Klug gefiedert in der Ruhr

Wenn man mit alten Haudegen aus der deutschen Stipperszene zusammen trifft, wird gerne über die guten alten Stippzeiten geplaudert. Da spielte Deutschland noch im Reigen der großen Angelnationen mit. Man wurde Weltmeister, es wurden Angeltechniken geprägt und man konnte sich ohne Probleme zu 30 Mann an einem Kanal zum Angeln treffen.

In diesem Zusammenhang fallen immer die selben Namen. Ein ganz großer ist Wolf-Rüdiger Kremkus, dessen Artikel ich auch schon als kleiner Stippbegeisterter „Experte“ verschlang.

Einer mischte damals ebenfalls schon mit und ist heute noch genauso aktiv – Tubertini Angler Helmut Klug.

Er fischte damals schon mit diesen Berühmtheiten in der deutschen Nationalmannschaft und wurde 1978 sogar deutscher Meister, was ihn nicht davon ab hält auch heute noch aktiv und erfolgreich zu sein. Kaum ein Saisonhöhepunkt findet ohne den Tubertini-Mann statt. Und obwohl die Techniken, das Material und Aufwände immer größer geworden sind, gehört Helmut immer noch zu einen der besten in unserem Land. Das zeigte sich zuletzt beim Shimano Cup 2007, den er gewann, obwohl im Teilnehmerfeld so gut klingende Namen wie Alan Scotthorne (aktueller und 5-facher Einzelweltmeister), Jan Zekveld (niederländischer Spitzenangler), Stefan Posselt, Thomas Pruchnowski, Claus Müller, Harald Windel (alle aktuelle deutsche Nationalangler), Peter König (deutscher Nationaltrainer) und viele weitere Spitzenangler am Start waren.

Wer hier besteht und zudem keinen Heimvorteil genießt, der gehört zu den richtig starken Anglern, hat der Shimano Cup doch aus meiner Sicht das stärkste Teilnehmerfeld in Deutschland.

Doch wie angelt Helmut eigentlich und wo ist er immer aktiv? Das wollte ich mal genauer erfahren und traf mich mit ihm an der Ruhr zum Feedern.

Wir hatten uns um 9:00 Uhr an der Metrostrecke in der Duisburger Ortschaft „Kaßler Feld“ verabredet. Pünktlich fuhren wir vor und Helmut war schon am ausladen. Flott und flink wie ein junges Wiesel hatte er seine Gerätetaschen und Kiepe aus dem Kombi geladen. Mit dazu kamen ein paar rheinisch fröhliche Bemerkungen mit düsseldorfer Akzent.

Kaum waren wir angekommen, kamen auch schon die ersten Schaulustigen: „Helmut, du bist ja schon wieder da?! Du hast wohl kein Zuhause.“ schallte es über den Parkplatz. Die Antwort kam prompt und schlagfertig: „Hör' mal, ich arbeite bei der LVA, da hat man Zeit!“. Helmut wollte damit ausdrücken, dass er Rentner ist. ;-)

Die Metrostrecke ist ein ruhiges Ruhr-Teilstück.

Wer es nicht weiß, kann es nicht glauben, dass er das Alter für die Nichtarbeit schon erreicht hat.

Nach ein paar Worten ging es dann an die Ruhr. Sie ist an dieser Strecke sehr breit und durch ein Stauwerk vor der Rheinmündung aufgestaut. Dieses Bauwerk regelt auch die Strömung dieses Teilstücks, die je nach Schleusenaktivität und Wassermenge variiert.

„Wer hier angeln geht, sollte gleich die Feederrute auspacken“ erklärt mir Helmut. „In der Mitte vom Fluss ist es flacher als am Rand und es gibt kleine Berge. Dort stehen die dicken Brassen. Gestern wurde hier gut gefangen.“ war Harald über das Verhalten der Fische bestens präpariert. Heute schlug aber das Wetter ein wenig um und es sollten Gewitterschauer aufziehen. Also keine guten Vorzeichen für viele Fische.

Trotzdem ließen wir uns nicht runter kriegen. Das Material war flott montiert.

Heute ging es mit einer Schlaufenmontage an einer Tubertini Royal Feeder 2 auf Schuppenjagt. Die Hauptschnur bestand aus einem 0,12 mm starken geflochtenen Material auf einer 6000er Rolle. „Diese dünne Schnur hat eine enorm hohe Tragkraft, du kannst wegen des geringen Windwiderstandes weit werfen und zudem hat sie so gut wie keine Dehnung, wodurch die Bisse und dann auch der Anhieb sehr gut auf dieses weite Angelentfernung (90 m) durch kommen.“ erklärt er kurz das Gerät und dessen Bedeutung. „Trotzdem brauchst du einen Puffer, der dehnbar ist, um das Ausschlitzen der Fische zu verhindern. Hier nehme ich eine 0,32 mm starke Monofilschnur die extrem dehnbar ist. Nimm mal einen Meter und zieh daran...“ Tatsächlich, die Schnur dehnt sich fast wie ein kräftiger Gummizug. Dieser Puffer sollte so lang sein, dass ihr beim Auswerfen so ca. 3-4 Umdrehungen auf der Spule habt, denn die Dehnung hilft euch auch beim Werfen und schont zugleich euer Gerät. ;-)

Die Monofile Schnur hat an ihrem Ende eine klassische Schlaufenmontage (s. Abbildung). In die Schlaufe befestigten wir einen Futterkorb von 60 Gramm. Der Korb muss allgemein so gewählt werden, dass er gerade in der Strömung auf dem Boden liegen bleibt. Beim Feedern gilt: So leicht wie möglich. Was es für Futterkorb-Varianten gibt, erfahrt ihr im Video vom 2. Teil des Artikels..

Am Ende befindet sich ein ca. 1 m langes Vorfach mit einem 10er Haken. „Hier sind große Fische, da können wir den Haken ruhig etwas größer wählen“. Erläutert Helmut kurz und präzise.

Das Material ist also gerichtet und es kann ans Füttern gehen.

Fortsetzung folgt...

Natürlich geht es weiter mit diesem Angelausflug im Internet. Wie? Das erfahrt ihr im 2. Teil - dann auch wieder mit einem kleinen fangplatz-Video...