Die Vertragsmodelle an den deutschen Angelseen:

Die unterschiedlichen Angelseen haben auch verschiedene Vertragsmodelle. Eins haben alle gemeinsam: Irgendwann am Tag werden neue Fische eingesetzt.

In der Regel zählt der Betreiber des Forellensees am Morgen die Angler durch und besetzt dann den See mit Forellen. Faustregel ist hier, dass ca. 2,5 kg Forellen pro Angler eingesetzt werden. Wie viele ihr davon fangt, liegt an euch. Der gesamte Fang ist mit eurer erworbenen Tageskarte abgegolten. Aber Vorsicht!

Oft stehen besondere Fischarten, wie große Störe oder Waller unter ständigem Schutz! Lest also vorher genau die Erlaubnisbedingungen durch. ;-)

Einige Forellenseenbetreiber bieten noch so genannte Kilo-Teiche an. Hier könnt ihr ganz sicher sein, dass ihr schnell und in regelmäßiger Folge Forellen fangt. Allerdings sind sie doch eher klein und müssen am Ende pro Kilogramm gezahlt werden. Dafür braucht ihr aber keine Tageskarte zu lösen.

Dänische Modelle

In Dänemark ist die ganze Forellen-See Thematik wesentlich umfangreicher. Die Seen sind oft viel größer. Hier wird nicht nur ein täglicher Besatz eingebracht, sondern auch ein Wochen- oder Monatsbesatz. Auf einer Info-Tafel können sich die Angler täglich darüber informieren, wie viel Fischbesatz zuletzt eingebracht wurde. Eine bessere Transparenz kann man sich also nicht wünschen.

ACHTUNG! Deutsches Recht!

Angeln für Erwachsene:
Viele denken, weil sie an einen kommerziellen Angelteich zum Fischen gehen, benötigen sie keinen Angelschein. Das ist aber bis auf einigen wenigen Ausnahmen mitnichten der Fall. Überall gilt nämlich das deutsche Tierschutzgesetz und es verlangt von jedem Angler in Deutschland im §4 Abs. 4, dass „… Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu nötige Kenntnisse und Fähigkeiten hat.“ Das wird in der Regel nur durch die Sportfischerprüfung erbracht. Ausnahmen gelten in den Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg. Generell gilt aber immer: Bevor man zum Angeln in einem Forellensee loszieht, sollte man die rechtliche Lage genau klären, zumal regelmäßige behördliche Kontrollen an Forellenanlagen durchaus zur Regel geworden sind. Die Betreiber der Angelanlagen können und müssen hier genau Auskunft geben.

Jugendliche und Angeln:
Auch hier hat wieder jedes Bundesland seine eigenen Gesetze. Oft können Minderjährige (in NRW bis zum 16. Lebensjahr) einen Jugendfischereischein beim Ordnungsamt oder der Bürgerberatung erwerben. Mit ihm können sie in Begleitung eines Erziehungsberechtigten, der im Besitz einer Sportfischerprüfung (und eines Sportfischerpasses) ist zum Angeln gehen.

Generell gilt, dass Kinder, die das Mindestalter für jegliche offiziellen Angelscheine (z.B. Jugendfischereischein) noch nicht erreicht haben, unter Anleitung einer fachkundigen Begleitung an das Angel-Hobby herangeführt werden können.

Heißes Thema Setzkescher!

Der Setzkescher wurde in den letzten Jahren gerichtlich heiss diskutiert. Am Ende steht ein komplizierter Sachverhalt, der den Setzkescher unter bestimmten Umständen zwar erlaubt, die rechtliche Lage des Erlaubten aber recht kompliziert ist.

Das Tierschutzgesetz gibt hier nämlich in §1 vor: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Ein anerkannter vernünftiger Grund wäre, den Fischfang „zum Zwecke der menschlichen Ernährung oder zum Zwecke der Hege und Bewirtschaftung“ zu hältern. So erklärt es uns der Tierschutzbericht 2003 der Bundesregierung aus 2003.

Der Grad des Erlaubten ist hier aber sehr dünn, denn das Tierschutzgesetz erklärt uns in §17 Nr. 2b die Tierquälerei „wenn einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen oder Leiden zugefügt werden.“ Hierzu hat Prof. Dr. Schreckenbach in seinem Gutachten genau geklärt, wann das bei Forellen nicht der Fall ist. Demnach liegt keine quälerische Misshandlung vor, wenn eine sachgerechte Hälterung in einem so genannten Schonsetzkescher vorgenommen wird. Dieser muss aber eine Mindestlänge von 3,50 m bis 4 m und einen Mindestdurchmesser von 50 cm haben. Das Material des Setzkeschers muss aus ungeknüpftem Nylonmaterial bestehen und horizontal sowie parallel zum Ufer aufgestellt werden. Dabei ist dafür Sorge zu tragen, dass der Setzkescher sich vollständig im Wasser befindet und komplett sowie stabil aufgespannt ist.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Anwendung dieser Ratschläge die Wahrscheinlichkeit einer Anzeige nicht minimieren. Allerdings steigern sie die Chance, im Ernstfall freigesprochen zu werden. Wer sich diesem juristischen Dschungel von Argumenten und Gegenargumenten lieber entziehen möchte, sollte den Setzkescher gleich daheim lassen und seinen Fisch sofort nach dem Fang waidgerecht töten und kühl lagern. Betreiber von wirklich guten Forellenseeanlagen ,wie die Fischzucht Wagner, haben auch Brucheis für ihre Kunden zur Hand.

Das Verhalten am Forellensee.

Wie oben schon kurz angesprochen wurde, erkennt man gute Angelseen schon am Verhalten deren Angler. Wie sieht dieses jetzt aber genau aus?

Generell gilt, dass du als Angler an dem See zu Gast bist und so solltest du dich auch verhalten. Dazu gehören:

  1. Sauberkeit ist oberstes Gebot!
    Sei es die Köderdose, die Getränkeflasche oder die verwickelte Angelschnur mit Haken. ALLES gehört entweder nach dem Angeln mitgenommen oder in die aufgestellte Mülleimer. Dazu gehören auch die Zigarettenstummel, die oft achtlos weggeworfen werden. In vielen Anlagen muss sogar mit einer Verschmutzungsstrafe gerechnet werden.
  2. Tolerantes Verhalten ein Muss!
    Oft sind die Angelseen nicht sehr groß. Die modernen Angeltechniken geben uns zudem die Möglichkeit, große Bereiche von unserem Angelplatz zu befischen. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich beim Angeln ein wenig in die Quere kommt. Allerdings solltest du dem Angelplatz deines Nachbarn immer eine Intimsphäre gönnen.
    Beißt mal ein Brocken bei einem Nebenmann an und zieht er in deine Angelregion, dann ist das Einkurbeln der eigenen Schnur obligatorisch. Du könntest der Nächste mit einer dicken Forelle sein! ;-)
  3. Ein Unterfangkescher ist ein Muss!
    Ohne Unterfangkescher geht gar nichts!!! Er hat immer dabei zu sein. Ein Tipp: Unterfangkescher können nie zu groß sein, aber oft zu klein. ;-)
  4. Wandern nicht gern gesehen.
    Am Anfang eines Angeltages entscheidet man sich für seinen Angelplatz, wechselt ihn gegebenenfalls ein Mal, wenn man dabei keinen stört. Ein ständiges Umherziehen neben den Angelplatz, an dem eben eine Forelle gelandet wurde, gehört sich nicht!
  5. Schonender Umgang mit dem Fang.
    Gefangene Fische werden vorsichtig gekeschert und sofort waidgerecht getötet. Erst dann entfernt man den Haken. Man greift sich den noch lebenden Fisch auch nicht mit einem trockenen Handtuch, sondern nur mit feuchten oder nassen Händen. Ein schonender Umgang mit dem gefangenen Fisch, so dass er keinen unnötigen Stress erleidet, ist also selbstverständlich und vom Tierschutzgesetz vorgeschrieben.
  6. Krach und Lärm sind tabu!
    Auch Forellenanlagen sind keine Partymeilen. Wer meint, hier mit Freunden lautstark feiern und diskutieren zu können oder lange und lautstarke Handytelefonate führen zu können – Fehlanzeige!
  7. Das Wort des Teichbesitzers ist oberstes Gesetz!
    Den Anweisungen des Teichbesitzers ist ohne große Diskussionen Folge zu leisten. Er ist dein Gastgeber und somit der Chef!
    Gleiches gilt für die individuellen Teichregeln.

Sucht ihr euch die richtige Angelanlage mit der richtigen Leistung aus und haltet euch zudem an die oberen Regeln, dann könnt ihr mit euren Mitanglern jede Menge gemeinsamen Spaß am Angeln haben und es kommt zudem jeder ganz sicher auf seine Kosten!

Wie ihr beim Angeln ganz weit kommen könnt, erfahrt ihr in den nächsten Teilen unserer Forellenserie. Wartet es also ab...