Tubertini Golden Cup 2005 in Cheb

Once again! Der Tubertini Golden Cup in Cheb, gleich hinter der deutsch-tschechischen Grenze in direkter Nachbarschaft des bayrischen Städtchens Hof stand wieder auf dem Plan. Die Firma Fishing Tackle Max hatte geladen und aus aller Herren Länder kamen die Topp-Angler angereist. Man konnte tschechische, italienischen, österreichischen und natürlich auch reichlich deutschen Kaderanglern genau auf die Finger schauen.
fangplatz.de hat das natürlich wieder getan und berichtet euch in Wort und Bild von einer der besten und am höchsten dotierten deutschen Angelveranstaltungen.
Übrigens: Einen DVD-Film wird es auch wieder geben. Einen Trailer als Appetitanreger gibt's schon mal in diesem Bericht. ;-)

Natürlich wieder mit Montagen - dieses Mal für die Matchrute.
Mit Ergebnislisten!

Die Anreise.
Bielefeld - Cheb. Das hieß für mich 5 Stunden Autobahn Richtung Süden. Eigentlich war es mir Recht, denn bei uns regnete es seit Tagen (oder waren es Wochen?) und im Süden sollte laut Wettervorhersage die Sonne scheinen. Also machte sich bei mir Vorfreude breit.
Morgens um 5 Uhr setzte ich mich in meine Kiste und ab ging es auf die Bahn. Pünktlich um 10:30 Uhr kam ich dann am Hotel in Cheb an. Der erste Eindruck war ein schön renovierter Marktplatz mit vielen bunten Häusern, die alle mindestens schon 100-200 Jahre auf dem Buckel hatten. Kleine gemütliche Cafés luden zum Einkehren und Faulenzen ein. Die Preise sind in Tschechien ja bekanntlich sehr moderat, so dass man hier schnell versacken kann. Aber deshalb war ich ja nicht hier! Ich wollte mit meinem Kolegen Thiemo einen richtig action-geladenen Angelfilm drehen. Also wurden schnell die Klamotten ins Hotelzimmer geworfen und schon 30 Minuten später standen wir am Stausee.
Jetzt hieß es, meine "Angelexperten" zu finden. Dazu gibt es ja bekanntlich Handys. Der erste meldete sich auch gleich. Lockstoffexperte Claus Müller outete sich, dass er "hier hinter dem Baum im Sektor A säße." Klasse, Sektor A hatte einige Bäume. Aber Claus war ja mit seinem leuchtend roten CM-Lockstoffe-T-Shirt bekleidet. Den hatte ich also schnell gefunden.
Mein zweiter Experte war in Sektor C. Michael Schlögl hatte das Handy aus und unterhielt wieder mit seinen Angelkunststücken ganze Heerscharen. Ich sah sofort, wo er saß. Nämlich genau dort, wo die Menschentrauben waren. Na gut, er war also gut beschäftigt...

Die Vorbereitung:
Wie es sich für einen echten schummi gehört, hatte ich natürlich keine Angelsachen mit. Ich borgte mir hier und da mal das Gerät und testete sporadisch die Situation an. So sah ich viele Montagen, fing den einen oder anderen Fisch und brauchte am Ende nichts sauber machen oder einzupacken. Das ist angeln, wie es mir gefällt. ;-)
Zunächst wurde Platz A1 getestet. Hier saßen einige Jungs von Fishing Tackle Max. Sie kämpften mit der Matchrute und fingen vereinzelt Brassen. Ich versuchte mich mit langer Schnur an einer 8 Meter Rute. Nicht weil ich davon überzeugt war, sondern weil die Rute gerade nicht benutzt wurde. Und siehe da! Der Fisch biss. Die Fische kamen also nach vorne, wenn dort das Futter eingeworfen wurde (natürlich verbrauchte ich das FTMax-Futter!).

