Die richtige Rutenablage - Teil 2

Fortsetzung vom Teil 1 unseres Rutenablage-Miniserie...
Dieses System kann sowohl auf weichem als auch auf hartem Boden optimal stehen und immer passend aufgebaut werden, da man keine Erdspeere mühselig in den Boden stecken muss.
Der Vorteil dieses Systems ist der vergleichen geringe Preis und die vielen Einsatzmöglichkeiten. Nachteile sind der recht lange und komplizierte Aufbau, der besonders bei kurzen Ansitzen nervig sein kann.

Tripod-Kombination:
Ein Tripod ist ein Dreibein mit einem Befestigungsgewinde für eine Ruteauflage bzw. Buzzerbar. Der Markt bietet fertige klappbare Tripods und sogenannte Tripod-Adapter, an die man einfach drei stabile Banksticks schraubt, an. Bei der zweiten Lösung kann man sein Tripod durch die Wahl von kurzen oder langen Banksticks spielend in der Größe verändern und somit seinen Gewässerbedingungen anpassen. Fischt man mit sehr steil aufgestellten Ruten, auf großen Distanzen oder  groben Steinschüttungen benötigt man größere Tripods mit längeren Beinen, da diese stabiler stehen.
Die Kombination aus zwei Tripods und mit jeweils einer aufgeschraubten Buzzerbar ist wohl die flexibelste Lösung und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Tripod wird für die Bissanzeiger verwendet und auf dem andere liegen die Griffenden auf.

  • Aufbau mit einer Buzzerbar: Eine Buzzerbar ist eine Querstange mit 2–4 Aufnahmegewinden für Bissanzeiger oder andere Rutenauflagen und ein bis zwei Gewinden zur Befestigung an einem Bankstick. Beim Aufbau mit einer Buzzerbar schraubt man diese mit einem Gewinde zur Befestigung auf jeweils einen Bankstick. Nun kann man mit nur zwei Banksticks gleich mehrere Ruten ablegen. Ein großer Nachteil ist allerdings das leichte Verdrehen der Banksticks in der Erde.
    Dies kann verhindert werden indem man pro Buzzerbar vorne und hinten 2 Banksticks einsetzt (sogenannter Goalpost Aufbau). So stehen die Ruten bei starken Bissen oder Seitenwind stabiler und man kann ohne Probleme 3 oder 4 Ruten sicher ablegen.
  • Normaler Aufbau: Hierbei wird eine Rute auf zwei Banksticks abgelegt. An dem vorderen werden die Bissanzeiger befestigt und auf dem hinteren liegt das hintere Griffteil der Rute auf.

Die Aufbauarten

 

Banksticks:

Ein Bankstick ist ein Erdspeer mit einem Gewinde zur Aufnahme eines Bissanzeigers oder einer anderen Rutenauflage. Es gibt sie in verschiedenen Längen und sind oft teleskopierbar um sie in ihrer Höhe verstellen zu können. Sie bieten grenzenlose Einsatzmöglichkeiten, solange sie in den Boden gesteckt werden können. Leider trifft dies nur bei Erde und Sand zu. Somit ist ihr Einsatzort begrenzt.
Banksticks sollten mit einer guten Verstellmöglichkeit und nicht zu klein gekauft werden. Je tiefer ein Bankstick in der Erde steckt, desto stabiler steht er. Vorteile von Banksticks sind ihr geringer Preis. Die Nachteile liegen eindeutig in den begrenzten Einsatzmöglichkeiten, da sie nicht auf hartem Untergrund aufgebaut werden können. Für Banksticks gibt es drei verschiedene Varianten seine Ruten aufzubauen:

Im folgenden stelle ich euch nun alle Systeme vor und gehe auch die jeweiligen Vor- und Nachteile bei den verschiedenen Rahmenbedingungen ein.

Gewässersituationen

Die Wahl der passenden Rutenablage wird nicht nur von Geschmack und Geldbeutel entschieden. Manche Gewässer erfordern grenzenlose Flexibilität und an anderen kann man mitbringen was man möchte, denn hier steht jeder jede Rutenauflage gleich gut.
Der entscheidende Faktor bei der Wahl der richtigen Rutenablage ist der Untergrund. Er bestimmt fast alleine, welche Rutenauflage ihr benötigt. Am Ufer eines Gewässers könnt ihr von Sand und Erde über Kies bis hin Steinschüttungen und Beton vorfinden.

