Forelle italienisch – es rasselt im Forellen-Park

Seit einiger Zeit beschäftigt sich fangplatz.de in Zusammenarbeit mit dem Team TFT mit dem italienischen Forellenangeln. Das sogar immer erfolgreicher, denn die Forellen werden richtig narrisch, wenn wir mit den neuen Angeltechniken an die Forellenseen in Deutschland kommen. Zuletzt waren wir mit Thorsten Orlowski zu den denkbar schlechtesten Angelbedingungen am Forellensee. Und wir haben gefangen! Wie, das erfahrt ihr in diesem Bericht.

Es ist 8 Uhr morgens und wir treffen uns alle an der Forellenanlage Millerscheid. Ich war schon eine Stunde früher dort und habe noch ein kleines Nickerchen im Auto gemacht. Als ich wieder zu mir kam, schwante mir für den Angeltag nichts Gutes. Schon jetzt brannte die Sonne heiß vom Himmel. Dieses Wetter mögen Forellen eigentlich gar nicht. Kühl und bedeckt muss es sein und nicht sonnig, heiß und hell. Aber wir waren guter Dinge. »Orle« zwinkerte mir grinsend zu »auch diese Forellen werden der Rassel nicht widerstehen können« während ich mir erst einmal einen Kaffee und ein Käsebrötchen auf der Terrasse der Anlage gönnte. Dabei schweifte mein Blick über den See. Deutlich waren die Graskarpfen, aber auch die Forellen zu erkennen. Wie in unserem fangplatz.de-Artikel im Internet beschrieben, standen sie an den Stellen, wo wir sie an sonnigen Sommertagen erwarten würden. Im Schatten, unter Sträuchern und an Wassereinläufen.

»Orle« gab auch gleich schon die Tagestaktik aus: »Zuerst probieren wir es hier am Wassereinlauf und danach wechseln wir da drüben hin«. Orle deutet auf ein Uferstück, was ab ca. 12 Uhr im Schatten liegen würde. Ich futterte mein Brötchen zu Ende und schon nahmen wir unsere Rutenständer »made in Italy« und los ging es…

Italienisch gerasselt…

An so sonnigen Tagen reicht es für Forellenangler nicht nur da zu sein, wo sich die Forellen aufhalten. An solchen Tagen ist es den Tieren einfach zu heiß um zu fressen. Wir müssen sie daher richtig zum Anbeißen triezen. Dabei ist weniger der Köder so entscheidend sondern viel mehr der Reiz, der durch das Wasser geleitet wird. Die Fische müssen davon so genervt sein, dass sie zubeißen. Giovanni Rescia italinischer Spitzenangler, und erster Weltmeister in dieser Disziplin, erklärte es mir mal so: »Schummi, Forellen sind wie bissige Hunde. Du musst sie richtig anstacheln, dann beißen sie auch zu! Glaub es mir.«

Genau diesen Reiz zum Zuschnappen hatten wir heute mit in der Tasche. Die italienische Amino Trout Glasrassel. Dabei handelt es sich um einen hohlen Glaskörper mit vielen kleinen Glasperlen im Innern, die lose hin und her rollen und so ein rasselndes Geräusch erzeugen. »Der Glaskörper sorgt dafür, dass wir ein möglichst hohes Wurfgewicht in der Luft haben und im Wasser möglichst leicht für die sensiblen Bisse sind. Das spezifische Gewicht von Glas ist im Wasser viel geringer als z.B. das von Blei« erläutert mir Orle während er die Montage knotet. 

Damit wären wir schon bei dem nächsten wichtigen Punkt. Wie werden die Amino Trout Rasseln montiert?

»Da es sich bei den Rasseln um Glasprodukte handelt, sind sie natürlich nicht so stabil wie andere Angelgeräte. Sie gehen aber auch nicht so leicht kaputt« erklärt mir Orle. Ehe er seine Worte ausgesprochen hatte, habe ich mir eine Rassel geschnappt und auf den steinigen Boden fallen lassen. Tatsächlich! Die Dinger halten. Nur die kleinen Außenführungen können schnell mal abbrechen. Also sollte man schon etwas vorsichtig damit umgehen. Aber das sollte man generell mit feinen Angelgeräten.

