteile zusammen stecken. Dabei ist es wichtig, dass ihr die Steckteile immer drehend (wie bei einem Schraubverschluß) aufsteckt. Damit schafft ihr auf Dauer ein kleines „Kratzergewinde“ und die Teile sitzen auch in einigen Jahren noch fest zusammen. Beim auseinander nehmen dreht ihr die Teile wieder in entgegengesetzter Richtung ab. ;-)

  2. Rolle anbringen und Schnur in die Ringe fädeln. Ich erwähne es zur Sicherheiz noch mal: Achtet darauf, dass die Schnur an der Rolle UNTER dem Schnurbügel her geht!!! Ihr wärt nicht die ersten, die deswegen noch mal alles machen müssen. ;-)

Montage: Die Posenmontage

Jetzt kommen wir zum Eingemachten. Die Montage des eigentlichen Bissanzeigers – der Pose.

Wir haben eine 8 Gramm Pose in unserem Sortiment, die wir jetzt anbringen möchten. Sie sollten wir später 15-20 Meter weit werfen können, was für unsere ersten Gehversuche reichen sollte.

Bevor sie jedoch auf die Schnur gefädelt wird, befestigen wir zunächst einen Stopperknoten. Hierzu liegen mit roter Schnur vorgebundene Knoten in eurem Matchruten-Einsteigerpaket. Führt die Schnur über die Führhilfe in die vorgebundenen Stopperknoten. Zieht die Stopperknoten auf die Hauptschnur und zieht sie dann fest. Die beiden Stopperknoten-Schnurenden müssen jetzt noch gekürzt werden. Sie müssen mindestens 1,5-2 cm lang sein, sonst gleiten sie später nicht gut durch die Rutenringe!

Die Angelprofis binden die Stopperknoten übrigens selbst! Wie das geht, findet ihr in der fangplatz-Knotensammlung. Hierzu solltet ihr eine Angelschnur mit einem Durchmesser von 0,16 bis 0,18 mm verwenden.

Ist der Stopperknoten aufgefädelt, kommt eine Stopperperle auf die Hauptschnur und dann erst die Pose. Damit ihr sie später besser auswechseln könnt, solltet ihr nun einen Karabinerwirbel auf die Schnur ziehen und an dem Karabinder die Pose befestigen. ;-)

Nun könnt ihr ans Ende der Schnur einen weiteren Karabinerwirbel befestigen. Den Knoten dazu findet ihr wieder in der fangplatz-Knotensammlung.

Nachdem die Grundschritte gemacht wurden, kommen wir nun zu der Feinarbeit. Wir müssen die Pose mit genügend Schrotblei ausbleien, damit nur ein ganz kleiner Teil (das oberste Drittel der Posenantenne) des Posenkörpers aus dem Wasser schaut. Hierzu verwendet ihr nun das Schrotblei, was ihr im Match-Ruten-Set vorfindet.

Wichtig ist hier darauf zu achten, dass das schwerste Blei am nahesten zu der Pose klemmt. Je weiter die Bleie von der Pose entfernt sind, desto kleiner sollten sie werden.

Ist die Pose richtig ausgebleit, müsst ihr nur noch einen vorgebundenen Haken an den unteren Karabinerwirbel anhängen und schon kann es mit der Angelei fast los gehen...

Tipp: Schonender Rutentransport zum Wasser

Oft wird den Steckruten nachgesagt, dass sie zwar in der Aktion unangefochten besser sind als die Teleskopruten. Dafür könnte man sie fertig montiert nicht transportieren.

Das das nicht der Fall ist kann man bei den Forellen- und Stippanglern sehen, die sich ein feines Transportsystem ausgedacht haben.

Man kann nämlich die Rute fertig montiert einfach auseinander stecken und mit zwei Klettbändern (gibt es im Schreibwarenhandel) oben und unten zusammen binden. Die fertige Montage kann man auf Wickelbrettchen schonend montieren oder einfach an der Rute baumeln lassen.

Die Forellenangler packen ihre Ruten zudem in schonende Rohrisolierungen (erhaltet ihr im Baumarkt. So wird selbst die feinste Matchrute fertig montiert und schonend zum Gewässer transportiert.

Weiter geht es am 27.08. im dritten Teil - Vorbereitung am Wasser: das Ausloten.