Winterfischen mit Heinrich Dettweiler.

Heinrich Dettweiler ist sicher einer der erfahrensten Angler in Deutschland. Jetzt hat er uns einen Bericht von einem Futter- und Materialtest beim Winterangeln zugeschickt. Darin schildert er, wie er fischt und wie seine Taktik in der Winterzeit aussieht. Sicher stecken einige interessante Tricks und Tipps im Bericht, so dass sich das Lesen für euch ganz bestimmt lohnt...

Ende November 2004 fand das zweite Winterfischen des AC Donaufischer im Bruckmeier Weiher statt, an dem ich einige neue Geräte und Futtersorten testen wollte.

Heinrich Dettweiler füttert mit der SchleuderUm 8:00 Uhr war die Platz-Auslosung am Gasthaus Bruckmeier. Trotz des ungemütlichen Wetters (Nebel und Niederschlag) fanden sich 15 Angler zum Match ein. Mit meinem Platz (Nr. 8) hatte ich eigentlich schon verspielt, denn beim letzten Angeln wurde hier nicht eine Schuppe erbeutet. Naja, dachte ich, dann teste ich eben ausgiebig meine neue Rolle Corcast Super Match 8 Pi von Cormoran und das neue Futter der Firma Geers. Die Voraussetzungen für einen Fang an diesem Tag waren mehr als schlecht. Ich habe mich für die 8 m Stipprute mit langer Schnur, 0.8 Gramm-Pose (HD7 von Cormoran), 0.10er Hauptschnur Cortest Supermatch und 0.08er Vorfach entschieden. Des weiteren habe ich eine Matchrute für das Angeln auf eine Entfernung von ca. 25 Meter aufgebaut. Das Ausloten mit der Matchrute gestaltete sich schon etwas schwierig, da ich wegen des starken Nebels den Waggler auf diese Entfernung kaum sah. Ich fischte mit der Matchwinner MWM 14xP mit 4,26 m Länge von Daiwa. Die Hauptschnur bestand aus 0.16er Cormoran Supermatch, als Bleischnur ca. 1,5 m kam dann eine 12er Supermatch zum Einsatz und als Vorfach verwendete ich 0.08er Supermatch. Alle Schnüre wurden über einen Dreifach-Wirbel verbunden. So kann man sicher sein, dass sich die Schnüre wirklich nicht verdrallen. Als Waggler verwendete ich den HD1 mit 12+3 Gramm von Cormoran mit Hohlantenne, damit ich ihn überhaupt bei dieser Witterung sehen konnte. Zum Anfüttern mischte ich ein Futter der Marke Geers (s. Kasten). Mit der Maulwurfserde hoffte ich, dass die Wolken ein paar Rotaugen anlocken würden. Damit wäre ich dann bei diesem Fischen schon gut im Rennen, denn viel Fisch wird an diesem Tag sicher nicht gefangen.

Um 9:30 Uhr begann das Fischen. Ich fütterte ca. 20 kleine Ballen mit der Schleuder auf 25 Meter Entfernung, ohne Lebendköder. Auf der Angelweite für meine Stipprute, auf 12 Meter, fütterte ich dann 10 kleine Ballen, dazu dann noch mit der kleinen Schleuder ein paar Maden und etwas Caster. Es sollte alles sehr genau gehen, da mir Mathias Wibel von der Firma Cormoran und ein Fotograf über die Schulter schauten. Da möchte man ja alles perfekt machen.

Die nächsten 1,5 Stunden bestanden nur aus einwerfen, warten, einholen, Köder kontrollieren, einwerfen, warten.... Nicht ein einziger Zupfer!

Da sich zur Zeit eh kein Fisch auf meiner Angelstelle befand, fütterte ich auch nur ein paar Pinkies nach und behielt mein angerührtes Geers-Futter erst mal im Eimer, um nicht zu viel Geplätscher auf dem Angelplatz zu machen. Ein paar Zuschauer berichteten mir, dass von den anderen bisher noch nicht viel gefangen wurde. Lediglich ein paar Barsche wurden überlistet. Doch plötzlich sah ich an meiner Matchrute einen ganz zaghaften Biss, oder waren es etwa schon Halluzinationen durch das ewige Starren auf den Waggler bei immer noch anhaltendem Nebel?

Bei der Kontrolle meines Köders stellte ich fest, dass es tatsächlich ein Biss war. Ein Pinki war an der Spitze deutlich ausgelutscht. Jetzt ersetzte ich den Pinki durch eine Made. Die hängte ich jetzt aber in der Mitte an den Haken, um einen weiteren Fehlbiss zu vermeiden.

Jetzt hatte ich die Fische am Platz! Allerdings waren es nicht die erhofften Rotaugen sondern Brassen. In den letzten 1.5 Stunden des Angelns konnte ich dann noch 7 Brassen mit einem Gewicht von immerhin 3.200 Gramm fangen und belegte damit eindeutig den ersten Platz. Die anderen Teilnehmer staunten nicht schlecht, als sie meinen Fang sahen, denn sie sind doch größtenteils ohne Fang von ihren Angelplätzen zurück gekommen. Es waren nur ein paar kleine Barsche und einige Zufallsrotaugen dabei.

Mein Fazit: Der Test des Geers-Futters war erfolgreich! Es hat die Fische deutlich an den Angelplatz gelockt und sie sind dort dann auch geblieben. Das Geers-Futter hat auch in extremsten Bedingungen gewirkt. Das gibt mir Vertrauen in das Futter für zukünftige Fischen. Die neue Corcast Super Match war ein Gedicht. Sie hat eine Übersetzung von 5,2:1, aber durch den großen Spulenkopf holt sie ca. 90 cm Schnur bei einer Umdrehung ein. Also so viel, wie bei anderen Matchrollen mit einer Übersetzung von 6,2:1. Durch die kleinere Übersetzung von 5,2:1 hat die Rolle eine bessere und leichtere Kraftübertragung und auch die Bremse ist bei dieser Rolle sehr genau justierbar. Die Rolle ist meines Erachtens genau das richtige Modell für die feine Matchangelei und ich werde sie in Zukunft an meiner Matchrute fischen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen, und wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, dann schreibt sie einfach als Kommentar mit zu meinem Artikel.

Petri Heil
Euer
Heinrich Dettweiler

Schaut bei Geers einmal in die Futterprodroduktion!
Hier geht es zum fangplatz-Bericht über Geers.


Ergänzungen zum Artikel:

Frage von RALLI:
Hallo Heinrich,was für Eigenschaften hat das von dir verwendete Futter hinsichtlich Aktivität, Partikelgröße und Wolkenbildung?

Antwort von Heiner:
Das Geers-Futter Competition Plus schwarz ist sehr fein gemahlen und hat kaum Aktivität, gibt aber eine schöne Wolke. Der andere Bestandteil Clubmen Voorn hat dagegen einige mittelgrobe Partikel, und dieses Futter arbeitet sehr gut.
Probiers doch einfach mal aus, oder besuch mich auf der Stippermesse in Bremen auf dem Stand von Andreas Risse, wo vieles von Geers, Rive, Cormoran und Daiwa zu sehen und zu kaufen ist.