Es klappert im Wobbler im rauschenden Bach

Überall, wo der Kunstköderangler heute hinschaut, wird gerasselt. Nicht nur beim Forellenangeln, sondern auch beim Raubfischangeln mit dem Wobbler. Doch der Markt bietet recht viele Rasselvarianten, die entweder nur durch ein einfaches „Tocken“ bis hin zu einem feinen „Rasseln“ reichen.

Doch welche Klicker-Frequenz ist in welchen Situationen erfolgreich? Hier gehen die Meinungen oft auseinander. Das meint fangplatz.de dazu...

Die Frequenz macht es! Doch was macht die Frequenz?

Kunstköder, die Geräusche (in welcher Form auch immer) von sich geben, haben ein gewisses Extra in ihrem Inneren. Meistens handelt es sich im Kügelchen, die unterschiedlich groß und aus unterschiedlichem Material sind. Schlagen diese Kugeln gegeneinander oder gegen den Kunststoff des Köders, wird ein Geräusch erzeugt. Die große Kunst des Köderherstellers ist es, genau das passende Geräusch zu erzeugen. Hierzu werden verschiedene Materialien bei den Kügelchen, der Kugelumhüllung und bei der Kugelpositionierung im Kunstköder verwendet.

Harte Materialien (z.B. Stahl) erzeugen hellere Töne (große Frequenzen), weichere Materialien (z.B. Blei) dumpfe Klänge (kleinere Frequenzen). Bei der Glasrassel im Forellenangeln kommt zudem noch der Aspekt der Sichtbarkeit hinzu.

Diese Töne können jetzt durch Plastik-Umhüllungen verfeinert werden. Stahlkugel in einem Körper aus AAC-Plastic scheppern, in einem Körper aus ABS-Plastik hingegen geben sie ein dumpferes Geräusch, da das Material weicher ist und die Stöße absorbiert. Zudem sorgen viele kleine Stahlkugeln für laute, hohe Geräusche, während wenige große Kugeln für laute, tiefe Töne verantwortlich sind.

Nie die Balance vergessen

Den richtigen Klapperton zu finden ist die eine Sache. Die andere ist es, dem Kunstköder dennoch eine perfekte Balance im Wasser zu verpassen. Dies kann der Köderbauer durch die richtige Positionierung der Kugeln im Kunstköder erreichen. Man kann mit ihnen den Köder wie eine Pose austrahieren. An die richtige Stelle im Kunstköder platziert kombiniert mit der passenden Anordnung, kann man den Kunstköder zum Sinken, Steigen oder Schweben bringen.

Ist das alles gelungen, muss der Wobbler noch die richtigen Flugeigenschaften beim Auswerfen mit bringen. So fliegen Wobbler, die Gewichte in im Kopfteil haben, extrem schlecht. Dafür sinken sie flott auf tiefere Wasserregionen ab. Umgekehrt verhalten sich Kunstköder mit Zusatzkugeln im Schwanz. Sie fliegen super, wobei sie eher in den oberen Gewässerschichten arbeiten werden. Daher haben Popper, Spooks, Walk-the-Dogs und Pullbaits diese Rasselverteilung.

Ein Mittelding sind die im Wasser schwebenden „Suspender“. Sie haben ihr „Rasselsortiment“ über den gesamten Körper verteilt, weshalb sie schön in einer Tiefe stehen bleiben können.

Ihr seht, Rassel ist nicht gleich Rassel und im Geschäft sieht man oft den Ködern noch nicht an ob sie auch im Wasser funktionieren. Generell kann man aber sagen: Gutes Material hat auch hier seinen Preis und Probieren geht über Studieren. Da verhält sich auch jeder Kunstköder bei der individuellen Führung anders.

Forellen lieben das Getümmel

Bekanntlich spielen wir seit jetzt 2 Jahren mit der Forellenrassel in den heimischen Forellenanlagen herum und machen damit die Bewohner (und nicht selten auch die Betreiber) ganz narrisch. Denn unsere Glasrasseln bringen die Forellen so richtig in Beißlaune.

Doch auf welche „Rasselart“ (also die Rasselfrequenz) fahren die Salmoniden am ehesten ab?

Das ist von Situation zu Situation und Tag zu Tag unterschiedlich. Generell möchten Forellen immer gerne dort mitmischen, wo richtig etwas los ist. Das haben sie von klein auf gelernt. Sobald das Futter auf die Wasseroberfläche einprasselt, schwimmen sie instinktiv zu diesem Ort. Denn das Geräusch bedeutet für sie FUTTER. Dadurch, dass sich alle Forellen so verhalten, ist an der Futtereinwurfstelle ein richtig wildes Treiben. Das ist mit Barsch-Raubzügen in natürlichen Seen zu vergleichen. Auch dort ist ein richtig wildes Treiben, wenn die Kleinfischschwärme durch gezielte Jagd-Strategien dezimiert werden. Genau dieses Treiben können die Fische im Wasser als Druckwellen mit ihren Seitenlinienorganen wahrnehmen, was wir jetzt mit den kleinen Rasseln, die eine hohe Frequenz von sich geben, hervorragend imitieren können.

