Wallerangeln in Deutschland (Teil 1)

Zwar existiert in Deutschland eine Waller-Szene, die auch regelmäßig von großen Fängen erzählt, doch fristet die gezielte Angelei auf die etwas mysteriös wirkenden Süßwassermonster ein Schattendasein an unseren Gewässern. Meist wird von Zufallsfängen berichtet. Ein gezieltes Angeln findet fast nie statt, weil allgemein davon ausgegangen wird, dass die Tiere in unseren Gewässern nicht häufig sind. Doch weit gefehlt! Auch in eurem Gewässer leben diese „Monster“!

Ich habe mich von einem der deutschen Waller-Profis, Roland Schöps, davon überzeugen lassen. Und tatsächlich fingen wir in diesem Sommer einige schöne Brocken beim gezielten Waller-Ansitz. Sie gibt es also wirklich! Wie man an sie ran kommt, erfahrt ihr in Zukunft auf fangplatz.de.

Zunächst fangen wir mit einer Klassikermontage in einem Dreiteiler an.

Roland Schöps, ein Meister in der Waller-Disziplin

Ich kenne Roland schon von Kindesbeinen an. Er war ebenfalls immer mit der Stipprute in ganz Ostwestfalen unterwegs und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass er immer weit vorne bei den Fängern zu finden war. 1990 stellte er dann, wie so viele, nach dem Hammer Setzkescherurteil seine Stippaktivitäten ein und begann mit dem Karpfenangeln. Schnell wechselte er aber in die Waller-Disziplin. „Diese Fische sind einfach nur geil!“ verriet er mir. Und wenn man ihn im Umgang mit seinen gefangenen „Wallis“ sieht, der erkennt sofort, dass Roland wirklich etwas an ihnen liegt. Er war übrigens lange Jahre mit „Wallerkalle“ zusammen unterwegs und auch einige Sommer als Angel-Guide am Po in „Wallerkalles“ Angler-Camp dabei. Er weiß also, wie dicke Waller aussehen. Sei es auf dem Echolot, im Drill oder an Land. Roland hat schon so einige „Monster“ überlistet – im In- und im Ausland. Grund genug, dass fangplatz.de versucht, für euch etwas über die Angeltechniken von einem der erfahreneren Waller-Anglern zu lernen. ;)

Wie kommt der Waller in den See?

Das ist eine häufig gestellte Frage, wenn plötzlich beim Aal- oder Raubfischangeln ein „Großmaul“ zufällig gelandet wurde. „Eigentlich ganz einfach“ erläutert mir Roland. „Seit Anfang der 70er Jahre waren die Besatzmaßnahmen mit so genannten Mischfisch bei uns sehr beliebt. Man erhält Fische der unterschiedlichsten Gattungen und in allen Größen zu einem attraktiven Preis. Diese Besatzmaßnahmen bildeten einen exzellenten Grundfischbestand für einen neuen Baggersee. Also schlug man als Verein flott zu.“ erzählt er, während er unser Gerät auspackte und die Rutenhalter aufbaute. „Natürlich dachte jeder Vereinsvorstand bei Mischfisch nur an die vielen Weißfische, die man an der Oberfläche der Fischbehältern platschen sah. Darunter waren aber auch immer 2-3 kleine „Welsis“. Sie fühlten sich in den neuen Baggerseen pudelwohl und wuchsen bis heute zu sehr beachtlichen Exemplaren heran. Nicht selten vermehrten sie sich auch. Hier hilft ihnen immer mehr die zunehmende Erwärmung in unseren Sommermonaten. Sie schafft ideale Brutbedingungen für die Räuber. Das Ergebnis ist, dass fast in jedem Baggersee, der mit Mischfisch besetzt wurde, auch ordentliche Waller vorkommen.

Jetzt sehe ich eure skeptischen Blicke, während ihr die oberen Zeilen gelesen habt. Ehrlich, ich habe es zunächst auch nicht geglaubt. Aber neugierig war ich schon geworden. Also verabredete ich mich mit Roland, eine Wallernacht zu verbringen. Ich konnte ja nebenbei vortrefflich stippen und so für den Köderfischnachschub sorgen. Was hatte ich zu verlieren?...

Fortsetzung folgt...

Natürlich geht es bald mit dem Waller-Erlebnis weiter. Wartet also auf Teil 2...