Vorbereitung am Wasser: Das Ausloten

Die Montage ist fertig und wir sind am Wasser. Jetzt ist es ganz wichtig zu entscheiden, wo wir angeln werden. Es hat sich bei den Spezialisten immer wieder gezeigt, dass gerade kleine Kanten in der Ufernähe für die Friedfische sehr interessante Fressnäpfe sind, die sie gerne und viel aufsuchen. Diese Kanten müssen wir jetzt mit der Rute finden.

Zunächst müssen wir aber heraus finden, wie tief das Gewässer an unserer Angelstelle ist. Hierzu befestigen wir das dickste Blei unserer Schrotsammlung entweder am Karabinerwirbel, an dem unser Vorfach befestigt werden soll oder direkt am Haken.

Dann heißt es Auswerfen und schauen, was mit der Pose passiert. Geht sie unter, müssen wir den Stopperknoten weiter Richtung Rolle schieben, liegt die Pose hingegen platt auf der Wasseroberfläche, muss der der Stopperknoten näher an die Pose ran.

Dieses Spielchen müssen wir jetzt so lange wiederholen, bis die Pose mit ihrem oberen Dritteal aus dem Wasser schaut.

Jetzt wissen wir erst, wie tief unser Angelplatz ist. Wir möchten aber heraus finden, wie die Bodenstruktur aussieht. Hierzu werfen wir unsere fertig montierte und mit dem zusätzlich versehenen Lotblei noch mal aus und ziehen sie langsam Stück für Stück an Land. Dabei stoppen wir alle 2 Meter unsere Einholbewegung und geben etwas Schnur. Jetzt ist es ganz wichtig zu beobachten, was die Pose macht. Geht sie unter (es wird tiefer), bleibt sie normal stehen (es bleibt gleichtief) oder kommt sie aus dem Wasser (es wird flacher – das ist meist der Fall).

Ideal sind jetzt die Positionen, an denen die Pose erst immer normal im Wasser steht und sich dann plötzlich langsam beginnt auf die Wasseroberfläche hinzulegen. Hier ist ein Absatz im Untergrund und das ist für Friedfische immer sehr spannend, weil sich hier immer viel Nahrung ansammelt.

Jetzt dürft ihr aber nicht hocherfreut eure Pose einholen! Dann verliert ihr diesen so interessanten Platz.

Wickelt 2-3 Spulenwicklunge von eurer Rolle (zum Überwerfen der guten Stelle) und macht euch jetzt eine Markierung auf eure Schnur. Hier gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Klippt euer Schnur in den Rollen-Schnurklipp. Bei Kleinfischen könnt ihr das machen. Bei zu erwartenden großen Fischen, die nach dem Biß gleich Schnur von der Rolle ziehen, solltet ihr das lassen. Sonst gibt es Schnurbruch! Hier bietet sich Variante 2 an:

  2. Macht mit einem Fettstift eine großflächige Markierung auf die Schnur.

Nun habt ihr die richtige Tiefe gefunden. Doch ihr solltet euch auch die genau merken, denn der Stopperknoten kann sich im Laufe des Angelns verschieben. Und ihr habt ja sicher schon beim Loten gemerkt, wie anstrengend das ist, die richtige Tiefe wieder zu finden.

Daher schaut ihr nun, wo sich der Stopperknoten befindet, wenn ihr euren Angelhaken an der Rolle fest hakt. An dieser Stelle macht ihr euch am besten eine Markierung an die Rute. So, jetzt kann wirklich nichts mehr schief gehen! :-)

Vorbereitung am Wasser: Das Füttern

Nachdem alles zum Angeln hergerichtet ist, sollten wir den Fischen noch sagen, dass wir uns mit ihnen etwas vergnügen wollen. Hierzu sollten wir ein wenig Futter an unseren Angelplatz befördern. Wo der ist, können wir ja flott mit einem Wurf heraus bekommen. Jetzt nehmen wir unsere Pose als Ziel und befördern unser Futter an unseren Platz.

Tipps zum Füttern findet ihr unter anderem auf diesem fangplatz-Artikel.

Es kann los gehen!

Nun ist der Zeitpunkt für das Auslegen des Köders gekommen. Ich empfehle euch zunächst die kleine weiße Made, Pinkies, Mais, Caster oder Rotwürmer. Auch ein Cocktail kann erfolgreich sein. Probiert es mal aus. Beginnen würde ich immer mit 2-3 Maden am 12-16er Haken.

So, jetzt haben wir gemeinsam die größten Klippen auf unserem Weg zu den ersten Friedfischen in der Angelsaison umschifft und können unseren Köder auslegen und uns genüsslich zurück lehnen und auf den ersten Biss warten.

Habt ihr alles so gemacht, wie oben beschrieben, wird es aber mit dem genüsslich Zurücklegen nichts werden, denn ihr werdet einiges fangen! ;-)

Lassen die Bisse auf sich warten oder bleiben plötzlich aus, dann solltet ihr ein wenig die Angeltiefe durch Verschieben des Stoppers variieren. Die Fische stehen nämlich oft in unterschiedlichen Tiefen, wobei sie sich meist nahe am Grund aufhalten.

Ach ja: Nachfüttern solltet ihr dann und wann auch einmal. ;-)

So, jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Match-Angeln und viele verschiedene Friedfische als Beute.

Beim nächsten Mal werden wir unser Basis-Set zu einer Karpfenrute umbauen und uns damit auf Spiegler und Co. stürzen. Bis dahin viel Petri Heil!