Aue Cup 2008: Alles war anders – einfach noch besser!

Ein Angeln mit vielen Gleichgesinnten bedeutet an der Großen Aue: Feinstes Angelgerät, leiseste Fütterung und eine besondere Gabe, die kleinen Fische zu suchen und den einen oder anderen davon zu ergattern. Denn die Fische scheuen den Trubel in ihrem ruhig in der Natur gelegenen Flüsschen wie der Teufel das Weihwasser.

So habe ich mich auch für 2008 vorbereitet. Dünne Schnüre, Posen von 0,1 bis 0,5 Gramm waren meine Favoriten und mein Grundfutter glich einer tot auf dem Boden liegenden Ofenasche-Mischung.

Wie es bei mir beim Aue-Cup schon Tradition ist, starte ich für ein Team, dem ein Mann kurzfristig abhanden gekommen ist. So lernt man weitere Mitangler kennen und die Angeltruppe bekommt einen Joker oder eine Niete mit in die Karten. An der Aue ist alles möglich... ;-)

Bei den Sulingern bin ich ein wenig verschrien für meine Kleinfisch-Suchspielchen mit einem gewissen Hang zur Brasse. So kam es auch nicht ganz überraschend, dass mich mein diesjähriges Team, der ASV Kirchdorf e.V. in den A-Bereich setzte. Den B-Bereich hatte ich schon mal in grauer Vergangenheit gewonnen und der A-Sektor ist dem sehr ähnlich: Kleine Fische sind rar und wer die Nase vorne haben möchte, sollte wissen wie man die Brasse(n) fängt.

Was war gestern? Heute ist heute!

Also machte ich mich mit meiner Startkarte auf den Weg...

Vorsorglich hatte ich am Vorabend (ich war nicht zum „Trainieren“ dort) schon drei (CM-)Futterzusammenstellungen vorbereitet. Je nachdem, in welche Ecke ich fischen musste (ich erfahre das immer erst kurz vor dem Angeln). Als ich in dem Sektor ankam, galt der erste Blick sofort dem Wasser. Es war glatt und sehr langsam. Außerdem wackelten ein paar Grashalme am Rand. Und wer ganz genau hinschaute, sah die Brassen. Sie laichten und in manchen Abschnitten konnte man ein richtiges Badegeplantsche erleben.

Für mich war gleich an meinem Platz klar: Das ist die Aue, wie ich sie vor 20 Jahren kennen gelernt hatte. Die Brassen sind los!

Was war die zurecht gelegte Strategie von gestern? Habe ich vergessen!

Wo sind meine Würmer, wo ist meine Brassenmischung?! Heute versuche ich die alte Brassenjagd anno 1988...

Ein gewagtes Spiel:

Beim Aufbau meines Materials am Angelplatz kam ich schon mächtig ins Schwitzen, wie sonst nur während meiner Langstreckenläufe. Wie sagte Mitorganisator Gerd bei der Begrüßung? „Heute muss wirklich keiner lange zu seinem Angelplatz laufen. Wir können an die Aue über die Felder fahren“. Da war mein Platz allerdings wohl ausgenommen. Eine Pferdekoppel und eine Kuhwiese trennten mich von meinem Flussabschnitt. Aber es heißt ja auch Sportfischen. Spätestens jetzt wusste ich wieder weshalb! Auch das ist ein Grund weshalb ich immer wieder gerne hierhin fahre. Man lernt so zwangsläufig neue Angelabschnitte kennen. Privat ist man ja meist zu faul zum Laufen. :-)

Sofort begann ich mein Futter neu zu organisieren. CM Super Mix mit Erde und Würmern und mit Castern. Das sah gut aus! Damit war ich hier schon vor 3 Wochen erfolgreich. Das sollte heute ebenfalls klappen!

Während meine Nachbarn vorsichtig ihre Streuselmischungen mit der Pole Cup „abpuderten“, schob ich kleine Apfelsinen, voll gespickt von Würmern, mit der Cup hinaus. Jetzt kann ich sagen: Die Shimano SpeedMaster Competition fühlt sich zwar in der Spitze fragil an, aber sie hält verdammt viel aus! ;-)

Während die anderen nach 5-7 Pfefferstreuern fertig waren, beförderte ich einen dicken „Igel“ nach dem anderen auf meinen Platz auf 13 m. Als mir die Schultern schmerzten wurde ich mangels Kraft von weiteren Aktionen gebremst. Also begann ich dann auch endlich mal zu fischen.

Links neben mir kam schon das erste Rotauge zu Tage mit dem Satz: „Der Anti-Schneiderfisch“ ist gefangen! Toll! Jetzt kamen mir doch heimliche Bedenken, was ich hier angerichtet hatte. Doch da buckelte schon wieder ein Teller an der Wasseroberfläche! Ne, ne, heute sind sie hier! Hier, an diesem Platz, zu dieser Tageszeit, bei diesem Wetter! Wenn nicht heute, wann bitteschön dann???

