Matchangeln im Baggersee (Teil 2)

In unserem ersten Teil haben wir kurz ein neues Gesicht auf fangplatz.de kennen gelernt - Harald Windel. Dann haben wir uns mit Harald auf das Angeln vorbereitet und dabei schon den einen oder anderen Kniff zum Angeln mit der Matchrute kennen gelernt.
Im zweiten Teil werden wir die Montage, das Futter und die Taktik am Angelplatz von Harald beleuchten....

Die Posenmontage mit der Bebleiung

Im ersten Teil haben wir gelernt, dass eine steife Schlagschnur ungewollten Verwicklungen entgegen wirkt.
Eine besonders steife Schlagschnur ist aber noch lange kein Garant dafür, dass sich beim Angeln mit der Matchrute nichts verwickelt. Erst die richtige Bleianordnung gibt die Sicherheit. Doch wie sieht sie im Detail aus?

Wie ich oben schon erwähnt hatte, ist die Angeltiefe mit 5,50-6,0 m tiefer als die max. Länge herkömmlicher Matchruten. Daher bietet sich heute eine Slidermontage an (s. Abbildung - ein Klick auf das Bild zeigt eine Vergrößerung). Hierbei gleitet die Laufpose (eine Genius mit 12 gr. Tragkraft aus der Michael Schlögl Kollektion) mit einem Wirbel frei auf der Schlagschnur. Zur Rute hin wird sie durch einen Stopperknoten auf der gewünschten Angeltiefe gehalten, während sie zum Grund hin durch ein von Michael Schlögl entwickeltes Feststellsystem fixiert ist. Das Feststellsystem hat die Aufgabe, die Pose von den Schrotbleien möglichst fern zu halten. Stoßen die nämlich z.B. beim Werfen mit voller Wucht an den Posenkörper, entstehen schnell Schäden, die auch die Pose zerstören können.

Unterhalb des Feststellsystems folgt nach 45 cm die Hauptbebleiung mit 3,75 gr bestehend aus einer Feststellolivette und 4-5 Schrotbleien. Darunter (ca. 55 cm tiefer) ist ein 24er Mikrowirbel mit einem 8er Bleischrot angebracht. Das 37 cm lange Hakenvorfach mit 0,08 mm starker Schnur und einem 18er Haken (Marke Mosella Xedion TX 3) rundet die recht einfache Montage dann ab.

Das Grundfutter

Die Rolle des Futters ist sicher immer das Tüpfelchen auf dem "i", wenn es zum Angeln geht. Daher nahmen wir uns vor dem Angeln auch ein wenig Zeit, um die wirklich richtigen Futtersorten für unseren Angeltag zusammen zu stellen. Als Hauptfisch erwarteten wir Rotaugen. Also legten wir auch unser Futter so aus, dass wir eine aktive Mischung mit einigen Saaten und mit etwas Hanfanteil bekamen. Hier eignete sich das Mosella Turbo Rotauge hervorragend für unseren Plan. Da die Außentemperaturen aber noch etwas frisch waren, wollten wir das Futter möglichst zügig an den Grund befördern und außerdem hofften wir noch auf den einen oder anderen Brassen. Daher mischten wir zusätzlich 1/3 Brassenfutter mit unter. Hier verwendeten wir die Mosella-Mischung Turbo Brassen.

Zu dieser Futtermischung gaben wir nur ganz wenig Lebendköder, denn wir wollten die Fische zu dieser Jahreszeit auch nicht zu sehr verwöhnen. Im Sommer kann man da schon großzügiger mit den Lebendköderanteil im Futter sein.

Die Platz-Situation aus Anglersicht

Wie schon angesprochen, lag unser Angelplatz schön im Windschatten inmitten einer Baumkante. Wir hatten aber ausreichend Platz zum Auswerfen. Beim Ausloten wurde schnell klar, dass wir es mit einer langsam und kontinuierlich abfallenden Sandkante zu tun hatten. Eigentlich eine typische Kante, wie man sie im Uferbereich vieler Baggerseen vorfindet. In unserem Angelbereich endete die Kante auf ca. 6,00 m Tiefe.
Wir entschieden uns dafür, nicht direkt an der Grundsole zu fischen, sondern eher etwas höher an der noch abfallenden Kante die Fische zu suchen. Harald hatte damit in der Vergangenheit an diesem See gute Erfahrungen gemacht und über Erfahrungen geht ja bekanntlich nichts...

Somit lag auch unsere Angeldistanz schon fest. Wir fischten mit unseren 12-Gramm-Wagglern auf ca. 30 m Entfernung. Damit wir diese Entfernung immer wieder trafen, markierten wir die Schnur an unserer Spule mit einem Fettstift, nachdem wir unseren Schwimmer zum gewünschten Angelplatz geworfen hatten. Dieses solltet ihr in regelmäßigen Abständen übrigens immer wieder wiederholen, denn die Farbe löst sich langsam aber sicher von der Schnur.

Unser Angelplatz schien sehr sauber und sandig zu sein. Dieser Umstand verlangte ein wenig Vorsicht bei unserer Fütterung. "Solche Kanten haben die etwas tückische Eigenschaft, dass das Futter gerne etwas den Berg herab rollt, nachdem man es eingeworfen hat. Daher füttern wir ein wenig vor unseren Posen an. Das Futter rutscht dann im Laufe der Zeit weiter nach unten. Spätestens, wenn die ersten Fische daran schnuppern." erklärte mir Harald seine Futterstrategie. Kaum war die Erklärung abgegeben, da flogen auch schon die ersten Futterballen punktgenau auf den Futterplatz.
Auch hier setzte Harald wieder ein "Special" ein: Die Vario Futterschleuder. Rein äußerlich sieht sie wie eine ganz normale Schleuder aus. Betrachtet man sie aber genau, dann ist an ihrem Griffende ein Rädchen zu erkennen. Hiermit wird die Länge einer Schnur variiert, die sich in den Gummis befindet. So können die Gummis immer nur auf eine feste Länge gezogen werden. Zielt man jetzt immer in dieselbe Richtung, hält dabei den Winkel zwischen Wasseroberfläche und Schleuder gleich und verwendet immer ähnlich große Futterballen, dann landet auch jedes Futterpartikel dort wo es hingehört - auf unserem Angelplatz.
So einfach können manchmal recht komplex aussehende Abläufe sein. ;-)

So, jetzt haben wir den Angelplatz gefunden und angefüttert. Im nächsten Teil erfahrt ihr dann, wie erfolgreich wir mit unserer Strategie waren. Ich kann euch aber eins schon verraten: Wir haben gut gefangen und eine handfeste Überraschung erlebt. Mehr dann in Teil 3...