Rasselt es also mit kleinen Kügelchen gewaltig, verbindet die Forelle das mit Futter und geht auf die Suche. Diese Kügelchen sind gerade bei den kleinen und mittelgroßen Forellen besonders erfolgreich, denn diese Tiere sind generell auf der Nahrungssuche.

Man kann das Rassel-Geräusch im Wasser auch wesentlich tiefer und vereinzelter erklingen lassen. Dann haben wir ein niedrigfrequentes „Klocken“, was der Raubfisch eher als einen verletzten Flossenträger interpretiert. Große Forellen gehen diesen Signalen tendenziell als Einzelräuber nach und schnappen nach diesen Ködern. Diese Klick-Klack-Geräusche klappen daher besonders gut wenn die Fische eher faul und träge sind. Große Forellen sind eigentlich selten träge. Sie haben ihre „Lauscher“ immer auf, wenn es einen großen Happen zu ergattern gibt für den sie sich nicht anstrengen müssen. Daher ist ein Klick-Klack auch immer einen Versuch wert,w enn sich sonst am Forellensee gar nichts tut. Probierte s einmal selbst aus!

Hechte sind nicht faul!

Im Gegensatz zu der herkömmlichen Meinung, dass Hechte faul auf ihrem Standplatz stehen und gelangweilt auf ihre Nahrung warten, sind unsere Beobachtungen, dass die Mehrheit der Hechte extrem aktiv sind. Dabei haben sie immer alle Sinnesorgane auf Empfang gestellt, um sich ihre Tagesration an Fischen zu sichern. Dabei sind zugegebenermaßen einige Exemplare aktiver, andere hingegen eher faul. Hechte machen ihre Beute mit ihren sehr guten Augen, ihren Seitenlinienorganen und durch ein inneres Ohr aus. Ihre Wahrnehmung unter Wasser ist so hervorragend ausgestattet, dass sie sicher zu den perfektesten Raubfischen im Süßwasser gehören.

Bei ihnen beobachtet man ein ganz ähnliches Verhalten auf „Rassel-Geräusche“ unter Wasser. Sind die Hechte in Beißlaune, zieht sie ein hochfrequentes Rasseln magisch an. Das vermittelt ihnen viele kleine Beutefische die munter durch das Wasser flitzen. Hier kann der Hecht spielend in den Schwarm schießen.

Etwas anders sieht es an Tagen aus, an denen die Hechte weniger Appetit haben. Genau dann sind lautlose oder nur selten mit tiefen Frequenzen klickende Köder die bessere Wahl. Hier muss das Zusammenspiel zwischen Klicken, Köderführung und Köderoptik passen. Der Hecht will an solchen Tagen wirklich zum Biss überredet werden.

Dicke Zander und Barsche mögen's laut

Rasselt man auch Hechte, dann gehen sowohl die kleinen Großmäuler als auch die Dicken auf diese Köder los. Bei Zandern und Barschen sieht die Sache anders aus. Hier sind es vor allem die größeren Exemplare, die auf das Geräusch reagieren. Dabei spielt es auch keine Rolle ob sie in Beißlaune sind oder nicht. Man sollte also an Angeltagen, an denen man es auf sie abgesehen hat, alles was klappert auch mal mit auf die Waagschale werfen. Es lohnt sich!

Wir haben auch sehr gute Erfahrungen mit der Amino Trout Rassel auf Barschschwärme gemacht. Mit ihr in Verbindung eines Wurmfetzens (s. unser Rasselvideo mit Orle vom Team TFT) können ganze Barschschulen mit ihren kapitalen Anführern fresswütig machen. Also die Amino Trout Rassel klappt nicht nur auf Forelle, sondern auch extrem gut auf die Barsche!

Fazit:

Das Rasseln ist beim Kunstköder schon lange nicht mehr wegzudenken. Es gibt viel zu beachten, um die richtige Rassel zu finden. Hinzu kommen die passenden Köderfarben zur passenden Tages und Jahreszeit. Hat man die richtige Kombination zum Angelplatz, dann wird auch gefangen. Zugegeben, die Weiterentwicklung macht die Auswahl nicht einfacher, dafür gibt es nach einem Angeltag mehr zu analysieren, weshalb man erfolgreich oder erfolglos war. Viel Erfolg beim Start in die Raubfischsaison!

Euer
schummi

Ein Dank an die fleißigen fangplatz.de-Redakteure Ali Altin und Alex Cruz, für die tatkräftige Unterstützung zu diesem Artikel.