Shimano Cup 2017: Weniger ist mehr!

Spät erschien die Ausschreibung des Shimano Cups 2017. Sehr spät! Und so konnten wir uns alle auch etwas das Genörgel vieler Angler anhören, die an diesem Termin jetzt schon für ein anderes Angeln zugesagt hatten. Es ist nicht zu ändern und für das Jahr 2018 wird die Ausschreibung früher erscheinen!

Aber das kleinere Teilnehmerfeld hatte auch seine guten Seiten: Es wurden ausnahmslos die guten Plätze abgesteckt (Posenangler saßen am Rosenweg/bis „Schweinebucht“) , auf denen man früher nur an einem Tag im Shimano-Wochenende die Chance hatte zu sitzen. Damit war zumindest psychologisch alles für ein munteres Angelwochenende getan. Weiter erhellten sich die Gesichter, als die Teilnehmer auf Ihre Plätze kamen und erkannten wie viel freien Platz sie zum Nachbarn hatten. Auch das war eine erhebliche Komfort-Verbesserung. Also konnten die Spiele tatsächlich beginnen, wie es ein Teilnehmer mit großer Vorfreunde am Vorabend auf Facebook verkündete…

Fische satt und reichlich! Aber auch ganz schön „spitz“.

Der Silokanal hatte in den letzten Jahren etwas den Zickigen raus hängen lassen. Nicht selten schlug auch mal ein Nichtfänger nach 4 Stunden zu Buche. Dabei wird häufig vergessen, dass der Kanal nur eine Durchzugsstation der Fische ist. Sie ziehen im Herbst und Frühjahr durch den Kanal, um entweder von ihrem Winterquartier in die Sommerresidenz oder umgekehrt zu gelangen. Man muss also zur rechten Zeit am rechten Platz sein. Das hat wenig mit „keine Fische mehr da“ oder Ähnliches zu tun. Wer das Havelland kennt und die Friedfischfänge der Berufsfischer, der weiß, welche Fischreichtümer dort vorhanden sind.

Und so war es auch wieder beim Shimano Cup 2017. Die Wiegenetze wurden wieder richtig strapaziert. Fast jeder Teilnehmer konnte in zwei Tagen die magische 10kg-Grenze knacken. Die guten und richtig guten Angler erreichten auch Gewicht von 20 kg Weißfische (über 30 kg oder sogar über 40 kg gab es sogar auch!). Es waren also für alle reichlich Fische vorhanden, die aber nicht freiwillig anbissen. Man musste schon mit Montage, Bebleiung, Köder und Futter variieren…

Auch dieses Jahr verkam bei dem Angelgerät der ersten Wahl die früher fest gesetzte Kopfrute zu einer Randerscheinung. Ganz ehrlich baut sie der Eine oder Andere eigentlich nur noch zur seelischen Beruhigung auf. Die Bologneseruten haben längst das Zepter übernommen. Kopfrute und „Lang-Lang“ waren gestern!

NEU +++ NEU +++ NEU +++ FEEDER-SEKTOR!

Eine Neuerung im Teilnehmerfeld war der Feedersektor. Das konnten wohl viele Interessenten noch nicht so richtig glauben. Denn es waren nur 9 Teilnehmer gemeldet. Sie fingen aber gewaltige Fischmengen. Naja, sie konnten auch eine Stunde länger angeln, da deren Aufbau eine flotte Sache ist, verglichen mit den Posen-Artisten.

Ich habe mir für die Feederangelei etwas Zeit genommen und einen Artikel über das Feedern am Silokanal vorbereitet. Die Bilder und Infos sind im Kasten und müssen jetzt nur noch sortiert werden. Das passiert in den nächsten 10 Tagen...
Der Feedersektor saß übrigens ganz alleine am Parkplatz Elisabethhof.

Fazit

Masse ist nicht Klasse und weniger ist für den Einzelnen ein Mehr! Die Angelprofis haben ihre anderen Veranstaltungen und kommen nicht mehr so zahlreich zum Shimano Cup wie früher. Das schmälert aber nicht die Veranstaltung. Der ganz ernste Ehrgeiz rückt nun etwas in den Hintergrund, was der Stimmung im ganzen Teilnehmerfeld extrem gut bekommt. Überall wurde gemeinsam gelacht und sich ausgetauscht. Vor allem beim gemeinsame Essen am Wasser, was mit im Startgeld enthalten ist.

Weiterhin positiv war die großzügige Platzorganisation. Jeder hatte super vorbereitete Angelplätze, weite Abstände zum Nachbarn und meist auch Fische vor den Füßen. Auch diese Jahr fand wieder die große Umsetzaktion der gefangenen Fische statt, die nun ein Kormoran-geschädigtes Gewässer einen neuen Lebensgeist einhauchen.
Etwas überraschend war das kleine Feeder-Teilnehmerfeld. Das wird sich aber in den nächsten Veranstaltungen sicher vergrößern. Der Shimano-Cup ist in der Umbruchphase. Der neue Weg ist eingeschlagen und verspricht ein Mehr für den „Normalangler“ zu werden. Das Experiment sollte weiter ausgebaut werden, aber bitte mit früh publizierter Ausschreibung. Aber da haben wir auch dazu gelernt – versprochen!

Ergebnisse Posen-Angeln (pdf)
Ergebnisse Feeder-Angeln (pdf)

Erfolgreichste Angler

Match- Stippfischen