Die Amino Trout Rassel wird zunächst auf die Hauptschnur gefädelt, danach sorgt ein Gummistopper dafür, dass die Rassel sachte vor dem sich anschließenden Doppeltönnchenwirbel abgestoppt wird. Der Doppeltönnchenwirbel sorgt dafür, dass sich die Schnur nicht verdrallt. An ihm ist nämlich das 2 Meter lange Vorfach mit dem Haken befestigt. Die Köder, die wir heute verwenden, werden sich wie Propeller drehen (s. Bilder links). Diese Drehungen sollen ja nicht unsere Schnur verdrallen, oder?

Die genaue Montage seht ihr hier nochmal in unserer fangplatz.de Montage-Abbildung…

Die Führung ist der halbe Erfolg!

Soweit zum Prinzip, der Montage und den Ködern. Jetzt geht es an die Angeltechnik. Die ist sicher nicht so bequem, wie die klassische »Pose-rein-und-warten-bis-etwas-beißt-Methode«. Aber wir sind ja auch nicht am Forellensee, um uns zu sonnen, sondern um zu angeln!

Also ist von nun an Aktivität gefragt. Der Köder wird ausgeworfen und dann langsam rollend – wir meinen auch langsam! – eingeholt. Hierbei wird mit der Rutenspitze ständig ein vibrierendes Zittern erzeugt, was sich auf die Rassel über die Schnur überträgt. Dazu sind natürlich Ruten mit extrem feiner Aktion nötig. Die Italiener setzen hierzu richtige Leierschwänze ein. Aber glaubt mir, diese Angeltechnik ist mit Abstand die erfolgreichste, die ich an Forellenseen jemals gesehen und eingesetzt habe. Zusätzlich hat Orle noch einen weiteren Kniff: Während des Einrollens lässt er die Schnur immer wieder vor seinen ausgestreckten Zeigefinger schlagen. Das erzeugt zusätzlich einen Extrareiz. Und genau das löst selbst bei den trägsten Forellen noch einen ordentlichen Beißreflex aus.

Bisse lassen nicht lange auf sich warten.

Und tatsächlich! Schon nach dem achten Wurf schlägt die Rutenspitze aus. Jetzt heißt es aber nicht gleich Anhauen, sondern zunächst mal vorsichtig Schnur geben. Erst nach 2 – 3 Sekunden wird die Rute angehoben und dann geht der Spaß los! Ihr glaubt gar nicht, was es für ein Vergnügen ist, Regenbogenforellen mit so feinem Material zu drillen.

Auf diese Weise können wir in den ersten 2 Stunden 7 prächtige Regenbogner überlisten, die unseren Räucherofen schon mal füllen werden. Dann ließen die Bisse aber auch schon nach. Also war es Zeit für eine kurze Kaffeepause und danach kam der Platzwechsel Richtung Schattenseite. Hier setzte wieder das selbe Spiel ein und wir konnten in 2 weiteren Stunden noch einmal 5 Forellen hinzu gewinnen.

Dann beendeten wir aber auch unsere Aktion. Wir hatten 13 schöne Forellen, eine Menge Spaß und konnten am Nachmittag noch unsere Fische zubereiten, so dass wir am Abend unsere Gäste mit frisch geräucherten Fängen verwöhnen konnten.

Fazit

Wenn nichts mehr geht, kommt die Amino Trout Rassel aus Glas zum Einsatz. Richtig eingesetzt und mit dem passenden Ruten- und Rollenmaterial gibt es mit ihr Fänge, die man mit den klassisch deutschen Methoden nie mehr erleben würde. Wer das Material nicht im Koffer hat, braucht sich an schwierigen Angeltagen über Schneidertage am Forellensee nicht zu wundern.
Probiert es einmal aus!


Euer Thorsten Orlowski und Schummi

Tipp: Hier findet ihr ein Video zum Artikel mit vielen Zusatz-Informationen.

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