(Zuck-)Mückenlarve (Zuckies) im Angeleinsatz (2)

In Teil 1 der Mückenlarven Story habe ich euch erklärt, was es für Zuckies gibt, wie sie gehalten und zum Angeln vorbereitet werden.

Jetzt begeben wir uns ans Wasser und setzen sie am Haken ein. Es wird also ernst und sehr fein. Denn trotz aller Vorbereitungen sind und bleiben (Zuck-)Mückenlarven sehr empfindlich und können daher nur mit feinem Gerät gefischt werden.

Feiner, kleiner Haken für Mückenlarven unumgänglich

Das beginnt vor allem beim Haken. Er muss besonders dünn, extrem scharf sein und sollte einen Mikro-Widerhaken besitzen. Eine rote Hakenfärbung hat sich zudem bewährt.
Die Spezialisten setzen auf Hakengrößen kleiner als 20. Das Modell Sensas 3010 oder die Tubertini T1 wird häufig gefischt. Der silberne T1 ist noch viel dünner als die in den Köder-Beispielbildern verwendeten Haken "Tubertini Serie 2".

Aber auch andere Marken führen mittlerweile sehr feindrähtige, kleine Hakengrößen für diese Angeltechnik.

Pose zur feinen Bissanzeige

Wer mit Zuckmückenlarven fischt, der möchte wirklich jede Aktion am Köder signalisiert bekommen. Daher setzen die Pole (Kopfruten)-Angler auf bauchige Posen mit langen Antennen. Die Tragkraft der Posen richtet sich natürlich an die Strömungsstärke und andere äußere Bedingungen. Sie sollte aber so fein wie irgend möglich sein. Oft findet man Posen-Tragkräfte von weniger als 1 Gramm an den Montagen. Wenn es richtig fein wird, setzen die Profis auf Stahlantennen, die sie zudem noch mit Fett einschmieren, um Spannungswiderstände der Wasseroberflächen zu minimieren. Aber das ist dann schon richtig abgefahren.

Feine weiche Vorfach-Schnur

Zuckmückenlarven sind im Wasser am Haken sehr aktiv. Ihre Verwindungen sollten möglichst natürlich wirken. Hier ist eine steife, zu dicke Vorfachschnur hinderlich. Sie sollte sehr weich, möglichst unsichtbar und zudem sehr dünn sein. Bei den Profis geht es bei Durchmessern von 0,06 mm los. Es gehen aber auch 0,10 mm.

Köder-Führung mit Zuckies

Mückenlaven bewegen sich im Wasser vertikal auf und ab. Dem sollte man beim Führen mit der Kopfrute im fließenden, wie auch im stehenden Gewässer Rechnung tragen. Das bedeutet, immer mal wieder den Köder anheben und wieder absinken lassen. Ich habe Alan Scotthorne schon beobachtet, wie er jede Drift den Zucki-Köder gaaanz langsam per Hand absinken lassen hat. Angeln mit Zuckmückenlarven kann in schwierigen Situation also auch viel Arbeit bedeuten.

Die Fütterung mit Erde und Mückenlarven

Zuckmückenlarven werden vorwiegend in Erde oder Lehm gefüttert. Lehm wird verwendet, wenn man richtige „Futtertabletten“ anfertigen möchte. Das sind kleine Lehm-Bällchen, die komplett mit kleinen Mückenlarve oder manchmal großen Mückenlarven gesättigt sind (man spricht dann auch von „Igel“). In der Regel werden hiervon dann nur einige wenige Ballen mit dem Pole-Cup ZIELGENAU gefüttert.
Die Fische schwimmen diesen schweren Futterballen von allen Wassertiefen zum Grund hinterher und nippen an ihnen Stück für Stück die Mückenlarven raus. GENAU dort muss dann euer Köder hin!

Ihr habt es so geschafft, die (wenigen) Fische GENAU an einem Punkt zu konzentrieren und braucht sie dann „nur noch“ abgrasen. Hat sich der Ballen aufgelöst, stellen sich die Fische in die Strömungsspur der alten Ballen. Wenn das passiert, heißt es für euch wieder die Polecup fertig zu machen zum Nachfüttern.
Feine Erde wird eher für eine Futterspur verwendet. Sie löst sich am Grund schnell auf und die Strömung in Verbindung mit den nippenden Fischen erzeugen eine Mückenlarven-Spur auf eurem Futterplatz.

Oft verwendet man auch ein Kombination: Einen oder zwei Lehmballen mit einem oder zwei Erdballen für eine Futterspur, die zu den Futtertabletten führt. Das ist eine gute Möglichkeit, die Fische, wenn sie vorwiegend am Grund stehen, zum Futterplatz zu locken.

Ködervariationen am Haken mit Mückenlarven

Abschließend noch einige Worte zum Anködern der Mückenlarven. Das bedarf etwas Übung damit man die feinen Dinger nicht zerdrückt oder so aufspießt, dass sie sofort auslaufen.

Am besten, ihr stecht sie im 1 oder 2 Glied hinter dem Kopf ganz vorsichtig in die Haut und führt die Hakenspitze dann sofort aus dem Mückenlarven-Körper wieder hinaus. Es gibt verschiedene Anköder-Variationen, die ich euch unten in der Bilderserie präsentiere.

Alternative: Künstliche Mückenlarven

Viele Angelmarken führen künstliche Mückenlarven, die immer lohnenwert sind, mit in der Kiepe zu führen (Achtung! Ausschreibungs-Regularien beachten!). Die Bekanntesten sind sicher die künstlichen Mückenlarven von Barkley. Hier müsst ihr einfach mal euren Fachhändler fragen.

Fazit

So, jetzt habt ihr das nötige Grund-Rüstzeug, um euren Zuck-Mückenlarven zu starten. Es ist nicht so einfach mit den Mückenlarven, wie mit den Maden. Aber jede Wette, eure Kescher sind nach etwas Übung mehr gefüllt als mit anderen Ködern.
Trotzdem solltet ihr neben den Zuckies immer auch Maden, Caster, Pinkies und kleine Mistwürmer im Ködersortiment dabei haben.

Viel Erfolg und noch mehr Spaß beim Ausprobieren.

Euer Sascha Leder mit Schummi