Also verhielten sich die Fische genauso wie die letzten Jahre.
Als nächstes ging ich zu "Müller Claus". Er fischte mit der Matchrute auf 30 Meter am anderen Ende von Sektor A und fing Brassen auf Brassen. Sofort roch ich bei Claus einen neuen Duft. "Nimm deine Nase aus meinem Futter, ich teste etwas!" schob er mich gleich zur Seite. Zu spät! Schummi hatte es schon errochen. Es war ein neues Honig-Aroma und es war richtig stark! Die Fische flogen drauf. Übrigens, die Wespen auch. Claus hatte am Ende zwei Stiche. Er sollte das Zeug mal den Imkern anbieten...
Macht euch für diese Saison aber keine Hoffnung. Die letzten Tropfen habe ich mir eingesteckt. Aber nächste Saison wird es Claus sicher auf den Markt bringen. Spätestens auf der Stippermesse in Bremen könnt ihr es riechen.
Natürlich schnappte ich mir auch seine Rute. Allerdings hatte ich dabei nicht sofort den Erfolg. Die Fische bissen sehr vorsichtig. Der Köder musste sich immer ganz leicht am Grund bewegen und die Bisse waren nur durch ganz vages Anheben der Pose zu erkennen. Claus tüftelte ganz schön lange, bis die Bebleiung stimmte. Der Wirbel durfte gerade eben den ca. 3 Meter tiefen Grund berühren (Montage s. Abbildung rechts, mehr zu Match-Montagen lest ihr in diesem fangplatz-Artikel). Ansonsten sah man nur ausgelutschte Maden oder Würmer ohne auch nur einen Biss an der Pose zu erkennen.
Am Ende des Tages wurde noch ein schneller Rundgang mit einigen Interviews gemacht. Die Situation war klar. Sektor A und B sind schwierig aber nicht hoffnungslos. Der Fisch wird erst auf die Match gefangen. Eventuell kommt er später auch auf 8-9 Meter ran, dann kann man mit der langen Schnur zuschlagen. Hierzu war übrigens viel Futter nötig. Was hier versenkt wurde, geht auf keine Kuhhaut. Doch dazu später mehr...
In Sektor C war richtig Fisch zu erwarten, genauso in Sektor D und E. Mir persönlich gefiel Sektor D am besten. Mit langer Schnur und viel Technik musste hier richtig geackert werden. Aber die Mühe brachte Fische.

Der erste Tag.
Wow, das war eine Auslosung! In Sektor A traf sich alles was Rang und Namen hatte. Neben Michael Schlögl saß gleich der italinische Weltmeister Simone. Doch damit nicht genug, denn Harald Windel, Partner von Michael und Vorjahressieger, hatte ebenfalls ein A-Los gezogen. Damit machten sich die beiden schon mal die Platzziffern selbst kaputt. Außerdem saßen noch einige österreichische Kaderangler mit in diesem Sektor. Klarer Fall! Hier wurde unsere Kamera positioniert. Simone und Schlögl im Futterduell und später im Fangduell. Das sollten die ersten Aufnahmen werden. Vor dem Angeln wurden zunächst einige Interviews mit Einschätzungen eingeholt. Ihr merkt schon, fangplatz.de möchte euch jetzt auch die besten Friedfischangler Deutschlands noch etwas näher bringen.
Dann war es schon soweit! Der Startschuss ertönte und ihr könnt euch nicht vorstellen, was dann an Futterballen ins Wasser flogen. Alle fütterten zwei Plätze an. Einen auf ca. 30 Metern und einen auf 10 Meter. Eigentlich hätten die Teilnehmer nach dem Füttern neu loten müssen. Der Italiener Simone hat locker 30 Futterballen verschossen. Fast alle Futtermischungen waren grob und gelb. Immer wieder sah man Erdbeeraromen und Brasem von allen möglichen Herstellern.

