Teil 1: Schummi beim Shimano-Cup 2008

Donnerstag, der 22. Oktober 2008:

Es ist früh am Morgen. Eigentlich wollte ich schon gestern meine "Siebensachen" (Stipper wissen, dass es da noch einen Multiplikator für die 7 gibt) gepackt haben und heute nur ins Auto springen und losfahren. Doch gestern wurde es in der Firma wieder spät und danach wollte ich nicht mehr im Keller wühlen. Also musste ich alles Versäumte jetzt nachholen...

Und es kam, wie es kommen musste... Nichts - aber auch gar nichts war vorbereitet! Die Stippgeschirre konnte ich höchstens an der Großen Aue einsetzen. Saubere Bleiketten an 0,25-2,5 Gramm Schwimmern. Am Silokanal brauche ich aber 4-15 Gramm. Also wurden die losen Posen, Schnüre und andere wichtigen Sachen ins Auto geschmissen. Am Wasser hat man morgen ja genug Zeit...

Um 11 Uhr war ich dann auf der Autobahn Richtung Osten. Um 14 Uhr wollte ich beim fangplatz-Partner Fishing Tackle Max in der Nähe von Magdeburg eintreffen. Und wenn man schon bei der Quelle der besten Köder in Deutschland ist, wurden auch gleich reichlich Caster, Maden und Würmer mit verstaut. Um 17 Uhr ging es weiter nach Brandenburg, wo ich Punkt 20 Uhr einfuhr. Da wurde ich schon von Shimano-Marketingleiterin Petra Krichel sowie von Sandra und Alan Scotthorne erwartet. Die erste Frage von Alan "Michael, du möchtest dieses Jahr mit fischen?!"....

Schon hier kamen mir die ersten Zweifel, ob meine Idee wirklich so gut sein sollte. Aber Quatsch! Es wird sicher ein lustiges Wochenende...

Freitag, der 23. Oktober 2008:

Alle hatten gestern eine weite Anreise. Deshalb gingen wir heute erst um 9 Uhr an den Kanal. Alan wollte es einmal mit der Matchrute probieren, weil Claus Müller damit am Vortag vorzüglich fangen konnte. Alan erklärte mir ganz genau, wie er die Sache anging und wenn ich einmal die Zeit finde, werde ich es euch auch erklären. ;-)

Ich baute meinen Angelplatz mit einem respektablen Abstand neben ihm auf. Mein Ziel war es zunächst mal ein paar Montagen in die Kiste zu bekommen. Aber dann konnte ich nicht widerstehen und musste zunächst mit der Kopfrute ein paar Triebe ausprobieren. Und siehe da! Es funktionierte vortrefflich! Schöne dicke Rotaugen konnte ich in jeder Drift erbeuten. Alan notierte meine Fangerfolge sehr wohl, zumal er mit der Matchrute viele kleine Plötzenflossen fing. Bei unserem nächsten Zusammenterffen wurde auch gleich seine Sensoren ausgefahren: "Womit gefangen? Wie präsentiert?“ Das Futter war für ihn eh klar! "Ich sehe Michael, du hast mein Video verstanden!" war seine Antwort und er widmete sich wieder der Matchrute.

Jetzt trafen auch die holländischen Shimano-Angler ein! Sie waren gestern in einen heftigen Stau geraten und kamen heute erst gegen 6 Uhr morgens an. Sie hatten sich auf das reine Beobachten konzentriert und fachsimpelten dabei mit Alan. Jan Zsekveld baute in der Zeit seine Bolo-Rute auf und testete den Lauf mit 8 Gr. Schwimmern. Mit Erfolg, er konnte ebenfalls einige schöne Rotaugen landen. Auch seine Landsleute fischten ein wenig mit seiner Bolo und konnten fangen.

Ich bastelte derweil an meinen Stippgeschirren: 5 Gr. 6 Gr. 8 Gr. Wo sind die 8 Gramm-Posen?!

Sie waren nirgends zu finden. Hatte ich sie vergessen?!

Tatsächlich! Ab 6 Gramm gab es keine weitere "Murmel" in den Tütchen. Gottlob hatte ich noch ein 8 Gr. Modell neben einem 12 Gramm Cralusso-Torpedo in der Box. Das rettete mir den morgigen Tag. Meine Vorzeichen waren also alles andere als optimal...

Nachdem das Erfolgserlebnis bei den Posen ausblieb, durchforstete ich meine Futterzusätze. Caster waren da, Maden auch. Doch wo war verflucht noch mal der Mais? Zu dieser Jahreszeit muss hier das Futter gehaltvoll und schwer wie Blei sein. Außerdem darf es ruhig richtig kleben, so dass die Fische beim Fressen an den Ballen richtig arbeiten müssen. Andernfalls sind die Fische schneller wieder vom Futterplatz verschwunden als sie gekommen sind.

Der Mais war nicht da! Er lag bei mir zu Hause im Hausflur. KLASSE! Also tingelte ich in den nächsten Lebensmittelmarkt und deckte mich ein.

Wieder zurück am Angelplatz, konnte ich die letzten Vorbereitungen treffen. Alles war provisorisch hergerichtet und ich war jetzt schon alles andere als zufrieden mit mir. Vor 10 Jahren wäre mir das nie passiert! Aber jetzt, wo andere Leute meinen Tagesablauf mit bestimmen, gerät das optimal organisierte Angeln in den Hintergrund.

Es war schon dunkel als ich begann mit Lars Lindemann, Helmut Klug und Peer Saddler das Futter im Scheinwerferlicht unserer Autos herzustellen. Dann ging es Richtung Hotel und ich hatte für morgen ein ganz mulmiges Gefühl...

Bald geht es weiter...

Nur Geduld, der nächste Teil meines vorweihnachtlichen Blogs kommt bald online. Seit also gespannt, was passieren wird...