Stipperteams privat: Der AC Suletal e.V.

Wir alle kennen die "großen Angler" wie Michael Schlögl, Claus Müller, Ralf Herdlitschke, Günther Horler usw. Was kommt aber danach, wer sind die anderen?
Wie viele Angler treffen sich von Monat zu Monat immer wieder neu an den verschiedensten Gewässern in Deutschland? Wir sehen ihre Gesichter, wissen dass sie immer dabei sind, aber kennen tun wir sie nicht richtig. Wo haben sie ihre Angeltechnik perfektioniert? Wann waren sie erfolgreich (auch ein 3. Platz ist sehr stark!)? Diese Fragen möchte ich in dieser unregelmäßigen Serie mit offenem Ende beantworten. Den Anfang mache ich mit einem meiner Lieblings-Teams (natürlich neben fangplatz United), dem AC Suletal.

Wo, verdammt noch mal, liegt Sulingen?! Diese Frage werden sich jetzt viele der Süddeutschen Angler stellen, ist es für euch sicher genau so unbekannt wie für uns "Nordlichter" die Örtchen in der Oberpfalz. ;-)
Dem kann etwas Abhilfe geschaffen werden. Sulingen liegt nordwestlich von Hannover, auf der Luftlinie nach Oldenburg ziemlich genau auf der Hälfte.
Also kurz gesagt: Zum Meer ist es noch etwas hin, aber sollten die Poolkappen schmelzen, gibt es nasse Füße. :-)
Momentan ist das Wasser dort aber noch in kleinen kanalisierten Flüßchen und Kanälen gebändigt. In der Umgebung gibt es Baggerseen oder einfache kleine Weiher. Für die Angelei in einem größeren Fluss liegt die Weser bei Nienburg gleich um die Ecke. Also beste Voraussetzungen zu einem recht guten Stippangler heran zuwachsen.
Und der Beweis hierfür sind die Jungs aus Sulingen. 2005 haben sie die anderen niedersächsischen Teams auf die Plätze verwiesen und konnten so für Niedersachsen zum Club-Anglertreff reisen. Natürlich kommen einige weitere Erfolge hinzu, wie in jüngerer Vergangenheit der Gewinn des Ströhner Aue Cups 2005, Platz 3 beim Cornau Cup 2004 oder Platz 3 beim Daiwa Cup 2006. Drei Teammitglieder fischen zudem im Team Niedersachsen. Also die Jungs wissen schon, was sie machen.
Neben ihren Angelaktivitäten organisiert der AC Suletal, der komplett beim ASV Sulingen e.V. Mitglied ist (die Verbandsvirren möchten es halt so), zahlreiche Vereinsangeln und ein großes offenes gemeinschaftliches Fischen. So findet jedes Jahr der bei uns schon legendäre Sulinger Aue Pokal statt, bei dem weit über 240 Angler aus Nah und Fern anreisen. 2006 sind die Jungs allerdings eher negativ aufgefallen, indem sie als Gastgeber den Pokal gleich gewonnen haben. Ist man einmal nicht dabei, laufen sie gleich aus dem Ruder. :-)
Das sei ihnen aber einmal verziehen und auch gegönnt. ;-)

Die absolute Glanzdisziplin des Teams ist ganz klar das feine Angeln mit der Kopfrute. Zum Üben haben sie mit der Großen Aue bei Sulingen auch das ideale Gewässer vor ihrer Haustür. Hier leben sehr viele Fische, die aber extrem vorsichtig sind. Wer hier erfolgreich ist, braucht sich vor anderen Kanälen wirklich nicht zu fürchten. Neben den vielen Praxis-Stunden am Gewässer drückt das Team zusätzlich gemeinsam die "Schulbank" bei der Angelschule Michael Schlögl. Mit Erfolg, hat selbst Michael Schlögl größten Respekt vor deren Angel-Künsten. "Die können mich immer schlagen!"
Wer jetzt aber denkt, dass hier mit verbissenen Ehrgeiz am Erfolg geschliffen wird, liegt total daneben. Die Truppe besteht aus ganz jungen Opas (man fängt hier scheinbar früh an) und etwas jüngeren Heranstrebenen. Jeder im Team weiß, dass er an jedem Angeltag etwas dazu lernt und so wird immer am Ende ganz locker über das Erlebte diskutiert und dann natürlich ausgewertet.

Der ordentliche Schuss Humor kommt natürlich nie zu kurz. "Der, der mal oben auf ist, möchte den weniger erfolgreichen foppen, weiß man doch, dass man beim nächsten Mal wieder der Gefoppte sein könnte. Also muss das Hochgefühl ausgenutzt werden", schildert mir Gerd Beich die Atmosphäre. Wobei er sofort anfügt: "Wer ein wenig erfolgreich beim Stippen sein möchte, muss Disziplin mitbringen, wie im jeden Teamsport. Darauf wird geachtet ohne Ansicht der Person oder der Erfolge!". Damit haben wir den Mann kennen gelernt, der auch mal streng sein kann. Aber auch hier bleibt er sehr sympatisch.
Wie immer macht es die ausgewogene Mitte. Damit sie erhalten bleibt, gibt es zwei ganz wichtige ständige Team-Mitglieder: Der Gasgrill und die große Kühlbox für das Grillgut. Ohne geht es nicht los! Man möchte ja auch nicht verhungern...

Doch wie verbessert sich ein Team von Jahr zu Jahr in der norddeutschen Prärie?
Ganz einfach: Durch beständiges Üben und Erfahrungen sammeln.
So treffen sich die Jungs, wenn es auswärtige Angeltermine zulassen, regelmäßig an der Großen Aue, wo dann wirklich alle erscheinen. Es kann auch mal ein "After work Angeln" sein. Flott sind die Plätze vergeben und schon werden die Stöcker raus geschoben.
Füttern, das tun die Jungs perfekt mit dem Pole-Cup, dabei wird mit feinstem Gerät und leichtesten Posen auf Rotaugen, Gründlinge und Güstern gefischt. Ganz neu ist aber, dass man in ihren Aue-Abschnitt jetzt auch wieder den einen oder anderen richtigen Brassen mehr fangen kann. Außerdem gibt es sehr schöne Schleien und Hechte. Letztere stürzen sich von Zeit zur Zeit auf ein frisch gefangenes Rotauge.
Die Sulinger sind das Paradebeispiel dafür, dass Norddeutsche alles andere als eigenbrödlerische Zeitgenossen sein müssen. Wer Lust und Zeit hat, sollte sich den Termin vom Aue-Cup frühzeitig in seinem Kalender notieren (meistens der 1. Sonntag im Juni) und die schöne Landschaft, das top organisierte Angeln und nicht zuletzt die Gastfreundschaft dieses sympatischen Teams zu genießen.

Mehr über den Verein erfahrt ihr auf ASV Sulingen e.V..

Der AC Suletal: Obere Reihe von links : Rainer Wallentowitz, Stammi, Benjamin Hoffmann, Jens Nietfeld. Untere Reihe von links : Jens Friedrich, Andreas Pleuß, Oliver Bürger, Gerd Beich.

Ihr möchtet ebenfalls euer Team auf fangplatz.de vorstellen (lassen)? Dann schreibt mir eine E-Mail!