Michael Schlögl setzte beim Füttern auf Konstanz. Nach einer soliden Grundfütterung setzte bei ihm das Uhrwerk ein. Auswerfen, Futter mit der Schleuder, Futter mit der Hand vorne, anschlagen, drillen, abhaken, auswerfen, Futter mit der Schleuder...
Unglaublich, was der Mensch für eine Genauigkeit an den Tag bringt. Es schien so, als ob er die Fische direkt zu seinem Haken lotste. Simone konnte diesem Tempo nicht Schritt halten. Er fischte eine etwas andere Bebleiung als Michael. Bei ihm sorgte lediglich ein Blei No3 und ein Blei No6 mit einem Wirbel dafür (s. auch Claus Montage oben), dass der Köder zum Grund sinkt. Zu leicht für die 3m Wassertiefe! Michael hatte mindestens 3 Gramm und 2 No10 sowie ein No8 am Wirbel befestigt (s. Montage links), so dass sein Köder sicher ruhiger lag als der erste Wind aufkam. Außerdem konnte Michael die herrschende Unterströmung so gut überwinden. Aber das hatte Glauco Tubertini, der seinen Schützling coachte ebenfalls schnell erkannt, so dass Simone seine Montage auch schnell korrigierte und danach auch besser an den Fisch kam. Aber den Vorsprung von Micha konnte er nicht mehr einholen. Am Ende belegten Simone Platz 6 und Micha Platz 3.
In Sektor B war großes Rätselraten. Auf einer Spitze saß Frank Abert. Er haderte etwas mit seinen Bissen. Was der Mann in 5 Minuten verschlug ging auf keine Kuhhaut. Neben ihm schaute man etwas neidisch auf sein treiben, denn dort biss fast gar nichts. An diesem Tag gab es hier sogar Nullfänger! Eigentlich fast unglaublich für diesen See, denn normalerweise kommt man mit 20 kg oft nicht mal unter die besten 10.
In Sektor C ackerte der Organisator Jörg Iversen wie ein Bär. Seine Kondition hat er sich sicher bei der Vorbereitung des Angelns geholt, denn er musste wegen Hochwassers einige Plätze frei schneiden und einige Tonnen Kies verteilen. Jetzt zog er aber eine Brasse nach der anderen aus dem Wasser. Am Ende waren es 31 kg und ein klarer Sektorsieg. Klasse Jörg!
In Sektor D gingen die Fische verdammt zögerlich an den Haken. Claus Müller brauchte einige Zeit, um sie zu verstehen. Als er es dann raffte, war das Angeln schon zu Ende und er auf Platz 10. Besser machte es Dirk Glinka, der verdammt gut mit der langen Schnur auf 8 Meter fischte und das nicht nur am ersten Tag. Der Lohn war Platz 2 hinter Wolfgang Lorenz, der auf dem Endplatz D1 nichts anbrennen ließ.
In Sektor E war wieder eine getrennte Welt. Die ersten 10 Plätze fingen und die letzten 10 kämpften um jede Schuppe. Typisch für diesen Bereich. Am 2. Tag ist es dann meist umgekehrt. Ivo Vince von Colmic konnte den Sektor mit der Matchrute gewinnen.

Der zweite Tag.
Mogens um 6 Uhr wurden die Lose gezogen. verschlafen war jeder erschienen und versuchte sein Glück. Dieses Mal wurde das Teilnehmerfeld gut durchmischt. Einer grinste wie ein Honigkuchenpferd. Jörg Iversen hatte einen Sahneplatz in Sektor E ergattert, gleich nebenan saß Peer Saddler, der auch gut im Rennen lag. Michael Schlögl saß eher in einer "Schweinebucht" in Sektor E auf einem der schlechten Plätze. Claus Müller hingegen hatte einen super Platz in Sektor B. Er wollte es mir erst nicht glauben, aber ich fand, das der Platz wie geschaffen für ihn war. Auf 30 Meter konnte er hier mit der Matchrute fischen. Ich kenne keinen, der das so beherrscht wie er! Da es hier nur 1,50 m tief war, konnte er getrost mit wenig Blei auf der Schnur angeln (s. Montage oben rechts). Mit dem Startschuss flogen wieder die Futterballen. Und es schien, als ob die Fische schon darauf gewartet hätten. Es dauerte nur 20-30 Minuten und überall waren die Ruten krumm. Sektor B teilte sich auf in einen Matchruten-Teil (Landspitze) und einen Kopfrutenteil (Bucht). Die Kopfrutenangler waren klar in Vorteil. Sie fingen zwar kleinere Fische, dafür aber in großen Stückzahlen. Zwei Plätze neben Claus saß Simone, der sich mit ihm ein richtigen Zweikampf lieferte. Am Ende hatte Simone ca. 650 Gramm Vorsprung und Claus die Gewissheit, dass er jetzt die tschechischen Fische besser versteht. Sein Ergebnis war heute schon Platz 3.

