Posenformen: Zusatzreize mit der Pose setzen

Forellen lassen sich mit so vielen Reizen locken, die in Deutschland noch längst nicht bekannt sind. Mittlerweile hat es sich an den deutschen Forellenseen herum gesprochen, dass Rasseln und Klappern die Salmoniden richtig zum Beißen verleiten.

Anders sieht es noch bei den Posenformen aus. Hier wundern sich viele im Fachgeschäft über die verschiedenen Formen, schieben diese aber auf die Variationen der früher verwendeten Wasserkugel und legen sie beiseite. Das ist jedoch ein Fehler. Denn hinter den Formen steckt viel mehr als sie zunächst vermuten lassen. Denn sie geben dem Köder jede Menge zusätzliche Reize. Welche Posenform was bewirkt, stellen wir euch jetzt vor.

(Pfauen-)Federkiel:

Die (Pfauen-)Federkiel wird von den Experten im Rheinland und im Siegerland schon etliche Jahre erfolgreich verwendet. Sie werden mit drei (!!!) Gummis auf der Hauptschnur befestigt und finden ihre Anwendung beim Schleppen mit Blei- oder Glasgewichten. Wird euer Köder von den Forellen attackiert, dann zeigt euch die Feder ganz exakt diese Attacken an ohne der Forelle einen Widerstand zu bieten. Darüber hinaus sorgt die Feder für leichte unvorhersehbare Bewegungsvariationen, die gerade beim Forellenangeln sehr willkommen sind.

Noch ein kleiner Rat zu den Federn: Die Endgummis sollten auf jeden Fall ein wenig über die Federenden stehen. So verhindert ihr, dass sich die Schnur beim Wurf verfangen kann. Ein wichtiges drittes Gummi solltet ihr in die Federmitte platzieren. So verhindert ihr, dass die Feder mit nur zwei Gummis am Ende in der Mitte unter Belastung zerbricht.

Einsatzt-Szenario: Die Forellen regieren auf geschleppte bauchige Posen, lassen aber immer wieder nach der ersten Attacke los, weil z.B. der Köder danach zu schnell absinkt oder einfach zu schnell geführt wurde. Jetzt könnt ihr von der reinen Schleppmontage (nur mit Blei oder Glas bestückt) auf eine Federmontage umsteigen. Dann wird der Köder langsamer geschleppt und ihr werdet sehen, dass jetzt die Forellen „hängen“.

Klassische Schlepp-Pose

Die klassische Posenform ist länglich und wie eine kleine Karotte geformt. Sie ist ein Allroundkönner und kann zum Tremarella-Angeln (Schleppen mit zitternder Rutenspitze), aber auch zum Ansitzangeln eingesetzt werden, da sie den Forellen nur ganz geringen Widerstand beim Biss entgegen setzt. Ein sehr gute klassische Forellenpose hat ein Schnurlaufröhrchen in der Mitte im Posenkörper. Die Tiefe wird mit zwei Silikonschläuchen am Posenkiel fixiert.

Die klassische Posenform gibt praktisch keine Reize beim Forellenangeln aus. Sie sorgt lediglich dafür, dass der Köder konstant in einer bestimmten Tiefe angeboten werden kann.

Einsatz-Szenario: Die Forellen stehen exakt in einer bestimmten Tiefe und der Köder muss wesentlich langsamer durch einen Schwarm geschleppt werden, als es mit einer Glas-/Bleikette oder Federkiel-Montage möglich ist. Mit der klassischen Pose ist auch ein kurzes Anhalten des Köders für mehrere Minuten möglich, so dass man bedenkenlos auch Schlepp-Pausen von 1-2 Minuten immer wieder einlegen kann.

