Meine erste Angel – Rute und Rolle

Spätestens nach der bestandenen Prüfung stellt sich vielen die Frage: „Was brauche ich eigentlich für den Angel-Anfang?“. Für mich Grund genug, euch etwas an die Hand zu nehmen. Diese über das Jahr verteilte Serie zeigt euch, wie ihr mit wenig Material möglichst viel Angeltechniken ausprobieren könnt. Und damit ihr auch optimal ausgerüstet startet, gibt es das in den Artikeln verwendete Material im fangplatz-Shop gleich zu bestellen. Fishing Tackle Max und Tubertini haben mich dabei unterstützt.
Die Serie wird so gestaltet sein, dass ihr mit diesem Basispaket sehr viele Angeltechniken fischen könnt. Ihr werdet also in der Lage sein, alles originalgetreu nach zu bauen und hoffentlich habt ihr damit viel Spaß am Wasser.

Nachdem ihr eifrig für Theorie und die „theoretische“ Praxis gebüffelt und die Prüfung erfolgreich bestanden habt, geht es jetzt in das wahre Anglerleben. Nicht wenige träumen von großen Fischen, die ihnen einfach so in den Kescher springen. Man muss ja nur den Köder auslegen, so versprechen es die theoretischen Schilderungen und nicht selten auch die Angelmagazine.

Doch weit gefehlt! Deutschlands Fische sind mehr als nur sensibel. Man muss oft schon einiges an Geschick aufbringen, um am Ende erfolgreich vom Wasser zu gehen. Auch im Angeln gilt: „Am Anfang muss man kleine Brötchen backen“.

Jetzt ist aber genug mit der Schwarzseherei! Ich werde euch ja ein wenig behilflich sein, so dass auch an eurer Rute möglichst schnell etwas am Haken zappelt. Denn nur das Erfolgserlebnis macht das Angeln für uns alle auf Dauer spannend.

Die richtige Rute:

Damit wären wir schon beim ersten Problem. Der Markt bietet euch einen unendlich großen Rutenwald an. Von »Besenstielen« bis zu hypersensiblen Ruten mit ganz dünnen Spitzen ist wirklich alles dabei! Natürlich kann man auch für sehr wenig Geld etwas ergattern, wobei meist die Freude über das Schnäppchen nicht lange wehrt. Die große Kunst besteht darin, ein passendes Modell heraus zu suchen, das möglichst viele Angeltechniken abdeckt und zugleich nicht zu teuer wird.

Der Partner dieser Serie – Tubertini - bieten eine Matchrute mit großen Ringen an (»Tubertini Big Eye/Seika«), die mit ihren 3,90 Länge wirklich für sehr viele Angeltechniken verwendet werden kann. Sie ist ideal für unsere Vorhaben in den nächsten Wochen und daher wird sie in den nächsten Folgen die Basis für unsere Technik-Beschreibungen bilden. Ihr werdet erstaunt sein, was ihr mit dieser Rute alles machen könnt. ;-)

Die richtige Rolle:

Auch bei der Rolle habe ich ein Allround-Modell ausgesucht. Ich bin der Meinung, dass ihr mit einer 4000er Größe gut ausgerüstet seit. Wenn ihr euch später auf eine Angelart spezialisieren möchtet, merkt ihr anhand der bis dahin gesammelten Erfahrung, wohin die Reise bezüglich des Gerätes hin gehen wird. Das hier verwendete Modell ist ein wirklich edles Stück zu einem fairen Preis. Es steht Tubertini drauf, man bekommt aber lupenreine Ryobi-Qualität aus Japan. ;-)
Ich habe das Modell Azteka 4000 Vi von Tubertini  ausgesucht. Mit dabei ist eine Ersatzspule, so dass wir später eventuell noch etwas kräftigere Schnur mit ihr fischen können. Diese Rolle ist meiner Meinung nach ideal für unsere Ansprüche. Auch sie wird uns bei den zukünftig vorgestellten Angeltechniken begleiten.

Wer noch mehr Funktionalität zu einem kleinen Preis einsetzen möchte, der sollte sich die Shimano Baitrunner DL FA als 400er Modell anschauen. Sie beseitzt neben der Ersatzspule zusätzlich noch das über lange Jahre beliebte Freilaufssystem,was Karpfen- und Raubfischangler beim Ansitzangeln so gerne einsetzen. Eine preiswertere Variante der Baitrunner DL FA ist die Baitrunner ST FA. Sie verfügt aber über keine Ersatzspule, die wir in einer der späteren Folgen aber benötigen.