Trotzdem: Ich nahm mein Rotaugenfutter zu Beginn etwas zur Hilfe und schoss vereinzelt Pinkies. Der „Anti-Schneiderfisch“ musste noch her... Hoffentlich!

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Blupp, die Antenne verschwand nach 15 Minuten von der Wasseroberfläche und nach dem Anheben der Rute zappelte er auch bei mir. Der goldenen ERSTE!

Aber was machten meine Brassen? Mein Nachbar gab mir deutlichst zu verstehen, dass auf diesen Teilstück nie Brassen gefangen würden. Und das laichende Brassen nichts fressen. Nein, nein! Heute müssen sie kommen! Wenn nicht heute, wann dann???!

Da bog sich in 100 m Entfernung schon die erste Rute für eine längere Zeit. Tatsächlich, da wurde eine Brasse gedrillt. Das beruhigte mich schon mal ein wenig.

Etwas ermutigt von diesem Fang, schob ich einen weiteren Futterball raus und hing jetzt sogar mal einen kleinen Rotwurm an den Haken. Im Hinterkopf hörte ich die Sulinger zu mir sagen: „Mit Rotwurm fängt man hier selten Brassen“. Ich probierte es, aber am feinen Gerät mit 0,5 Gramm Tragkraft.

Schon bei der 2. Drift tauchte der Schwimmer ab. Wer das an der Aue erlebt, der ist schon beim Biss nervös. Es kann nur ein Großer sein! Aber Fehlanzeige. Es war ein Rotauge, das nur so groß wie mein kleiner Finger war. Aber immerhin ein 2. Fisch! Das ist hier wichtig!

Sie bissen auf Würmer. Also nahm ich mir mein größtes montiertes Kit. Es war eine stattliche 2 Gr.-Pose mit einer Punktbebleiung, aber gerade so tief eingestellt, dass ich sie gaaanz leicht verzögert führen konnte und der Wurm dabei am 14er Haken (!!!!) über den Grund spielte. Während ich so langsam mit der Posendrift die Rute mit führte blieb die Pose unerwartet einfach stehen. Anhieb und schon schoss mein Gummi aus der Spitze! BINGO! Alles heute richtig gemacht! Ein Klopper hatte sich das Würmchen rein geschlürft. 5 Minuten später nach einem nervenaufreibenden Drill lag das Aue-Ungeheuer vor mir. WOW, so etwas ist hier normalerweise immer mehr als die halbe Miete...

Heute kam alles anders!

Nicht aber heute, denn auch mein linker Nachbar fing eine Brasse. Der alte Hase aus Meppen, der bei Wolf-Rüdiger-Kremkus in der Schule war, hat mitbekommen, was ich dort bastelte und entsprechend reagiert. Auch er hatte Erfolg!

Also hieß es nachlegen! Da es anglerisch so knapp zuging, wurde ein kleiner, aber feiner interner Nervenkrieg entwickelt. Ein spitzer Kommentar folgte dem anderen. Und Brassen wurden ebenfalls regelmäßig gefangen. Allesamt keine Kleinen!

Plötzlich knallte mein Gummi nach meinem x-ten Brassenanhieb aus der Spitze und schoss schnurstracks flussaufwärts. Ein dicker Karpfen hatte sich mein Köder gepackt und zog mit ihm von dannen. Der war nicht aufzuhalten und das Vorfach gab dem starken Zug dann auch nach. Da hatte sich mir ein Zweisteller vorgestellt, der wahrscheinlich nicht mal gemerkt hatte, dass er da an einer Angel hing. Ärgerlich, aber nicht zu ändern...

Außerdem verlor ich noch einen kleineren Karpfen. Aber an solchen Tagen kann das auch passieren.

Am Ende hatte mein Nachbar ein Brassen mehr als ich und freute sich natürlich diebisch.

Er war im mittleren Drittel des Fischens gewiefter als ich. Er hatte spitz bekommen, dass die Brassen nur noch auf stur gehaltene Köder reagierten. Außerdem hatten bei mir die Brassen wohl auch den Futterplatz gesäubert und meine Nachfütterung kam wegen der Drills etwas zu langsam, weshalb die Brassen sich von mir entfernten, dann aber wieder kamen.

Da lag am heutigen Tag wohl mein einziger Fehler.

Was bleibt...

Am Ende steht einer dieser Angeltage, von denen man in 10 Jahren noch erzählen wird. Welchen Platz ich belegt habe? Uninteressant!

Es war ein absoluter Bilderbuch-Angeltag für einen Stipper! Ich gratuliere dem erfolgreichsten Team des Tages, dem Sensas Team NRW und natürlich auch meinem Nebenmann Werner Dittmann, der heute eben den einen Tick besser war. Er konnte damals von Wolf direkt lernen, ich hatte da nur dessen Blinker-Artikel... ;-)

Ganz besonders haben mich die Fänge von Stefan Birkle gefreut. Er fing am heutigen Tage deutlich die meisten Fische und konnte sich so auch mal endlich in die höheren Aue-Plätze eintragen. Stefan gehört sicher zu den Aue-Spezialisten, was er heute mit über 20.000 Punkten unter Beweis stellte. Klasse!