Der Popper

Dicke Posen und stille Gewässer? Das ist fast ein Unding und jeder Friedfischangler wird die Nase rümpfen, wenn er das sieht. Beim Forellenangeln übernimmt die Popper-Pose aber noch die Aufgabe des Reiz-Setzers. Die unterschiedlichen Bauchformen definieren die Reizfrequenz. Doch wie wird mit einer Pose einen Zusatzreiz gesetzt? Indem man die Pose durch heftige Rutenschwingungen im Tremarella-Stiel zum Wackeln bringt. Dieses Wackeln verursacht, dass die Pose kleine wellen auf dem Wasser aussenden und dabei leicht auf die Wasseroberfläche klatscht. Diese Signale ähneln denen von ins Wasser gefallenen Insekten, die dann heftig strampeln. Die Frequenz kann aber auch so animiert werden, dass die Forellen die Signale als ins Wasser fallende Pellets oder springende Kleinfischschwärmen interpretieren. Egal, was es am Ende für die Forelle ist. Sie geht bei der Aufnahme der Posensignale davon aus, dass sich an deren Quelle Futter befindet und macht sich auf den Weg. Raubfischangler kennen das Verhalten vom Wallerholz.

Die Popper sorgen übrigens ganz nebenbei auch dafür, dass man Abschnitte wesentlich länger im Tremarella-Stiel befischen kann, weil man den Köder einfach viel langsamer einholen muss.

Einsatz-Szenario: Warme Tage, an denen der See nahezu Wellenlos ist. Aber auch in den späteren Abendstunden und im Dämmerlicht kann der Posen-Popper wichtige Reize setzen. Das selbe gilt auch für die ganz ganz frühen Morgenstunden nachdem die Sonne gerade aufgegangen ist.

Der Posen-Popper kann beim Schleppen am langsamsten geführt werden. Sollte Glas-/Bleikette und die klassische Pose versagen, probiert es ruhig mal im Sommer auch mit dem Posen-Popper. Dann auch ruhig mit verschiedenen Modelle. Denn jedes Modell sendet eine eigene Frequenz.

Tragkräfte: Etwas schwerer als beim Friedfischangeln

Forellen sind längst nicht so empfindlich wie Friedfischen, wenn es um Widerstände beim Biss geht. Trotzdem braucht ihr in kleinen Forellenseen keine größeren Modelle verwenden als 2-3 Gramm Tragkraft. Wenn ihr weiter raus werfen möchtet, können es auch mal 6 Gramm Tragkraft sein. Mehr ist aber meist nicht nötig. Die Spezialisten verwenden als Beschwerung gerne Glaskörper. Sie haben den enormen Vorteil, dass sie in der Luft viel schwerer sind als im Wasser. So könnt ihr z.B. mit einer Pose mit 6 Gramm Tragkraft durchaus einen 10 Gramm Glaskörper fischen. So habt ihr für weite Würfe genug Gewicht und im Wasser eine sensible Montage. Bedenkt aber, dass Glas im Wasser viel langsamer absinkt als Blei. Glas hat zudem den Vorteil, dass es im Wasser fast unsichtbar ist. In klaren Gewässern und an klaren Sonnentagen kann das oft der entscheidende Vorteil sein.

Die Alternative zum Glas ist ein Bleikörper. Hier gibt es kleine Spezial-Bleistäbe, man kann aber auch Blei-Olivetten verwenden, die auch gerne von den Stippern genutzt werden. Eine Punktbebleiung ist dabei immer die erste Wahl. Sie verwickelt sich bei weitem nicht so schnell wie eine Schrotkette, man erreicht damit weitere Wurfdistanzen und sie sinkt schneller auf die gewünschte Angeltiefe ab.

Fazit:

Jede Posenform, wenn sie auch noch so merkwürdig und klobig aussieht, hat beim Forellenangeln durchaus ihren Sinn. Das Forellenangeln ist halt eine ganz eigene Disziplin, die auch ganz eigenes Material verwendet. Für die, die sich bei der Materialzusammenstellung (Pose, Blei, Gummistopper, Wirbel) unsicher sind, werden zum Beispiel von Team TFT ganze Posen-Sets angeboten, die ihr nur montieren braucht. Jetzt wisst ihr ja weshalb die Posen so aussehen, wie sie halt aussehen. Es funktioniert!

Mehr Infos zum Tremarella-Angeln findet ihr in unserem Sonderheft.