Michael Schlögl – Tiefe Gewässer mit Zoomer und Zopf befischen

Der gute alte Zoomer kam bei den deutschen Stippern vor einigen Jahren wieder in Mode. Gerade die saarländische Stippfraktion um Claus Müller machte sich über diese englische Angeltechnik enorm viele Gedanken. Daraus entstanden mehrere Fachartikel und unser fangplatz.de Video »Matchangeln mit Claus Müller«.

Anlässlich des Anglertreffs 2008 an der Saar stieg auch Michael Schlögl wieder verstärkt in die Technik des Zoomer-Angelns ein. Er stellte mir eine Zopf-Montage vor, die in Italien gerne verwendet wird und mit der er beim Anglertreff fischte. Mit Erfolg! Konnte das Mosella-Team bei diesem Angeln das Ticket zur Club-WM 2009 lösen.

Seit einigen Jahren schreiben wir auf fangplatz.de über die unterschiedlichen Angeltechniken auf Friedfische. Eigentlich fragt man sich jedes Jahr auf's Neue: »Was soll jetzt eigentlich noch Neues kommen?« Spätestens nach einem Besuch bei Michael Schlögl ist diese Frage für uns immer beantwortet. Er ist der »Daniel Düsentrieb« der deutschen Stipperszene. Er erfindet laufend neue Innovationen, die spätestens ein Jahr später in vielen Angelkiepen ihren Platz gefunden haben und ein paar Monate später von anderen Anbietern in etwas modifizierter Form ebenfalls angeboten werden. Letzteres erfreut natürlich nicht immer den Entwickler, aber es ist nun mal die höchste Anerkennung, die uns der Angelsport bringen kann.

Jetzt hat sich Michael wieder eine Innovation aus Italien abgeschaut. Hier arbeiten schon seit einigen Jahren die Nationalangler mit in sich verflochtenen Monofilschnüren, die unterhalb der Waggler in die Hauptschnur gebunden werden. Sie machen in diesem Bereich die Schnur extrem steif, was Verwicklungen perfekt vorbeugt. Wird jetzt die richtige Bebleiung gewählt, dann sind selbst extrem weite verwicklungsfreie Würfe möglich, wobei der Köder weit draußen und in großen Tiefen (3,5 bis 15 Meter)  genauso sauber platziert werden kann wie es früher nur auf 25 – 30m Entfernung möglich war.

Um das zu demonstrieren treffen wir Michael an einem kleinen Nebensee des Rheins. Das Gewässer zeichnet sich durch mehrere Kanten am Grund aus und ist somit die ideale Testumgebung für unser Vorhaben.

Wir möchten an einer tiefen Stelle auf gut 30 Meter Distanz fischen. Hierzu hat Michael eine solide Futtermischung zusammengestellt, die zudem Caster und auch Maden aufnehmen kann.

Folgendes Futter empfiehlt Michael für solche Einsatzbereiche:
2 Teile Match Mix Turbo Brassen
1 Teil Match Mix Turbo Rotaugen
Caster nach Bedarf

Pinkies nach Bedarf

Nachdem die Futtermischung in mehreren Gängen angefeuchtet war, so dass sie problemlos mit den Castern und Maden zu festen Ballen geformt werden konnte, wurde sie mit der Futterschleuder auf die vorgesehene Angelstelle katapultiert. Hierbei setzte Michael auf seine auf unterschiedliche Schussweiten Richtig gezielt Fütterneinstellbare Schleuder.

Nachdem ca. 10 – 12 Bälle an den vorgesehenen Angelplatz versenkt waren wurde der Zoomer mit einem gezielten Wurf an die Stelle katapultiert. Dabei flog die Montage, wie es mir Michael im Vorgespräch schon angekündigt hatte: »Ganz ohne auch nur einen Versuch einer Verwicklung zu machen.« 
Am Futtterplatz wird die Montage dann kurz vor dem Auftreffen auf der Wasseroberfläche mit einem gekonnten Anhalten der von der Spule ablaufenden Schnur noch in der Luft gestreckt. Nun sinkt sie flott mit den 8 Gramm-Gewichten Richtung Grund, wobei sich die letzten 1,60 m ganz sachte zum Grund bewegen, wo die Brassen und Rotaugen, angelockt vom Futter, nach Nahrung suchen.

