Deutschland Polizeieuropameister 2007!

Einer fischte sich aber ganz weit nach vorne. Michael Schlögl! „Polizei-Europameisterschaft und Michael Schlögl. Wie geht das zusammen?“ wird sich jetzt sicher wieder der Eine oder Andere fragen. Eigentlich ganz einfach! Der Polizeiverband hat die besten Angler der deutschen Firmen mit eingeladen. Dass Michael Schlögl dann mit dabei ist, steht bei den Angelfachleuten in Deutschland sicher außer Frage!
Aber auch sein Abschneiden zeigt, dass er in Deutschland zur Spitzenklasse gehört, denn keiner war an diesem Wochenende besser als er...

Harry Seifert und seine Jungs um den Polizei-Verband haben wieder eine topp Sache für das deutsche Stippen auf die Beine gestellt! Dort, wo die anderen Verbände sich freundlich zurück halten oder es einfach für unmöglich definieren, klotzt die deutsche Exekutive! Weshalb können die das eigentlich und unsere Verbände nicht?!!! Diese Frage sei aber nur mal am Rande gestellt...

Wie schon in der Einleitung erwähnt, lud der deutsche Polizei-Verband auch einige der besten deutschen Angler mit ein. So kam es, dass es ein Repräsentaten-Team, bestehend aus R. Eder, H. Beil, G. Michelhans, T. Engert und Michael Schlögl gab.
Michael Schlögl reiste wieder mal auf den letzten Drücker an, weil er mit seiner Angelschule vorher aktiv war. Allerdings weiß jeder Stipper, dass Informationen im Vorfeld das "A" und "O" sind. Diese beschafften Michael J. Nirschl eine Woche vor dem Angeln. Aber man muss aus seinen Informationen auch etwas machen können. Hierzu blieben Michael dann noch 2 Tage zum Trainieren, die er mit Felix Scheuermann und Torsten Ohl nutzte.

Michael erzählte mir, dass er selten so viel Material zu einem offenen Angeln mit nehmen musste. Nicht weil die Angelbedingungen so unterschiedlich waren, sondern, weil die Angelanforderungen so variabel vorlagen. Es musste nämlich in den zwei Durchgängen mit allem geangelt werden. Tag 1 stand für Michael unter dem Motto „Stippen“. Innerhalb von 5 Stunden galt es den Fischen mit der Kopfstange an die Schuppen zu kommen. Am zweiten Tag hieß die Devise „Alles mit der Rolle“. Damit waren Match-, Bolo- und Feederrute gemeint. Hinzu kamen noch die unterschiedlichen Strömungen oberhalb und unterhalb der Staustufe. Je nach Platz musste von fast stehendem Wasser bis zu sehr schnell fliessenden Fluten (ca. 20gr Stipposen wurden benötigt) gerechnet werden.
Wer sich also an diesem Wochenende durchsetzen würde, der kann wirklich mit jedem Gerät der feinen Friedfischangelei umgehen.

Also war mit Michael meiner Meinung nach genau der richtige Mann an der richtigen Stelle und die anderen durften damit rechnen, dass sie ein wirklich hartes Stückchen Angler mit Michael in ihren Reihen hatten. ;-)

Tag 1:

Dieser Tag stand für Micha unter dem Motto "Stippen".
Er zog einen Platz unterhalb des Wehres. Das bedeutete für ihn eine ordentliche Strömung und Michael konnte zeigen, wie man hier mit der Stipprute und mit Pose an die Fische kommt.
Er mischte sich 17 l Naßfutter an, das dieser Strömung stand halten würde. Zu den 17 l Naßfutter waren noch 4 l Lebendfutter erlaubt.

