Bleiformen: Welches Blei für welche Situation?

Kommen wir nun zur Frage welches Blei ihr nun für eure Montage verwendet. Die Wahl des Bleis hängt von der Gewässersituation ab. Eure Bleie sollten aber alle mindestens 80gr wiegen, da eure Montage sonst keinen Selbsthakeffekt erzielen kann und es zu Fehlbissen kommt. Wenn ihr auf großer Distanz fischt solltet ihr schwerere Bleie benutzen, damit sie durch die Schnurspannung nicht auf unserem Futterplatz verzogen werden.

  • Angelt ihr im Stillwasser oder bei leichter Strömung auf relativ festem Grund solltet ihr ein kompaktes Blei wählen. Modelle wären hier Pear- (Birnenform) Flat Pear- (abgeflachte Birnenform) oder Bomb- (Rund) Formen. An Kanten und Schrägen sind abgeflachte Formen ideal.
  • Fischt ihr mit der Safety-Montage in Gewässern mit viel Kraut oder Hindernissen solltet ihr zur flachen Riser- (Aufsteiger) oder Elevator- (Heber) Form greifen. Diese können sich durch ihr schlankes Design nicht so schnell im Kraut festsetzen. Sie steigen beim Einholen der Montage schneller zur Oberfläche auf als andere Bleie und können sich dadurch nicht so leicht festsetzen.
  • Angelt ihr auf sehr weichem Grund solltet ihr ebenfalls schlanke Bleie wie die Riser- oder Elevator-Form benutzen, da sich diese leichter aus dem Schlamm lösen lassen.
  • Beim Angeln im Fluss empfehlen sich abgeflachte Bleie wie die Flat Pear-, Riser- oder Elevator-Form. Für stärkere Strömung gibt es allerdings speziell entwickelte flache Bleie mit Profil, die besser am Grund halten.

Hilfen zur Verwicklungsvermeidung

Ihr kennt sicher schon die lästigen Verhedderungen im Wurf von euren bisherigen Angeltrips. Nichts wäre beim Karpfenangeln ärgerlicher als nach sechs Stunden Angeln seine Rute zu kontrollieren und festzustellen, dass sich das Vorfach im Wurf um die restliche Montage gewickelt hat und sich somit die vergangenen sechs Stunden gar kein Fisch haken konnte.

Um dieses Ärgernis zu vermeiden gibt es neben einem sauber durchgezogenen Wurf und der Verwendung von besonders steifen Vorfachschnüren (Stiff Rigs, dazu später mehr) zwei Optionen. Zum einen kann man wie bereits oben beschrieben einen gut 50cm langen Antitangle-Tube auf seine Hauptschnur ziehen oder aber eine dicke Schlagschnur mit einem Bleikern (Leadcore) zwischen Montage und Hauptschnur binden.

  • Der Antitangle-Tube ist ein simpler günstiger Silikonschlauch der einfach auf die Hauptschnur gefädelt und danach mit der Montage verbunden wird. Er muss länger als euer Vorfach sein, damit sich dies nicht in der Hauptschnur verfangen kann.

    Vorteil ist der günstige Preis. Nachteile liegen darin, dass sich der Schlauch manchmal leicht von der Montage löst und Verhedderungen nicht mehr verhindert werden.

  • Leadcore ist eine geflochtene Schlagschnur in der sich ein Bleikern befindet. Sie ist relativ steif und legt sich durch ihr hohes Gewicht flach auf den Grund, sodass der Karpfen keinen Verdacht durch gespannte Schnüre schöpfen kann. Sie verhindert ebenfalls sehr effektiv das Verfangen des Vorfachs in der Hauptschnur.

    Leadcore kauft ihr am besten als fertig gebundene Montage, da die Verarbeitung sehr kompliziert ist. Ihr braucht nur noch ein passendes Blei auszuwählen und schon kann es ans Wasser gehen. Im Gegensatz zum Antitangle-Tube knotet ihr die Hauptschnur einfach an eine Schlaufe am Ende des Leadcores.