Auch ist es extrem wichtig ob ihr nur ein oder gleich mehrere Gewässer mit unterschiedlichen Uferbedingungen beangeln wollt. Ebenso ist die Angeldistanz, auf der ihr den Karpfen nachstellt  entscheidend. An großen Gewässer muss oft auf einer größeren Distanz gefischt werden, da die Uferzonen meist zu flach sind und sich Hotspots wie Krautfelder und Plateaus weit draußen befinden. Hierbei müssen die Ruten steiler aufgestellt werden. Dies trifft auch beim Fischen in Flüssen zu, da hier möglichst viel Schnur aus der Strömung gehalten werden sollte.
Ihr seht also. Es gibt keine Musterlösung für alle Angler. Manche müssen tiefer in die Tasche greifen, weil einfache Lösungen an ihren Gewässern nicht optimal funktionieren. Andere haben Glück, weil sie mit einer preiswerten Lösung gut auskommen.

Rod Pod

Rod Pods gibt es in zahlreichen Varianten und Preisklassen. Es ist ungemein schwer aus dem riesigen Angebot für sich das richtige Pod zu finden. Rod Pods trumpfen durch ihre je nach Modell große Flexibilität auf. Allerdings sind hochwertige Rod Pods oft nicht preiswert. Dafür bekommt man hier viel für sein Geld. Billigere Pods reichen manchmal zwar aus, lassen aber qualitativ stark zu wünschen übrig, da bei ihnen viel Plastik verbaut wird und somit ihre Stabilität und Haltbarkeit beeinträchtigt wird.
Vorteile von Rod Pods sind die vielen Einsatzmöglichkeiten am Wasser und ihr schneller Aufbau. Dies ist besonders für Karpfenangler wichtig, die an vielen Gewässern bei unterschiedlichen Bodenverhältnissen angeln und eine zuverlässige und flexible Rutenablage benötigen, die auf jedem Untergrund stabil steht.
Allerdings ist Rod Pod nicht gleich Rod Pod. Der Markt bietet grundlegend vier verschiedene Modellarten an, die sich in Flexibilität, Größe und Einsatzzweck voneinander unterscheiden. Jeder Typ wurde für eine andere Situation am Gewässer entwickelt. Allerdings gibt es zwischen den Typen fließende Übergänge, sodass manche Pods in mehrere Kategorien fallen können. Dies findet man besonders bei der Marke Carp Sounder vor.

  • Klassischer Aufbau: Hierzu zählen die vierbeinigen Rod Pods, auf denen man die Ruten relativ waagerecht ablegt. Sie wurden für harte oder kiesige Böden entwickelt, in denen kein Bankstick hält. Allerdings stehen sie aufgrund ihrer geringen Größe weniger stabil und sind durch ihre starre Bauart wenig flexibel. Dafür sind sie oft günstig und für Einsteiger zu empfehlen, die einfach nur eine simple Ablage für harten Untergrund brauchen und auf nahen Distanzen fischen.

