Hecht-Zeiten im Sommer

Ihr habt es sicher schon gemerkt, dass der Sommer 2012 bei Fangplatz ein Hecht-Sommer zu werden scheint. Das liegt zum einen natürlich daran, dass wir extrem viele Kunstköder auf der Testbank haben und wir daher oft raus fahren. Aber wir treffen auch sehr oft genau die Fresszeiten der Hechte an. Wann das nach unserer Erfahrung ist, erklären wir euch hier.

Sommerzeit ist generell Hechtzeit!

Bei vielen steht der Spät-Herbst für Hechte ganz dick im Angelkalender. Das liegt wahrscheinlich daran, weil gerade in dieser Jahreszeit kapitale Fische gefangen werden. Im Sommer, wenn die Tage unendlich lang sind, sind die Hechte aber ebenfalls laufend auf der Jagd, wenn man die passende Angelzeit abpasst.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Das gilt auch beim Hechtangeln im Sommer. Hier sollte man schon vor 5 Uhr morgens am Wasser aufkreuzen. Genau zu dieser Zeit sind die Hechte besonders aktiv. Jetzt heißt es nur noch, sie auch zu finden. Darum sind wir ausschließlich mit Kunstköder unterwegs. Die Köderfarbe wird durch das Wasser entschieden. Bei trüben Wasser verwenden wir bunte bis grelle Farben (gelb - rot - grelles grün). Ist das Wasser eher klar, bevorzugen wir Naturfarben (natürliches/dunkles grün - silber - grau). Allerdings muss man ein wenig flott auf den Füßen sein, oft ist die gute Beißzeit an sonnigen Tagen schon zwischen 8 und 9 Uhr beendet.

Die Angelstellen sind nun die „Klassiker“: Steilkanten, Hindernisse am Grund sowie Schilf- oder Krautkanten.

Abends: Party-Time für Hauki*) und Co

Aber nicht nur die klassischen Morgenstunden sind extrem fängig. Auch abends feiern die Hechte bis tief in die Nacht wahre Partys. Dabei bedienen sie sich am Buffet, bestehend aus Schwärmen von Brut- und Kleinfischen. Daher solltet ihr eure Spinn-Ruten auspacken, wenn an heißen Tagen die Sonne hinter den Hügeln oder Bäumen verschwindet. Hauki ist am Abend in den hellen und in den dunklen Stunden aktiv und ihr könnt eure Imitate gut geführt unters Fisch-Kleinfischvolk schmuggeln. Auch hier gilt: Klares Wasser natürliche Formen und Farben; trübes Wasser auffallende Formen und Farben.

Für euch sollte bei Dunkelheit jetzt aber nicht Schluss sein. Denn die Sommernächte werden meist gar nicht so stockdunkel wie gemeinhin angenommen wird. Gerade wenn der Himmel klar ist, setzen sich vom Grund betrachtet dunkle/schwarze Kunstköder extrem gut vom helleren Himmel ab. Jetzt ist ein schwarzer, flach laufender Wobbler ein heißer Tipp, aber auch Wobbler, die andere Reize setzen (Popper, Wobbler mit Rasseln), können nun den Hecht zum Biss verleiten. Die Hechte lauern im tieferen Wasser und deren Sensoren sind nach oben gewandt. Schwimmt ein kleiner Fisch an der Oberfläche vorbei, nehmen ihn die Hechte mit ihren Organen genauso gut auf, wie am hellen Tag. Nehmt euch für die Abendsitzungen am Wasser also länger Zeit als es hell ist. Die 2 Stunden mehr können euch reichlich belohnen.

Am Tag ist Flaute?

Das kann man nicht so generell sagen. Es hängt einfach vom Wetter ab. Gerade an Sommertagen entscheidet das Wetter ganz extrem über die Hecht-Aktivität. Klare, windstille Tage, an denen die Sonne vom Himmel strahlt, solltet ihr besser im Freibad verbringen. Dann machen die Hechte meist auch Siesta. Wenn es aber bewölkt ist und zudem ein schöner Wind auf dem Wasser liegt, wird es wieder interessant. Wir packen an solchen Tagen, wenn sie auch nicht so gemütlich sind, schon wieder die Kunstködertasche über die Schulter und ab geht’s...

Beifänge nicht ausgeschlossen!

Natürlich geht im Sommer an den oben genannten Tageszeiten nicht nur Hecht. Zander und Barsche sind genauso aktiv. Und oft fällt ein kräftiger Zander, Waller oder Barsch auf einen dicken Hechtköder rein. Unsere Fangbilder auf unserem Facebook-Angebot zeigen das. Keine Frage: Im Sommer geht auf Raubfisch und Co. sehr, sehr viel. Man muss zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein. Dann klappt es auch mit dem Räuber...

*) Hauki: Auf finnisch „Hecht“. Der Name passt nach Meinung des Autors auf kleine bis mittlere Hechte wie auf die Schuppen geschrieben!