Am Ende steht einer dieser Angeltage, von denen man in 10 Jahren noch erzählen wird. Welchen Platz ich belegt habe? Uninteressant!

Es war ein absoluter Bilderbuch-Angeltag für einen Stipper! Ich gratuliere dem erfolgreichsten Team des Tages, dem Sensas Team NRW und natürlich auch meinem Nebenmann Werner Dittmann, der heute eben den einen Tick besser war. Er konnte damals von Wolf direkt lernen, ich hatte da nur dessen Blinker-Artikel... ;-)

Ganz besonders haben mich die Fänge von Stefan Birkle gefreut. Er fing am heutigen Tage deutlich die meisten Fische und konnte sich so auch mal endlich in die höheren Aue-Plätze eintragen. Stefan gehört sicher zu den Aue-Spezialisten, was er heute mit über 20.000 Punkten unter Beweis stellte. Klasse!

UND am Ende...

Ein dickes Dankeschön an die Truppe aus Sulingen, die aus meiner Sicht eines der schönsten und besten organisierte Angeltreffen in Deutschland organisieren. Trotz ihrer Erfolge sind sie mit ihrem Fischen immer solide auf dem Boden geblieben. Zum Mittag gibt es kein Kaviar, sondern solides Gulasch mit Kartoffeln (übrigens im Startgeld enthalten). Ihnen ist es zu verdanken, dass wir solche Angelsternstunden am Wasser gemeinsam erleben dürfen, die uns in den Pausen des Berufsalltag von den nächsten Streifzügen am Wasser träumen lassen.
Trotz dieser Erfolge feilen Sie immer weiter an ihrem Konzept. Dieses Jahr gab es eine neue Auswertungssoftware, mit der die Fänge aller Teilnehmer innerhalb von 30 Minuten ausgewertet waren. Damit alles klappte, haben Sönke Rodenborg und Bodo Gehrke so manche Nacht zusammen am Computer verbracht. Denn so etwas muss ja auch getestet sein. Die größte "Strafe" war für sie sicher, dass sie nicht mitfischen konnten. Ihr Lohn war aber ein perfekter Ablauf! Also wurde auch hier in Sulingen sauber gearbeitet!

Über 300 Teilnehmer sehen all diese Vorteile ähnlich wie ich und ich bin mir sicher, es werden in Zukunft sicher noch viel viel mehr daran Interesse haben.

Und wer weiß: Evtl. fische ich nächstes Jahr mal in einer eurer Truppen, wenn ein Mann bei euch ausfällt. Dann wieder als „Joker“ oder eben einfach als "Niete"...

Euer
schummi

Die Fänge auf einen Blick:
Auswertung Sektor A
Auswertung Sektor B
Auswertung Sektor C
Auswertung Sektor D
Auswertung Sektor E
Auswertung Mannschaften

Wer ist eigentlich Lloyd?

Der Aue Pokal wird in den letzten Jahren tatkräftig von Sensas und von Lloyd unterstützt. Die grüne Marke mit dem gelben Namenszug kennt eigentlich jeder Angler. Aber wer ist Lloyd?

Viele in Deutschland kennen Sulingen gerade nur über diese Firma. Lloyd stellt hochwertige Schuhe her. Wer sie einmal sein Eigen nennen konnte, wird sich immer wieder ein Paar davon besorgen. Lloyd ist mit dem Aue Pokal nicht nur wegen der regionalen Nähe eng verbunden. Ihnen ist es zu verdanken, dass es neben den schönen Sach-Ehrengaben auch die hübschen Pokale und die eine oder andere Extra-Überraschung gibt.

Wer mehr über Lloyd erfahren möchte, klickt sich am besten mal rein:

http://www.lloyd.de/de

Mein Preis wird gestiftet!

Ihr habt oben sicher schon heraus gelesen, dass ich nicht so schlecht war. Wenn fangplatz.de auch nicht eine eigene Jugend-Ecke hat, was ich bedauere (einfach Zeitmangel!), möchte ich meinen Preis den Jugendlichen zur Verfügung stellen.

Wie?
Wer bis hier gelesen hat, hat eigentlich einen Erlebnisbericht (neudeutsch „Blog“) gelesen. Schreibt mir euer schönstes Stipp-Erlebnis bis zum 31.08.2008 auf und sendet es an team@fangplatz.de.

Der Teilnehmer mit dem schönsten Erlebnis (wenn ihr habt, mit Bild), gewinnt den Sensas-Luxusabroller. Zudem verlose ich unter den Teilnehmern 2 fangplatz-DVDs und 2 DVDs von Michael Schlögl.

Also ran an die Tastatur! Ich bin gespannt!

(Teilnehmen können alle fangplatz-Mitglieder die jünger als 18 Jahre sind.)