  • Schwenkpods: Schwenkpods stehen auf einem Drei- oder Vierbein und sind deutlich flexibler in der Rutenausrichtung als die Klassiker, da ihr Aufbau schwenkbar ist. Sie sind zu empfehlen, wenn man nicht nur an einem Gewässer unterwegs ist und seine Ruten dadurch oft unterschiedlich aufbauen muss, dennoch aber keine sehr großen Distanzen befischt. Auch am Fluss machen sie eine gute Figur, da sie schon relativ steil aufgebaut werden können. Vierbeinige Schwenkpods stehen natürlich stabiler als ihre dreibeinigen Kollegen.
  • Highpods: Highpods wurden entwickelt um die Ruten so steil wie möglich aufbauen zu können und dabei die größtmögliche Stabilität zu erreichen. Sie werden an größeren Flüssen und Seen eingesetzt, wenn die Schnur möglichst weit aus dem Wasser gehalten werden soll. Dies trifft bei einer harten Strömung oder großen Angeldistanz zu. Wenn ihr also unter solch extremen Situationen angelt braucht ihr ein High- oder Kombipod. Sie stehen sehr stabil und können somit spielend auch auf den Steinschüttungen am Rhein aufgebaut werden. Meist sind die mittlerweile angebotenen Modelle allerdings ein fließender Übergang zu den sogenannten Kombipods und es gibt nur noch wenige reinrassige Highpods.
  • Kombi-Pods: Die Königsklasse der Rod Pods. Diese großen vierbeinigen Pods können sowohl klassisch mit abgesenkten Rutenspitzen als auch als Highpod aufgebaut werden. Natürlich kann man sie auch zwischen diesen beiden Extremen aufbauen. Sie sind also eine Kombination aus einem großen klassischem Pod und einem Highpod. Mit ihnen ist der Karpfenangler für jede Situation, egal ob Sand, Kies, Steine, Teich, See oder Fluss, gerüstet. Hier bietet der Markt allerdings nur eine Hand voll Modelle an. Wer allerdings auf alle Situationen vorbereitet seien will und von seiner Rutenauflage eine extrem hohe Stabilität und Flexibilität erwartet ist hiermit richtig bedient. Leider kosten sie auch etwas mehr als ihre kleinen Bruder, aber bestechen aber durch robustes Material und eine super Verarbeitung. Hier bekommt man eine Rundum-Glücklich-Lösung für sein Geld.

Welches System brauche ich denn nun?

Als Einsteiger im Karpfenangeln gilt es anfangs noch Kompromisse einzugehen. Wenn ihr also nur an Gewässern fischt, an denen ihr weichen Untergrund an euren Angelstellen vorfindet, solltet ihr definitiv zu Banksticks greifen. Ob ihr dabei die paar Euro mehr für einen sehr stabil stehenden Goalpoast-Aufbau, also zwei Banksticks pro Buzzerbar, ausgeben wollt, bleibt euch überlassen. Mit ihnen seid ihr bei jeder Angelentfernung immer flexibel unterwegs, denn mit ihnen kann man seine Karpfenruten steil aufbauen und am Fluss noch genügend Schnur aus dem Wasser halten, solange ihr teleskopierbare große Banksticks kauft.

Habt ihr harten Untergrund an euren Gewässern kommt ihr leider um ein Rod-/ Tri Pod nicht herum. Hierbei könnt ihr euch zwischen einem günstigen einfachen Rod Pod oder einer Tripod-Kombination entscheiden. Fischt ihr auf nahen oder mittleren Distanzen und habt ein ebenes Ufer könnt ihr bedenkenlos zu einem klassichen Rod Pod greifen. Für den Anfang ist dies allemal ausreichend. Die Tripod-Kombination spielt ihre Vorteile auf unebenem Ufer sowie Steinschüttungen aus und ist dabei relativ günstig.

Fischt ihr nun an vielen verschiedenen Gewässern, an denen der Untergrund variiert, solltet ihr euch ein Schwenkpod oder die Tripod-Kombination zulegen. Diese Systeme kommen an jedem Ufer zurecht. Wenn ihr allerdings auch ruhig etwas mehr Geld ausgeben wollt könnt ihr auch zu einem Kombipod greife, da dies stabiler als Schwenkpods steht und der Aufbau schneller als bei der Tipod-Kombi von statten geht.

Wenn ihr in Zukunft fast ausschließlich an großen Fließgewässern mit starker Strömung oder auf großen Distanzen fischen wollt, solltet ihr gleich zu Anfang ein Highpod bzw. ein Kombi-Pod in Betracht ziehen.

  • Goalpoast Aufbau: Hierbei wird jeweils eine Buzzerbar, die allerdings zwei Bankstickgewinde haben muss, auf jeweils zwei Banksticks geschraubt. Der Aufbau sieht aus wie ein Tor. Dieses System kann sich nun dank der beiden Banksticks nicht verdrehen und hält auch harten Bissen stand. Hier können auch ohne Probleme Buzzerbars mit eine Kapazität von vier Ruten eingesetzt werden. Dieser Aufbau steht am stabilsten und die Ruten können auch gut sehr steil aufgebaut werden.