Matchangeln im Baggersee (Teil 1)

Ein paar neue Gesichter zwischen den alt Bekannten hatte ich euch ja schon angekündigt. Einer davon ist Harald Windel. Harald ist sicher einer der richtig erfolgreichen Friedfischangler in Deutschland (besitzt sogar eine FIPS-Medaille aus 2005). Nicht umsonst fährt er dieses Jahr mit zu der Einzel-Weltmeisterschaft nach Ungarn.
Heute erklären wir euch, wie Harald an einem Baggersee gerne mit der Matchrute fischt. Viel Spaß beim ersten Teil...

Bei vielen Anglern gehört die Matchrute nicht zu den Ruten der ersten Wahl wenn es ans Wasser geht. Der Aufbau ist zu umständlich, das Ausbleien der Posen zu zeitaufwändig und oft hört man das Argument, dass ja alles erst am Wasser richtig montiert werden kann. Dass das auch ganz anders geht, zeigt euch Harald Windel, sicher einer der besten deutschen Friedfisch-Angler, beim Angeln auf Friedfische...

Harald Windel hat während seiner Angelzeit schon etwas erreicht, wovon viele deutsche Friedfisch-Angler träumen. Eine wirklich echte WM-Medaille der FIPS! Er erangelte sich mit dem Mosella-Team bei der Club-WM 2005 in Italien den 3. Platz. Außerdem fischt Harald auch bei den deutschen Auswahlanglern im Bereich des Friedfischangelns mit und gehört hier zu der Dauerbesatzung. Aktuelle hat er sich gerade für die A-Auswahl empgohlen und verstärkt die Nationalmannschaft bei der WM 2007 in Ungarn.
Von nun an wird er euch auf fangplatz.de mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es um die feine Angelei auf Brasse, Rotauge und Co. geht. Damit ist er in guter Gesellschaft mit vielen anderen Top-Anglern.

Heute möchten wir euch zeigen, wie flott, flexibel und erfolgreich man mit der Matchrute am Wasser sein kann und wie man auch für das Matchangeln schon alles richtig gut vor planen kann.
Hierzu machen wir einen Ausflug an einen alten Baggersee in der Nähe von Achim.

Die Angelbedingungen sind "feucht-kalt"

Es ist Anfang März, das Wasser ist sehr kalt und die Witterung etwas ungemütlich. Eigentlich ein Wetter, an dem man sich mit ein paar Rotaugen als Fangausbeute zufrieden geben könnte. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt...
Die maximale Angeltiefe beträgt heute ca. 5,50 m. Wir haben uns einen Angelplatz im Windschatten ausgesucht und beginnen windgeschützt mit dem Aufbau.

Das Wickelbrett mit der Matchmontage

Während jetzt die zu Beginn beschriebenen Angler mit der Montage ihrer Matchposen beginnen, läuft das bei uns heute ganz flott ab. Harald öffnet mit zwei Klicks seine Kiepenlage und schon strahlen uns die unterschiedlichsten Waggler in den verschiedenen Größen an. Alle sind wie gebundene Stippvorfächer auf Wickelbretter aufbewahrt. Natürlich sind sie schon ausgebleit und fix und fertig.Wow, auf die Idee hätte ich auch schon mal kommen können. Auf diese Weise erspart man sich viel kostbare Zeit am Wasser.

Generell angelt Harald immer mit ganz dünnen Hauptschnüren. "Ich verwende gerne Schnüre der Stärken 0,14 mm oder sogar 0,12 mm Durchmesser. Das Wichtigste bei dieser Angeltechnik ist für mich, dass die Schnur nach dem Wurf schnell unter der Wasseroberfläche verschwindet und dabei einen möglichst kleinen Schnurbogen entwickelt. Für beides sind möglichst dünne Schnurdurchmesser vorteilhaft." erklärte mir Harald, während er das erste Wagglervorfach vorsichtig von seinem Wickelbrettchen wickelte. Harald fischte übrigens das Fabrikat "Sinking-Line" der Marke Mosella in der Stärke 0,12 mm.
Jetzt wird sicher der eine oder andere Leser vermuten, dass man mit dieser dünnen Schnur keine schweren Posenmodelle per Weitwurf auf große Entfernungen katapultieren kann, ohne einen Schnurbruch zu riskieren. Damit liegt ihr ganz richtig. Daher verwendet Harald auch immer eine sogenannte Schlagschnur, auf der seine Wagglermontagen gewickelt sind. 8-10 Meter reichen hierzu aus. So befindet sich in der Hauptbelastungsphase, am Anfang des Wurfes, nur die "dicke" Schnur in den Rutenringen und es sind davon noch 4-5 Umdrehungen auf der Spule aufgerollt. Die dünne Hauptschnur wird so in diesem sehr strapazösen Moment überhaupt nicht belastet.

Damit sich die Bleimontage für den Waggler nicht so schnell verwickeln kann, verwendet Harald für die Schlagschnur immer ein besonders steifes Fabrikat. Die Mosella-Schnur mit dem Namen "Feeder-Mono" ist da laut Harald ein idealer Partner.

Für eine zuverlässige Verbindung zwischen Haupt- und Schlagschnur empfiehlt sich immer ein Allbright-Knoten. Er gleitet beim Wurf ideal durch die dünnen Matchruten-Ringe und ihr könnt mit ihm problemlos Schnüre unterschiedlicher Stärken bombenfest verbinden, ohne dass dicke Knotengebilde entstehen. Der Knoten ist zwar etwas komplizierter, aber ganz sicher ein echter Alleskönner und gehört in jedes Knotenrepertoire eines Anglers!


Soweit die Theorie in diesem Teil. Im nächsten Teil werden wir euch ein wenig über das Futter, die Montage und den Angelplatz erklären.
Bleibt also dran um zu erfahren, wie Harald zusammen mit fangplatz.de seine Fische fängt...