Die richtige Schnur:

Hier müssen wir zunächst die meisten Zugeständnisse machen. Generell gilt aber die Regel: „Je leichter ich angeln möchte, desto feiner sollte die Schnur sein.“

Wir möchten heute leicht angeln, wobei wir mit unserer Schnur in den nächsten Folgen aber auch auf Forellen, Karpfen und evtl. auf Zander und Aale angeln möchten. Also wählen wir eine 0,20er Schnur der Marke Tubertini Cosmos. Sie trägt 4,8 kg, womit wir theoretisch einen 9-Pfund-Karpfen aus dem Wasser heben könnten. Außerdem ist die von mir gewählte Schnur so unsichtbar und weich, dass ihr mit ihr auch mühelos auf die kleineren Weißfische ansitzen könnt.

Die Schnur hat zudem eine ausgezeichnete Qualität, so dass ihr einige Zeit daran Freude haben werdet. Gerade bei der Schnur kann man viele Fehler machen. Wählt man ein preiswertes Modell ohne der kostspieleigen Oberflächenversiegelung wird sie schnell spröde und man hat später beim Angeln nur Ärger mit Heddern und Schnursalat. War man dann 1-2 Sonnentage am Wasser reist das günstig erworbene Stück wie dünnes Haar. Die 5 EUR die man beim Schnurkauf gespart hat, sorgen dann für einen Dauerstress und genau den möchten wir ja beim Angeln abbauen. ;-)

Also kauft bei der Schnur am besten immer Markenqualität, dann seit ihr auf der sicheren Seite.

Damit hätten wir unsere Basis-Geräte zusammengestellt. Wer meine Zusammenstellung gerne als Startpaket haben möchte, kann es im fangplatz-Shop komplett im Set bestellen.

Klickt einfach auf diesen Link.

Hausaufgaben: Schnuraufrollen

Zu allererst muss die Schnur von der Verpackungs-Spule auf die Rolle gewickelt werden. Hier lauern schon die ersten Fallen. Denn wer etwas verkehrt macht, kann sich später über tolle Perrücken und Schnursalat „freuen“. Um das zu vermeiden, geht ihr am besten so vor:

Befestigt die Rolle an dem Handteil eurer neuen Rute. Fädelt die Schnur durch den Leitring ein, öffnet den Rollenbügel und befestigt das Schurende an der Spule (Knoten s. Knotensammlung). Jetzt legt die Schnurspule flach auf den Boden und haltet das Rutenteil beim Aufwickeln der Schnur vertikal über diese Schnurspule. So gleitet die Schnur über den Spulenrand und erhält einen Drall, der später von der Rolle wieder aufgelöst wird. ;-)
Beim Aufrollen ist es sinnvoll die Schnur zwischen Daumen und Zeigefinger gleiten zu lassen, damit sie strammer aufgewickelt wird. Der Daumen und der Zeigefinger sollten dabei möglichst weit von der Rolle entfernt liegen.
Bei manchen Schnursorten liegt übrigens noch ein Entfettungstuch bei, womit ihr eventuell vorhandene Fettreste von der Produktion entfernen könnt. Sind sie verschwunden, geht die Schnur beim Angeln besser unter, was meist sehr wichtig ist. Nun füllt ihr die Spule bis die Schnur ca. 1-2 mm unter dem oberen Spulenrand reicht. Geht hier nicht zu sparsam mit der Schnur um!
Je voller die Spule ist, umso besser/weiter könnt ihr später auswerfen (s. Abbildung).

Ihr merkt sicher sofort, dass die Schnur sich noch nicht ganz optimal an ihrem neuen Ort anpasst. Sie möchte immer von der Spule springen. Das ist aber ganz normal. Um das verhalten etwas abzubauen, könnt ihr die Spule von der Rolle abmontieren und eine Nacht in ein Behältnis mit Wasser legen. So wird die Schnur schnell gefügig. ;-)

Für Schnursparer!

Wer schon mal neue Schnur auf seine Rolle(n) gewickelt hat, weiß wie viel davon auf die Spulen passen. Das macht sich besonders bei dünneren Schnurdurchmessern bemerkbar. Möchte man jetzt die Schnur komplett mit Markenschnur füllen, wird die Sache sehr teuer.

Um das zu vermeiden gibt es verschiedene Möglichkeiten, das zu vermeiden. Früher hat man zunächst so genannte Füllschnur (Schnur minderer Qualität) aufgewickelt und dann erst die letzten 150-200 m Qualitätsschnur verwendet.

Ich ziehe ein verdicken des Spulenkerns mit Isolierband vor. Und so wird es gemacht: