Bella Italia!... Auch für Forellen-Angler

Eine WM ist immer etwas ganz Besonderes. Wenn sie dann noch in einem der angelverrücktesten Ländern in Europa ausgetragen wird, dann ist Gänsehaut-Feeling von der ersten bis zur letzten Minute fast garantiert.

Zentrale Eröffnungsfeier in Florenz

Ein ganz großer Moment war am Freitag vor der Angelwoche die Eröffnungsfeier in Florenz. Fast 3500 Angler aus 56 Nationen zogen aus allen Himmelsrichtungen zum Veranstaltungsgelände ein. Dort konnte man die Könige des Friedfischangelns, das englische Nationalteam, hautnah und live erleben, aber auch unsere italienischen Freunde waren vollzählig anwesend und so entstand nach der Begrüßung eine bunte Mischung am Freiluft-Buffet am Arno-Ufer inmitten von Florenz. Schon das war ein Erlebnis, was jeder unseres Forellen-Nationalteams ganz sicher mit nach Hause genommen hat.

Abreise zu den Austragungsorten

Jede Angeldisziplin hat ihre gewissen Grundbedürfnisse. Die Meeres- und Big-Game-Angler brauchen Salzwasser, die Friedfischangler einen Kanal oder Fluss, die Kunstköderangler einen See mit Booten und wir Forellenangler brauchten natürlich einen Forellensee.

Die Feederfischer waren bei uns ganz in der Nähe aktiv und so machten wir uns am folgenden Montag zusammen mit dem DAV Feeder-Team auf den Weg nach Perugia. Es stand eine Trainingswoche an, in der alle Teilnehmer ihr Gewässer, die Gegebenheiten und natürlich auch die Fische kennenlernen und ihr Gerät entsprechend abstimmen konnten.

Erkennen der Angelsituation

Ab Dienstag war dann „Angeln pur“ angesagt! Der Austragungsort war der Lago Clitunno. Das Gewässer war 3,5 m tief und hatte recht klares Wasser. Denkbar knifflige Bedingungen, da zudem die Sonne vom Himmel brennen sollte. Das führte dazu, dass der Grund des Sees mit einem dichten Krautbeet bedeckt war. Die Pflanzen reichten ca. 50 cm über den Grund und die scheuen Forellen hatten sich in ihnen vor der Sonne und vor dem Trubel versteckt. Es galt also, sie möglichst zielgenau dort unten zu befischen. Es zeigte sich sehr schnell, dass sie hinter dem Kraut oder sogar direkt am Grund standen. Hier mussten sie also überlistet werden.

Da das Krautfeld mal mit kurzen, mal mit weiten Würfen erreicht werden musste, entschieden wir uns für Tubertini Trout-Finder Ruten der Größen 2-6. Die feinen aufzusteckenden Spitzen zeigten uns ideal, wie Feederspitzen, die sehr vorsichtigen Bisse an. Damit wir unsere feinen Montagen, bestehend aus „Pro Suspende“ (Tubertini Bombarden/Sbirolinos), Schwimmer BG15 und Dämon, Glas Short, Bleiketten 2,5gr bis 5,5gr sowie Haken der Tubertini Serie 22 rot Gr.4-8 (sehr dünndrahtig und verschränkt) und der TFT T-Rex Haken Gr.4-8 (kompakt und sehr stark verschränkt) weit auswerfen konnte, kam eine 0,16mm oder 0,18mm starke Monofil-Schnur (UC 4 Gorilla) zum Einsatz. Dabei setzten wir im Team auf Tubertini-Rollen-Modelle Sirio, Vertigo und Azteka in den Größen 2500 bis 5500.

Für das Fischen waren nur Bienenmaden der Fa. S.A.G.I.P. erlaubt, die komplett für alle Teilnehmer des Angelns gesponsert wurden.

Das Material, die Technik und der Verlauf der Veranstaltung

Während der gesamten Zeit herrschte eine extreme Hitze. Daher wurde von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr gefischt. Die Teamangler verteilten sich auf 4 Sektoren (ein Angler pro Sektor) wobei es 10 Platzwechsel gab. Jeder Angler fischte so in jedem Seebereich, womit die Chancengleichheit mehr gegeben war. Damit die Plätze schnell gewechselt werden konnten, haben wir alle sog. Forellenständer, die wir uns mit einem Handgriff schnappen konnten und so am nächsten Platz dann wieder flott einsatzbereit parat standen.

Bei unseren Angeldurchgängen fingen wir vorwiegend 300 gr. Fische, die auch mit ganz feinem Gerät sehr zügig in den Kescher gedrillt wurden. Dabei hielt uns unser Coaching-Team Thorsten Orlowski und Didi Schmiedicke mit unseren „Capitano“ Dirk Glinka immer über die aktuelle Fangsituation auf dem Laufenden. Wie bei fast jedem Sport ist ohne eine gute Betreuer-Mannschaft kein Erfolg möglich und die Jungs haben in dieser Woche einen vortrefflichen Job gemacht, zumal sie keine Angel in die Hand nehmen konnten. Jeder Angler von uns weiß, dass dies eine Höchststrafe ist. Trotz dieses Handicaps waren sie immer mit volle Konzentration bei der Sache und brachten uns alle wichtigen Informationen zur passenden Zeit.

Das brachte unserem Team im Laufe der Woche und auch während der Angeldurchgänge immer mehr Sicherheit. Die deutschen Angler konnten am Ende einen extrem starken 2 Platz hinter den noch unschlagbaren Italienern verbuchen. Dritter wurde die sympathischen Schweizer, die den am Ende entstandenen Entscheidungs-Krimi mit uns dann doch noch verloren. San Marino wurde Vierter.

Im Vergleich zu der ersten WM 2008 hat sich das deutsche Team um einen Platz verbessert. So waren auch die anderen „Forellen-Angel-Nationen“ Italien, San Marino und die Schweiz voll des Lobes bezüglich der Entwicklung der deutschen Forellen-Cracks. Es ist deutlich geworden, dass Deutschland binnen von wenigen Jahren zur Weltspitze im Forellenangeln aufgeschlossen hat. Sicher auch ein Ergebnis des Booms im deutschen Forellenangeln und dem damit verbundenen stetigen Wachsen der Anzahl von Forellenseen und Forellenangler.

Fazit:

Die Italiener mit über 25 Jahren Erfahrung in der Tremarella Technik waren nicht aufzuhalten, doch voller Lob über die Leistung des deutschen Teams. Wir haben es nur nach 3 „Lehr-Jahren“ in die Weltspitze geschafft. Italien stellte mit Maurizio Monaco den amtierenden Einzel-Weltmeister

außerdem belegten die italienischen Team-Angler Platz 2 und 3. Unser Team schaffte es 3 Angler unter die besten 10 Angler zu platzieren.

Wer einmal Interesse an den aktuellen Tremarella Techniken hat, kann uns gerne als Angler oder Zuschauer bei einer der TFT Promotion Veranstaltungen besuchen. Denn dort stehen wir mit Rat und Tat zur Seite.
Wir danken allen Sponsoren sowie unseren Frauen, die uns begleitet oder zu Hause auf uns gewartet haben.

Euer

Jörg Iversen