Michael verwendete heute eine Hohlantenne auf seinem Schwimmer. Theoretisch kann er aber auch zwischen unterschiedlichen Antennen wechseln, die einfach auf den Schwimmer gesteckt werden. »Ich denke, dass heute eine Hohlantenne die beste Wahl ist, da wir vermehrt Hebebisse erwarten« erklärte mir Michael. Bei einem Hebebiss ist die Montage so ausgelotet, dass das letzte Blei gerade so über dem Grund schwebt. Hebt der Fisch den Köder nun vom Grund auf, so hebt er auch das letzte Blei mit an, wodurch die Pose aus dem Wasser aufsteigt. Die Hohlantenne unterstützt diese Bewegung zudem ein wenig.

Soweit die Theorie zu unserem Angeltag. Jetzt fehlte nur noch der Biss, der aber nicht lange auf sich warten ließ. Kaum wollte sich Michael eines weiteren Futterballs bedienen, den er noch flott neben der Pose versenken wollte, da begann seine Pose auch schon  langsam zu wandern. Zunächst sah es aus als ob die Strömung die Pose langsam mit ziehen würde. Doch dann hob sich langsam die Antenne aus dem Wasser. »Bei diesen Bissen kannst Du ruhig ein wenig länger warten«, erklärte mir Michael ganz ruhig ohne dabei allerdings den Schwimmer aus den Augen zu verlieren. Die Pose kam langsam immer weiter aus dem Wasser und kurz bevor sie vor dem Umkippen war setzte Michael einen beherzten Anschlag. »Über diese Distanz muss man oft etwas kräftiger die Rute anheben damit der Anhieb bis zum Köder durchdringt. Du hast die Distanz und dann noch die Angeltiefe, die es mit dem Anhieb zu überwinden gilt« gibt Michael während des Drills noch zu Protokoll.

Nach wenigen Minuten konnte die erste Sommer-Brasse gelandet werden und es schien, dass Michaels Strategie mit Zopf und Zoomer exzellent aufging. Gleich nach der Landung warf Michael wieder schnell aus und platzierte gleich wieder ein paar Futterballen an seinen Angelplatz. »Die Größe des Brassen zeigt mir, dass da unten noch viel mehr davon herum schwimmen müssen, denn diese Größen sind keine Einzelfische. Sie leben in Schulen und die können sehr viel fressen« erklärt er mir flott den Grund seiner Aktionen. »Außerdem haben wir eben die Brasse ein wenig geschüttelt und dabei entdeckt, dass sie viele Caster und Futter ausgespuckt hat. Also hat sie unser Futter gefunden und schon reichlich davon gefressen. Noch ein Grund, schnell noch etwas mehr  anzufüttern.« bringt Michael seine Erklärung zum Ende.

So ganz am Ende war er allerdings noch lange nicht, denn schon wieder begann sein Schwimmer zu wandern. Und nach einer kurzen Wartezeit hing erneut eine Brasse am Haken. So ging es jetzt 1,5 Stunden lang. Fisch für Fisch. Die Brassen hatten Appetit obwohl sich Menschen um sie herum im Wasser abkühlten. Im tiefen Wasser waren die Fische vor ihnen ja fast sicher, wenn da nicht Michael mit dem Zoomer gewesen wäre…

Fazit: 
Die richtige Montage kann einem das Posenangeln enorm erleichtern. Die Zopf-Montage mit dem Zoomer ist eine weitere Möglichkeit, erfolgreich mit der englischen Laufpose zu fischen. Weitere Informationen zum Fischen mit Zopf und Zoomer findet ihr in unserem fangplatz.de-Video zu diesem Thema im nächsten Video-Blog. Außerdem gibt es hier wertvolle Tipps zum optimalen Einsatz der Futterschleuder: Richtig mit der Schleuder geschossen.

Angelgerät-Empfehlung von Michael:

Mosella Prestige Match Medium Günter Horler in 3,90 m oder 4,20 m
The Winch Matchrolle MT 365 F
0,12 mm Hauptschnur

0,10mm Maxima Chameleon
MS Waggler Genius 3 Zoomer 8 Gr. Tragkraft
Mosella Xedion TXR1 Haken, Größe 12 – 14