Forellen ganz bockig? Dagegen hilft die Glasrassel!

Glas ist bei südländischen Forellen-Experten eine »Standard-Waffe« gegen vorsichtig beißende Forellen in stark befischten Seeanlagen. Ein wichtiger Aspekt bei den Angeltechniken der Italiener ist, den Forellen möglichst viele Reize anzubieten. Dabei spielt die Rotation des Köders, verbunden mit ruckigen Bewegungen eine zentrale Rolle. Manchmal reicht das aber nicht aus, um die Fische zum Beißen zu bringen. Dann hilft die Glasketten-Rassel…

Das Klackern der Raubfischangler

Raubfischangler wissen  schon lange, dass kleine Kügelchen, die im Wobbler klappern, zu großen Fischen führen. Die italienischen Forellen-Angler haben sich ebenfalls das »Klimpern« zu eigen gemacht. Allerdings haben sie es mit ihren Erkenntnissen kombiniert. Sie setzen auf Glasketten, die auf die Hauptschnur aufgefädelt sind und durch kleine Minifedern voneinander getrennt werden. Werden sie richtig im Wasser geführt, erzeugen sie ein leichtes Rasseln und Klappern, welches die Forellen neugierig und beißwütig macht.

So wird es gemacht

Aus anderen fangplatz.de-Berichten habt ihr sicher schon entnommen, dass Glaskörper zur Beschwerung gerne beim italienischen Forellenangeln eingesetzt werden. Sei es als einfache Glasstäbe oder als kleine Amino Troutrasseln.

Diese Technik mit kleinen Glasstäben, die durch Federn getrennt werden, ist für die ganz feine Forellenangelei. Sie ist vor allem in solchen Situationen sehr erfolgreich, wenn die Fische gar nicht mehr beißen wollen. Ich war mit der Glaskette in den letzten Sommermonaten unterwegs und konnte neben Portionsforellen noch so manche dickere Bonusforelle erbeuten.

Die Montage ist denkbar einfach. Ihr fädelt einfach fünf Glasstäbchen abwechselnd mit 4 Minifedern auf die Hauptschnur. Vor dem am Ende der Hauptschnur geknoteten Dreiertönnchenwirbel, der Schnurverdrallungen verhindert, zieht ihr noch einen Gummistopper, der das Glas schützt.

Viele schwören noch zusätzlich auf einen Gummistopper mit Doppeltönnchenwirbel auf der anderen Seite der Glaskette, der dann aber ca. 2 – 10 cm vom ersten Glaskörper entfernt sein sollte.

Als Hakenvorfach kommt eine Flurocarbon-Schnur mit einer Länge von 2 m an einem 12er  Haken zum Einsatz (z.B. Tubertini Serie 22).

Der Köder

Wie bei den italienischen Angeltechniken üblich, kommen auch mit dieser Montage vorwiegend Bienenmaden zum Einsatz, die man so am Haken befestigt, dass sie sich im Wasser drehen. Hier empfehlen sich die einfache, halb aufgezogene Made und die klassische Doppelbeköderung Montage.

Die Angeltechnik

Diese Angeltechnik ist etwas für ganz feine Angelruten. Das Wurfgewicht darf durchaus nur 1 – 3 g haben. Ihr könnt mit dieser Montage zwar nicht so weit auswerfen wie mit Monsterbombarden, aber das müsst ihr auch nicht. Sie wird euch trotzdem jede Menge Bisse bringen.

Wenn  ihr den Köder ausgeworfen habt, beginnt ihr, die Rutenspitze in Schwingungen zu setzen. Je besser/feiner die Rute gebaut ist, umso einfacher und kontinuierlicher bekommt ihr das hin. Wenn ihr  eine optimale Rute für diese Angelei in der Hand habt, dann braucht ihr eigentlich nur zum Beginn der Einholbewegungen etwas mehr Kraftaufwand zu betreiben um die Rutenspitze zum Schwingen zu bringen.

Danach verläuft eine Welle von der Rutenspitze zum Handteil und wieder zurück. Ihr müsst dann nur noch zusehen, dass diese Welle in der Rute nicht abklingt. Das bedarf keiner großen Mühe. Während dieser Schwingbewegungen holt ihr langsam ein. Nun habt ihr mehrere Reize am Start: Die Rotation des Köders, das Zucken des Köders und das Rasseln der Glasketten, die laufend auf den Feder an der Hauptschnur hin und her tanzen und dabei leise Geräusche fabrizieren. Wenn ihr mit den Reizen jetzt noch spielt (langsamer/schneller einholen und stärker/schwächer wackeln), dann werdet ihr eure Forelle sicher fangen.

Dabei ist ganz wichtig, dass ihr laufend kurbelt, auch wenn die Fische anbeißen. Im Gegensatz zum Angeln mit Forellenteig könnt ihr ganz beruhigt weiterdrehen, bis die Forelle richtig zuschlägt, was ihr dann natürlich mit einem Anhieb beantwortet.

Weiterhin ist es auch bei dieser Technik wichtig, die Forellen im Gewässer zu suchen. Ihr müsst also laufend Ausschau halten, wo sich gerade etwas im Wasser tut. Dabei hilft euch auch eine Polarisationsbrille, mit der ihr besser ins Wasser schauen könnt. Habt ihr Gebiete mit höherer Fischaktivität gefunden, dann seht zu, dass  euer Köder dorthin befördert wird. Aber achtet auch auf eure Mitangler!

Fazit:

Irgend etwas geht immer am Forellensee. Probiert einfach mehrere Techniken aus und nehmt  Glas, in welcher Variation auch immer, mit ans Wasser. Die Fisch liebende Verwandt-  und Bekanntschaft wird es euch danken.