Die Vorfütterung begann 10 Minuten vor dem Angeln. Michael legte in der Zeit einen soliden Futterteppich mit 5 apfelsienengroßen Futterballen. Hierzu mischte er in sein Futter auch einige Caster und geschnittene Würmer.
Das schien zu Beginn des Angelns sehr sehr erfolgreich zu sein. Denn Michael fing in regelmäßiger Folge Rotaugen von ca. 100gr. So richtig stellte sich zwar kein Rhythmus ein. Aber Michael fing...
Hauptproblem an diesem Wochenende waren mächtige Regenfälle, die die Flüsse stetig ansteigen ließen. Im hessischen Raum traten sie sogar gefährlich über die Ufer. So dass dieses Fischen auch recht ordentlich von einer Frischwasserflutwelle heim gesucht wurde. Diese Bedingungen sorgten bei den Fischen immer wieder dafür, dass sie den Appetit verloren. So geschah es auch während diesen Angelns. Plötzlich riss die Beißlaune der Flossenträger ganz ab. Michael wusste zu diesem Zeitpunkt, er hat viele Rotaugen im Kescher. Aber seine Hintermänner konnten ihn genau berichten, dass auf seiner Strecke eine dicke Barbe im Kescher lag. Hier sieht man wieder: Detallierte und qaulifizierte Information vom Geschehen an der Strecke sind ebenfalls das "A" und "O"! Da geht es oft nicht darum, WIE wer fängt (das weiß man eh!), sondern WAS gefangen wurde.
Für Michael war klar: Die Barbe machte ihm das Leben schwer und er fing an, sich zu überlegen, wie er diese Bahnschranke in Barbenform zu seinem Sektorerfolg beiseite schaffen könnte. Zum Zeitpunkt hatte Michael ca. 1.500gr im Setzkescher Die Bedingungen wurden mit der Angelzeit schlechter und schlechter. Die Angler hatten zum Teil Gras am Haken und am Vorfach und begannen langsam zu kapitulieren, da ihre Techniken aus den ersten 2 Stunden nicht mehr klappten. Plan B war bei ihnen scheinbar nicht in der Tasche...

Anders aber bei Michael. Er bastelte um, legte sich mit seinen noch zur Verfügung stehenden Maden eine neue Strategie zurecht und begann seinen Madenkuchen im Regen anzusetzen. Dieses gelang ihm vorzüglich! Aus Kies, Maden und dem Mosella-Madenkleber schaffte er manderienengroße Ballen, die er mit der Polecup mit lautem Platschen auf 13 m in die Strömung versenkten. Nur so sah er die Möglichkeit, noch der Barben-Bahnschranke entgegen zu wirken.
Sein Gerät wurde jetzt mit einem Erlkönig für 2008 bestückt. Eine neue exzellente runde Strompose mit der Bezeichnung MS2 von Mosella , die 2008 auf den Markt kommen wird, kam zum Einsatz. Er fischte mit 8 Gramm und legte 2 No 8 Bleie auf den Grund. Die Montage führte er nun leicht verzögert in der Drift. Präzise zog er seine Strategie kontinuierlich durch, während die anderen langsam aber sicher verzweifelten. Nicht Michael, denn er hatte wieder mal das richtige Näschen zur richtigen Zeit. Es stellten sich wieder die Fische auf seinen Platz und so konnte er in der Strömung einige Alande und Döbel landen, womit er seine Barben-Bahnschranke zum Sektorensieg zur Seite schaffte. Mit 4.780gr. gewann er vor dem "Barbenmann" mit 3.480gr bei 26 Leuten im Sektor noch recht eindrucksvoll.
Trotzdem: Michael war nicht zufrieden. „Ich habe dennoch in der Madenkuchenphase zu viel verloren! Daran muss der Haken Schuld sein. Ein verschränkter Haken wäre bei den sich im Drill stark im Kopfbereich drehenden Alanden einfach besser gewesen. Hier muss ich noch mal genauer in mich gehen!“ Ihr seht, ein Meister hört nie auf zu verbessern!

Tag 2:

Neuer Tag und neues Glück. Michaels Fänge in der ansteigenden Strömung haben bei einigen Teilnehmern für Gesprächsstoff gesorgt. Wie hat er das nur wieder hin bekommen? Fragte sich so manch einer. Wer fangplatz.de liest, weiß es jetzt... ;-)

Der zweite Tag stand für Michael unter dem Motto "Rollenrute"! Michael zog erneut einen Platz im schnellen Strom. Auf A4 ging am Vortag Michael Junk die Plz 6 weg, und Michael versprach sich insgeheim eine gute Platzierung. Für ihn war bald klar, dass er hier nur mit der Feeder-Rute etwas werden könnte. Die Angeltechnik hat Michael ja in den letzten Jahren verstärkt trainiert, so dass er sich auch hier schnell mit der Angelstelle anfreundete.