Richtig heiß ging es in Sektor E zu. Wie erwartet, drehte sich heute das Blatt. Die schlechten Plätze von gestern waren jetzt voll von Fischen. 10 Plätze nebeneinander fingen die Angler auf Teufel komm raus und Jörg Iversen mitten drin. 4 Karpfen konnte er landen und 2 Ruten brachen ihm unter der Last der Fänge entzwei. Richtig sportlich war da die Geste von Peer Saddler, der ihm ohne zu zögern eine seiner Ruten abgab als bei Jörg das Material ausging. Leute, das ist Sportlichkeit und verdient eine Extraerwähnung!
Am Ende war Peer dann aber nicht mehr so großzügig mit den Fischen. Während alle mit Futter und etwas Castern fütterten, verzichtete er gleich auf das Futter. Händeweise flogen die Caster im Minutentakt und die dicken Brassen wurden ebenso schnell gelandet. Am Ende hatte er über 40 kg Fische im Kescher, die dann viele ungläubigen Augen bestaunten. Ganz klar, Peer war der Mann des zweiten Tages und hatte heute die meisten Fische der Veranstaltung überlistet.
In Sektor D zeigte Harald Windel sicher das technisch feinste Angeln. Er saß auf D2 in einer kleinen windgeschützten Bucht und überlistete einen Fisch nach dem anderen mit einer ganz feinen Köderführung. Ganz langsam ließ er den Köder über den Grund schlürfen. Dieser Präsentation konnte einfach kein Fisch widerstehen. Am Ende landete er auf Platz 3 im Sektor.
Dirk Glika zog übrigens wieder einen D-Platz. Er saß auf dem Platz von Claus Müller und konnte hier heute über 28 kg Fisch fangen (Montage s. rechts). Welche Arbeit das war, zeigt euch übrigens unser Film. Ebenso die feine Köderführung von Harald Windel sowie die Karpfen und Brassenfänge von Jörg Iversen, Heinrich Dettweilen, Peer Saddler oder Michael Schlögl.
Die Siegerehrung spiegelte die gute Laune der Teilnehmer wieder. Der eine oder andere Gewinner zeigte den Zuschauern eine kleine Tanzeinlage als er aufgerufen wurde und natürlich wurde viel dabei gelacht. Da konnten man schnell vergessen, dass man noch vor 3 Stunden eine richtige Packung bekommen hatte.
Am Ende war es eine richtig runde Veranstaltung mit topp Organisation von fangplatz-Partner Fishing Tackle Max. Wer einmal richtig viele Fische fangen und dabei mit den besten der Besten angeln möchte, der sollte sich schnellstens zum Tubertini Golden Cup 2006 anmelden. Nebenbei gibt es wahnsinnig gute Geld- und Sachpreise zu gewinnen! Die Plätze sind international heiß begeht und das halbe Teilnehmerfeld hat schon wieder gebucht.
Übrigens: Ich bin 2006 wieder dabei! Dieses mal aber mit eigenem Angelgerät auf einem der Startplätze. Mich hat's gepackt und euch hoffentlich auch. Wie sehen uns am Wasser!

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