    Der Vorteil von Leadcore liegt in der Tarnung im direkten Umfeld der Montage und der einfachen Handhabung, wenn sie fertig verarbeitet gekauft wird.

    Der einzige Nachteil ist der vergleichen mit dem Antitangle-Tube höhere Preis.

  • Backleads
    Backleads (Absenkbleie) sind kleine Bleie, die unsere Schnur nach dem Auswerfen der Montage und Straffen der Schnur absenken. Dies ist wichtig, wenn wir an Gewässern mit Bootsverkehr, Badegästen oder Strömung, die Treibgut in unsere Schnur drückt, angeln.

    Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die Schnur an unserem Futterplatz flach auf dem Boden liegt und somit keinen Karpfen verschreckt. Wenn wir auf sehr naher Distanz angeln können zudem keine Fische in die gespannte Schnur schwimmen.

    Backleads werden einfach mit einem Clip auf unsere Hauptschnur gehängt und ziehen diese dann auf den Grund. Da sie frei laufend montiert sind kann die Hauptschnur durch sie immer noch hindurch gleiten und Fallbisse erkannt werden.

Die Vorfächer

Kaum etwas ist beim Karpfenangeln wichtiger als die richtige Präsentation des Köders am Angelplatz. Um Karpfen zu fangen braucht ihr ein zuverlässiges Vorfach, das jeden Biss auch sicher hakt. Viele Karpfenangler machen ein großes Geheimnis um ihre Vorfächer und an manch stark überfischten Gewässer entscheidet das Vorfach neben dem Köder über Erfolg oder Misserfolg.

Warum man beim modernen Karpfenangeln ein Haarvorfach verwendet haben wir euch oben ja bereits erklärt. Das Hair-Rig aber nicht gleich Hair-Rig ist könnt ihr euch sicher schon denken. Das wäre ja auch zu einfach gewesen ;-)

Wir stellen euch heute vier verschiedene Vorfächer vor, mit denen ihr auf alle Fälle erfolgreich mit Boilies, Pellets, Frolic oder Partikeln angeln und diese auch einfach nachbinden könnt.

Generell tragen Vorfachmaterialien beim Karpfenangeln zwischen 6 und 17kg. Habt ihr viele Hindernisse im Gewässer solltet ihr stärkere Vorfächer benutzen. Es gibt sie als geflochtene Schnur mit oder ohne Ummantelung und als monofile Schnur. Auf festem Grund fischt man kürzere Vorfächer um 15cm Länge während man bei sehr weichem Grund längere Vorfächer benutzen muss, da der Köder sonst vom Gewicht des Bleis in den Schlamm gezogen wird.

  • Das klassische Hair-Rig: Es besteht aus einem möglichst weichen geflochtenen Vorfachmaterial. Der Haken ist mittel eines speziellen No-Knot Knotens angebunden. Vorfach und Haar werden aus einem Stück gebunden.

    Mit diesem Rig kommt ihr in fast alles Situationen zurecht. Vorteile sind die natürliche Präsentation des Köders durch das weiche Material und der einfach Aufbau.

  • Das Stiff Rig: Anders als das normale Hair-Rig ist das Stiff-Rig aus einer steifen ummantelten geflochtenen oder einer dicken monofilen Vorfachschnur gemacht. Am Haar wird die Ummantelung entfernt, damit sich der Köder natürlich bewegen kann. Die Vorteile des steifen Materials sind, dass der Karpfen den Köder nur schwer wieder ausspucken und sich das Vorfach im Wurf kaum um die Montage wickeln kann.

  • Das Kombi-Rig: Es vereint die Vorteile von dem Stiff- und dem klassischen Hair-Rigs. Es besteht wie das Stiff-Rig aus einer ummantelten geflochtenen Vorfachschnur. Auf den letzten Zentimetern vor dem Haken wurde allerdings die Ummantelung entfernt. Man kann das Stiff-Rig allerdings auch aus zwei verschiedenen Schnüren binden. Einer Weichen für die Hakenseite und einer Steifen für die Seite zur Montage.