Auf 15-18 m war die Spur frei. Weiter wollte er gar nicht raus. Die Strömung war doch sehr sehr kräftig. Er fischte mit einem 70 Gr. Edelstahlkorb 5x11 (5 Maschen lang und 11 Maschen Umfang) vom Modell Deutschland. Seine Futterstrategie beschränkte sich nur auf das Füttern mit dem Korb. Wie das alles funktioniert, erfahrt ihr mal in einem Michael und Michael Spezialartikel. ;-)

Hiermit hoffte er, die Alande, die vorher an der Strecke gut gefangen wurden, für sich zu gewinnen. Dieser Fisch ist außerdem noch aktiv, wenn den anderen Fischarten die Strömung zu kräftig zum fressen wird.
Aber es kam heute ganz anders! Nachdem sich Michael durch die Rotaugen gefischt hatte, stellten sich die Brassen auf seine Futterspur und er landete eine nach der anderen. Die Alande der letzten Tage waren wie verschluckt!
Nach 2,5 Stunden richtigen „Brassenspass“ an der Feederrute war schnell klar. „Michael war an diesem Wochenende das Maß aller Dinge!“. Natürlich hat er nicht die schlechtesten Plätze gezogen, aber wie er die Wetterkapriolen trotzdem umschiffte um an die Fische zu kommen, war schon eine Klasse für sich. Andere scheitern da eher schon mal an Temperaturstürzen oder Ähnlichem.

Es konnte Michael auch nicht mehr irritieren, dass nach 2,5 Stunden praktisch nichts mehr ging, weil wieder mal eine Flutwelle die Angelstrecke erreichte und Grashalme die Schnur und Haken bevölkerten anstelle von Fischen. Da half es auch nicht, den Köder etwas näher zu präsentieren. Mit ca. 35kg gegenüber den Zweitplazierten Axel Heuser mit 11kg setze er Maßstäbe.
Michaels Erfolgsmontage vom 2. Tag war eine Schlaufenmontage (s. Abbildung rechts).
Michael fischte mit einer 0,30 mm Schlagschnur (Maxima Chameleon), u.a. weil eine Muschelbank vor seinem Angelplatz lag. Die Hauptschnur war eine Maxima Impact Feeder Mono von Mosella der Stärke 0,20mm, sowie eine 80cm langes 0,18er Vorfach mit einem Mosella-Haken vom Typ TX R1 in den Größen 10 und 12.
An diesem Tag war die Präsentation von 3 weißen Maden der Hit. Aber auch mit Caster/Made mix konnte man erfolgreich sein.
Michael gewann mit Idealplatzziffer 2 an beiden Tagen. Die Wertungsliste ist unter www.psvd.de zu ersehen.

Fazit:

Da hat der deutsche Polizeisportverband eine super Veranstaltung ausgerichtet! Man konnte direkt hinter seinem Angelplatz parken und es gab eine Lebendhälterung für Besatzmassnahmen. Die Strecke war klasse, das Reglement sorgte dafür, dass man mehr als nur eine Angeltechnik beherrschen muss, bei 5 Std. Angelzeit. Das Essen und die Feierlichkeiten in der Gemeinschaft am Abend waren ebenfalls vorzüglich vorbereitet. Hier konnte sich wirklich jeder Veranstalter etwas ab schauen, um sein Angel-Event noch attraktiver zu machen.
Übrigens: Das Team der Repräsentanten fischte natürlich außerhalb jeglicher Konkurrenz. Aber es ist erfreulich, dass die „Deutschen Bullen“ zu den erfolgreichsten Anglern gehörten und somit das in ihrem Verband geschafft haben, wovon die deutschen „Champions“ heute noch träumen...
Herzlichen Glückwunsch hierfür von fangplatz.de an:
Tischler, Fröschl, Junk, Schuster und Harry Seifert sowie speziell den Einzeleuropameister 2007 Volker Schulze.