Sicherheitstipps zum Betreten von Eisflächen.

Seit einigen Tagen klirrt es in Deutschland richtig vor Kälte. Die Seen, Kanäle und Bäche frieren zu und so manch ein Angler stöbert schon im Keller nach seinem Eisangelmaterial.

Aber Vorsicht! Nicht jedes Gewässer, welches mit einer geschlossenen Eisfläche bedeckt ist, kann sicher betreten werden. Generell kann Eisangeln gefährlich sein.

Fangplatz.de gibt euch wichtige Verhaltensregeln zur Winterangelzeit mit auf dem Weg:

  1. Auch wenn es einmal einen Tag richtig kalt war (z.B. kälter als -10° C), reicht das noch lange nicht aus, um mit der Angel aufs Eis zu ziehen. Es sollte mindesten 6 Tage und Nächte am Stück gefroren haben. Beim Eisangeln sollten noch ein paar Frosttage und Nächte vergangen sein. Da die Eisdecke geöffnet wird, erhöht sich auch die Einbruchgefahr.

  2. Niemals die Eisfläche alleine betreten! Im Falle eines Falles kann bei einem Solo-Auftritt keiner helfen und jede Minute ist bei der Hilfe lebenswichtig.
    Es sollten nur Gewässer betreten werden, die dafür von Ordnungsamt/der Stadt freigegeben wurden.

  3. Das Eis verrät viel über seine Stabilität!
    Dunkle Stellen zeigen, dass das Eis in diesen Bereichen noch viel zu dünn zum Begehen ist. Knisterndes oder knackendes Eis ist ein gefährlicher Hinweis. Kommt es zu extremen Eisreaktionen, dann hilft es, sich schnell auf den Bauch zu legen, wodurch das Körpergewicht auf eine größere Fläche verteilt wird. So kann man sich oft noch auf dem selben Weg sicher ans Ufer robben auf dem man gekommen ist.

  4. Alle Gewässer sind sehr unterschiedlich vereist. Folgende Stellen sind mit Vorsicht zu genießen:
    - verschneite Flächen
    - Eis an bewachsenen Uferzonen
    - Einläufe von Bächen, Flüssen, Kanälen, Kühl- oder Regenwasserzuläufe

  5. Wer sich zum Eisangeln auf ein Gewässer aufmacht, sollte sich auch über den Ernstfall Gedanken machen. Das bedeutet, dass man sich nach evtl. Rettungsmitteln umsieht oder sie idealerweise gleich mit dabei hat. Das können z.B. sein:
    - umgedrehter Schlitten
    - eine Leiter
    - ein dicker Ast
    - ein Seil
    Tritt der Ernstfall erstmal ein, sollte keine unnötige Zeit verstreichen, denn es droht extreme Unterkühlung und damit Lebensgefahr. Erfahrungswerte gehen von max. 15 Minuten für die Rettung aus.

  6. Möglichkeiten der Rettung:
    Eingebrochene Angler können von Mitanglern so gerettet werden:
    Helfer sollten einen Sicherheitsabstand zur Einbruchsstelle halten und sich gegenseitig auf dem Bauch liegend durch eine Rettungskette sichern. Ist das Einbruchsopfer geborgen, muss es langsam aufgewärmt werden. Dazu geeignet ist die Gold-Silber-Decke (gold nach außen, silber nach innen). Sie befindet sich im Erste-Hilfe-Kasten eines jeden KFZ.
    Auf jeden Fall einen Arzt rufen.

Jeder Verein oder Angelseebetreiber sollte für den Notfall Rettungshilfsmittel direkt am Gewässer griffbereit liegen haben. Die vorbereiteten Utensilien können Leben retten, denn eine Eisdecke kann recht schnell beim Schneiden eines Angelloches bersten.

Wenn ihr diese Ratschläge und die Verhaltensregeln der DLRG (die Eisregeln) beherzigt, dann steht einem sicherer und bestimmt auch erfolgreicher Angeltag am Eisloch nichts im Wege.

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