Matchangeln: Doppelt fängt besser! (Teil 1)

Das Angeln mit der Matchrute gehört bestimmt nicht zu den einfachsten Angelmethoden. Richtig angewendet, kann man sie mit ruhigem Gewissen als eine der erfolgreichsten Techniken auf Friedfische weiterempfehlen.

Wie sie z.B. bei der Angelei auf Rotaugen und Brassen recht effizient über einen Angelzeitraum von 3-4 Stunden einsetzt werden kann, ohne lange auf Bisse warten zu müssen, zeigt euch Claus Müller in dieser Artikel-Serie.

Wenn es um das Angeln mit der Matchrute geht, gehört Shimano-Angler Claus Müller sicher zu den versiertesten Experten in Deutschland. Sogar der englische Team-Kollege und mehrfache Weltmeister Alan Scotthorne holt sich bei Claus hier und da mal einen Rat. Einen besseren Lehrmeister kann man sich also eigentlich gar nicht wünschen. Da Claus ja auch ein guter Angelfreund von mir ist, lag es nahe, dass wir mal wieder unsere Köpfe am Wasser zusammen steckten, um euch zu zeigen, wie in einer Angelsession möglichst durchgehend Friedfische gefangen werden können.

Das Gewässer:

Für unser Vorhaben wählten wir uns ein typisches saarländisches Gewässer aus. Der ca. 3-4 ha großen See mit einer Tiefe von 2-3 m, lag idyllisch am Rande eines Waldgebietes. Die Färbung des Wassers war etwas trübe. In diesem See trifft man an Friedfischen vorwiegend kleine Rotaugen, Rotfedern sowie kleine und große Brassen an. Natürlich sind auch Karpfen und Schleien vorhanden, auf die wir es heute aber nicht abgesehen hatten. Unser Ziel war es ja, möglichst durchgehend Fische zu fangen, womit wir es vor allem auf die Rotaugen und auf die Brassen abgesehen hatten.

Die Grundstrategie:

Das Ziel von Claus und mir ist also klar. Fische möglichst von der ersten Minute an zu fangen! Damit haben wir uns unser Ziel sehr hoch gehängt. Aber mit einer passenden Strategie ist auch das möglich.

Wir wissen ja alle aus eigener Erfahrung, dass die kleinen Fische fast immer die ersten sind, die in einer Angelsession beißen. Also können wir zu Beginn mit ruhigem Gewissen schon mal auf diese Karte setzen. Außerdem wissen wir, dass die kleineren Rotaugen ihre Nahrung vorwiegend im Freiwasser suchen und dabei recht wild durcheinander schwimmen, wenn sie eine Futterquelle gefunden haben.

Die großen Fische, wie z.B. die Brassen, mögen dieses wilde Gewusel der kleinen Rotaugenschwärme nicht besonders. Außerdem wissen wir, dass sie scheu sind, sich tagsüber oft weiter draußen aufhalten und sich erst etwas später nach der Fütterung ganz vorsichtig dem Futterplatz nähern. Sind sie dort angelangt, stehen sie ganz genau auf diesem Futterplatz und saugen sich das Futter wie Staubsauger genüsslich ein. Brassen suchen sich ihr Futter eigentlich nur auf dem Grund. Auch das werden wir in unserer Taktik mit berücksichtigen.

Die Futterstrategie:

Wir werden jeder Fischart einen Futterplatz vorbereiten. Den Rotaugen präsentieren wir ein lockeres Futter, was viele aufsteigende Partikel enthält, damit sie im Freiwasser auch etwas finden. Zusätzlich soll das Rotaugenfutter schöne attraktive Wolken im Wasser bilden. Das signalisiert den Fischen: Da sind trübe Wolken, da passiert etwas, da könnte etwas Fressbares sein! Da Rotaugen bevorzugt am Gewässerrand vorkommen, werden wir diesen Futterplatz auch 15-20 m vom Ufer anlegen.

Den Brassen werden wir ein festes Grundfutter auf einem zweiten Futterplatz anbieten. Es wird kaum aufsteigende Partikel enthalten, dafür aber mit dem speziellen CM-Lockstoffe Charme glänzen. So locken wir nicht so stark die Rotaugen aus dem Freiwasser an und haben daher hoffentlich mehr Ruhe am Platz, was die Brassen zu einem schnellen und anhaltenden Fressaufenthalt animieren soll. Da ja die Brassen tagsüber nicht so ufernah stehen, sondern eher weiter draußen im See vorzufinden sind, legen wir diesen zweiten Futterplatz auf ca. 30-40 m Distanz an.

Fortsetzung folgt...

Soweit zu Teil 1 dieser kleinen Strategie-Serie. Im 2. Teil werdet ihr erfahren, wie und womit die Futtersorten zubereitet werden und wie dann die Profis die Futterplätze anlegen und später darauf angeln.